Der Ruf
Schrift für alles fortschrittliche
Wissen
Heft 8 und 9
VERLAG DER GRALSBLÄTTER, TUTZING
OSKAR ERNST BERNHARDT
Copyright by Verlag der Gralsblätter
Oskar Ernst Bernhardt, Tutzing (Obb.)
Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung, vorbehalten
Druck von P. Beirich Nachf., Groitzsch (Bez. Leipzig)
Inhalt
Seite
1. Götter - Olymp - Walhall. Von Abdruschin ……………….. 3
2. Berufen. Von Abdruschin ……………………………………….. 14
3. Kreatur Mensch. Von Abdruschin ………………………………… 20
4. Kultur und Technik. Aufbau und Zersetzende Kräfte. Von Dr.
Kurt Illig, Berlin ………………………………………………….. 29
5. Die Schwerkraft Im Geistigen und Materiellen Geschehen. Von
Dr. Kurt Illig, Berlin …………………………………………….. 37
6. Vom Gottsuchen und Gottfinden. Von Johannes Anton Neid-
hart, Heumaden bei Stuttgart …………………………………… 44
7. Moderne Baukunst als sichtbarer Ausdruck ihrer Zeit. Von Regierungsbaumeister B. D. A. Alfred Fischer, Karlsruhe ……. 48
8. Abdruschins Fragenbeantwortungen:
Anziehung der Gleichart ……………………………………. 50
Spiritisten …………………………………………………….. 50
Pendeln ……………………………………………………….. 53
Lorber ………………………………………………………… 54
Prüfstein für Okkultismus ………………………………… 55
Vom Duell …………………………………………………… 55
Krishnamurti ……………………………………………….. 56
Durch Mitleid wissend.……………………………………. 58
Das „Heilige Kreuz“ ……………………………………. 59
9. Mitteilungen des' Verlages ………………………………….. 65
10. Buchbesprechungen . . ………………………………….. 66
Götter - Olymp - Walhall
Von Abdruschin
Wie lange versucht man schon, eine rechte Deutung und Verbindung mit der Jetztzeit zu erhalten über die bekannten Götter der vergangenen Zeiten. Berufene und studierte Köpfe suchen eine Lösung, die vollständige Klärung bringt.
Das kann jedoch nur sein, wenn diese Lösung gleichzeitig einen lückenlosen Gesamtüberblick gibt über alle Zeiten! Von Anfang der Menschheit bis jetzt. Sonst bleibt es wiederum Stückwerk. Es hat keinen Zweck, einfach die Zeit herauszunehmen, in der der allen bekannte Götter-kult der Griechen, Römer, und auch der Germanen seine Blüten trieb. Solange die Erklärungen nicht gleichzeitig auch alles Werden und Ver-geben mit umfassen, aus sich heraus, als ganz natürlich, sind sie falsch. Die bis jetzt trotz vieler angewandten Klugheit eingeleiteten Versuche zeigten zuletzt immer wieder nur Erfolglosigkeit, konnten vor dem tieferen Emp-finden nicht bestehen, schwebten in der Luft, ohne Verbindung mit den vorherigen und den nachfolgenden Perioden.
Es ist auch gar nicht anders zu erwarten, wenn man den Werdegang der Menschen scharf ins Auge faßt. -
Die Hörer und die Leser meiner Gralsbotschaft müßten selbst schon darauf kommen können, wie es sich mit diesen Dingen eigentlich verhält, die man zum Teil sogar schon in das Reich der Sagen und Legenden schob, oder sie nur als Fantasiegebilde religiöser Anschauungen anzunehmen suchte, geformt, erdacht aus den Beobachtungen der Natur, und im Zusammenhange mit dem täglichen Geschehen.
Es darf dem Denkenden und Forschenden nicht schwer fallen, in alten Götterlehren mehr zu finden als nur Göttersagen. Er muß sogar das wirkliche Geschehen deutlich sehen! Wer will, der folge mir einmal. Ich werde ihn zu dem Verständnis führen.
Ich greife hier zurück auf meinen Vortrag: „Vergieb ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun“, in „Der Ruf, Heft 3-4“. Darin schilderte ich kurz die Geschichte der Menschheit auf Erden vom Anfang an bis heute. Gab auch einen Ausblick auf weitere Folge. Dabei zeigte sich, wie in der Mitte eines Kreislaufes der Schöpfung das tiefer als das Geistige stehende Wesenhafte in dem noch tiefer liegenden Stofflichen sein höchstes Können erfüllt hat, und in dieser Erfüllung dem Eindringen des höheren Geistigen freie Bahn schuf, welcher Vorgang in der Schöpfung sich dauernd wiederholt. Auch erklärte ich, wie in dem durch das Wesenhafte höchstent-wickeltsten Tierkörper, Urmensch genannt, dann erst in dessen höchster Entwickelung die Möglichkeit des Eindringen, eines Geistkeimes gegeben war, was auch erfolgte, und an dieser Stelle der Schöpfungsentwickelung auch immer wieder neu gegeben werden wird. In das damalige höchstent-wickeltste Tier kam damit also etwas Neues, das Geistige, welches bis dahin nicht in ihm war.
Nun darf aus diesem Vorgange nicht etwa wieder voreilig der Schluß gezogen werden, daß sich solches Geschehen in dem gleichen Weltenteile bei dessen Weiterentwickelung dauernd wiederholt; denn dem ist nicht so! Sondern es geschieht nur einmal in dem gleichen Teile.
Das Gesetz der Anziehung der Gleichart schiebt bei der Fortentwicke-lung hier ebenfalls einen unverrückbaren Riegel vor gegen eine Wieder-holung in dem selben Weitenteile. Anziehung der Gleichart ist in diesem Falle gleichbedeutend mit Zulassung während einer ganz bestimmten Entwickelungsperiode, in der sich durch einen gewissen Halbreifezustand der Stofflichkeit an der Grenze umherschwirrende Geistsamenkörner wie Sternschnuppen in die dafür im Aufnahmezustande befindliche Stofflich-keit stürzen können, um dort von den dafür empfangsbereiten Stellen, in diesem Falle die derzeitigen höchstentwickeltsten Tierkörper, aufgesogen, umschlossen, also eingekapselt und festgehalten zu werden. Genau wie im Kleinen als einfache Wiederspiegelung bei einem chemischen Verbindungs-vorgange die Verbindung eines fremden Stoffes nur bei ganz bestimmten Wärme- oder Hitzegrade der aufnehmenden Masse möglich wird, nachdem diese Wärme oder Hitze ebenfalls wieder einen ganz besonderen, nur bei dem bestimmten Grade erreichbaren Sonderzustand der Masse hervorrief. Die kleinste Veränderung darin macht den Zusammenschluß wieder unmöglich, und die Stoffe stehen sich abweisend, unnahbar gegenüber.
Hier liegt die Gleichart in einem bestimmten Zustande der gegenseiti-gen Reife, die anscheinend nur große Gegensätze aufweist, weil sie ausbalanciert ist durch die Verschiedenheit in der Höhen- und Tiefenlage der beiden sich verbindenden Teile. Der niederste Punkt des Geistigen ist in der Reife ähnlich dem höchsten Punkte des unter ihm befindlichen Wesenhaften. Nur an der Stelle dieses genauen Zusammentreffens ist eine Verbindung möglich. Und da die Stofflichkeit sich in ihrer Entwickelung stets im großen Kreislaufe bewegt, im Aufgehen, Blühen, Reifen und überreifenden Zerfallen, während das Geistige über ihm lagert, kann es stets nur an einer ganz bestimmten Stelle während des Vorüberwälzens der Stofflichkeit in zündender Verbindung erfolgen. Eine geistige Befruchtung der ihm durch das Wirken des Wesenhaften entgegenschwel-lenden dafür brünstigen Stofflichkeit.
Ist dieser Punkt von einem sich vorwärtswälzenden Weltenteile überschritten, so hört für diesen die geistige Befruchtungsmöglichkeit durch Geistkeime auf, während der ihm nachfolgende an seine Stelle kommt, für ihn aber ein neues Stadium einsetzt, in dem reifende Geister Zutritt finden können und so fort. Das ganze Weltbild zu entrollen, finde ich nicht Raum in diesem Vortrage. Doch kann sich wohl ein ernsthaft Forschender ganz gut den Fortgang denken. -
Das Geistige nun machte infolge seiner höheren Beschaffenheit bei Eintritt in die Stofflichkeit sofort seinen lebendigen Einfluß auf alles andere fühlbar, auch noch in seinem damaligen unbewußten Zustand, begann mit dem Eintreten in die Stofflichkeit zu regieren. Wie dieses Geistige dann nach und nach den Tierkörper hob, bis zum jetzigen Menschenkörper, ist ja keinem Leser mehr unverständlich.
Die Tierkörper jedoch der damals höchstentwickeltsten Rasse, in denen keine Geistsamenkörner tauchten, kamen in ihrer Entwickelung zum Stillstand, da in ihnen das Wesenhafte bereits das Höchste erreicht hatte und zu Weiterem die Kraft des Geistigen fehlte, und mit dem Stillstand trat schnell Überreife ein, der sich der Rückgang zur Zersetzung anschloß. Es gab für diese Rasse nur zwei Möglichkeiten, entweder Hebung durch den Geist zum Menschenkörper, oder Aussterben, Zerfall. Und damit hörte diese reife Tierart völlig auf zu sein. -
Verfolgen wir nun einmal das langsame Sichbewußtwerden dieses erst unbewußten Geistkeimes zu einem Menschengeist, und machen wir sein stufenartiges Durchdringen der ihn umschließenden Hüllen und Umge-bungen im Geiste mit.
Es ist dies nicht so schwer, weil der Entwicklungsgang sich nach außen hin ganz deutlich zeigt. Man braucht nur Menschenrassen zu beobachten, die heute noch auf Erden sind.
Der Geist des primitivsten Menschen zum Beispiel, zu denen die sogenannten wilden Völker zu rechnen sind, und auch die Buschmänner, Hottentotten usw. gehören, sind an Zeit nicht etwa weniger lange in der Stofflichkeit, sondern sie haben sich in der Entwickelung nur nicht dazu gehalten, oder sind nach schon erfolgtem Aufstiege im Diesseits oder in dem Jenseits wieder soweit zurückgegangen, daß sie nur in derart niedere Umgebung inkarniert werden konnten! Sie sind also aus eigener Schuld in natürlichem Geschehen entweder noch oder wieder auf sehr niederer Stufe, wodurch auch ihr Ausblick auf die nichtgrobstoffliche Umgebung nicht gerade erhebender Art sein kann.
Der geistige Drang, mehr zu schauen als die eigene Stufe, liegt bereits im Geistsamenkorn, gehört zu dessen eigenster Beschaffenheit, und wirkt sich deshalb auch schon auf den niedersten Stufen der Entwickelung kräftig aus. Das ist das Lebendig-Treibende im Geist, das Besondere, das anderen Beschaffenheiten oder Arten in der Schöpfung fehlt. Die Möglich-keit aber dieses Ahnen- oder Schauenwollens ist immer nur für eine Stufe über die jeweilig eigene Stufe gegeben, nicht weiter. Aus diesem Grunde kommt es, daß diese auf niederer Stufe stehenden Menschenseelen, die sich in ihrer Entwickelung derart vernachlässigt oder versündigt haben, eben-falls nur niedere Wesen ahnen oder durch Hellsehen schauen können.
Medial Veranlagte oder Hellsehende gibt es ja unter allen Rassen, gleichviel, welcher Stufe sie angehören.
Hier will ich nochmals besonders erwähnen, daß ich unter „Schauen“ oder „Ahnen“ bei dieser Erklärung immer nur wirklich „Selbstgeschautes“ der Hellsehenden meine. Selbstgeschaut aber ist von den „Sehenden“ aller Zeiten immer nur höchstens der vierte Teil dessen, was sie sehen. Und dieses kann wiederum nur eine Stufe über der eigenen inneren Reife sein, nicht mehr. Es ist nicht anders möglich. Dieser Umstand bedeutet aber gleichzeitig einen großen natürlichen Schutz jedes Hellsehenden, wie ich schon vielfach erwähnte. Die Hörer sollen also Mediums und Hellsehende nicht unbedingt für innerlich so weit gereift und hochstehend einschätzen, wie das ist, was diese als „Gesehen“ schildern; denn die reineren und lichten Höhen, Vorgänge und Geister werden ihnen von geistigen Führern und Höheren nur in lebendigen Bildern gezeigt! Die Hellsehenden wähnen jedoch irrtümlich, alles das wirklich zu erleben, und täuschen sich darüber selbst. Deshalb kommt so oft das große Verwundern über häufige Minderwertigkeit der Charaktere mancher Mediums, welche Dinge als erlebt und gesehen schildern, die zu ihrem eigenen Charakter gar nicht oder nur wenig passen wollen. -
Hier spreche ich also nur von der geringen Spannweite des wirklichen Selbstschauens der Mediums und Hellsehenden. Das andere kommt dabei nicht in Betracht.
Hellsehende und Mediums aller Zeiten sollen eigentlich nur dazu dienen, der Menschheit durch ihre Begabung immer weiter aufwärts zu helfen, wenn auch nicht als Führer, so doch als Werkzeuge. Ein medialer Mensch würde ja niemals Führer sein können, da er viel zu abhängig von Strömungen und anderen Dingen ist. Sie sollen zeitweise geöffnete Tore sein zum Zwecke weiterer Entwickelung. Sprossen zur Leiter des Auf-steigens.
Wenn nun bedacht wird, daß den auf niederer Geistentwickelungsstufe stehenden Rassen nur ein Ausblick auf gleich niedere Umgebung möglich ist, mit wenig Spielraum nach oben zu, so ist es nicht schwer zu verstehen, daß wir unter den niederen Menschenrassen vorwiegend nur Dämonen-Furcht und Dämonen-Anbetung finden können. Es ist das, was sie schauen und zu ahnen vermögen.
So die oberflächliche Betrachtung. Doch ich will mit der Erklärung tiefer gehen, trotzdem wir damit von dem klaren Überblicke abzweigen.
Der unentwickelt gelassene oder wieder verkümmerte Geist der niederen Menschenrassen ist natürlich auch noch oder wieder geistig blind und taub. Ein solcher Mensch vermag nicht mit dem geistigen Auge zu schauen, was überdies leider auch bis heute noch keinem Menschen möglich wurde.
Der noch Tiefstehende vermag aber auch nicht mit dem wesenhaften Auge zu schauen, ebensowenig mit dem feinstofflichen, sondern lediglich mit dem grobstofflichen Auge, das in der Wildnis mehr und mehr geschärft wird durch den notwendigen persönlichen Kampf gegen den Mitmenschen, die Tiere und die Elemente, wobei sie nach und nach auch die feinere und feinste Grobstofflichkeit unterscheiden können.
Dabei bemerken sie zuerst Phantome! Gebilde, die durch Furcht und Angst der Menschen erst geformt wurden und auch davon erhalten bleiben. Diese Phantome, ohne eigenes Leben, sind ganz abhängig von den Empfindungen der Menschen. Sie werden von diesen angezogen oder abge-stoßen. Hier wirkt sich das Gesetz der Anziehungskraft aller Gleichart aus. Furcht zieht diese Gebilde der Furcht und Angst stets an, sodaß sie sich auf die sich fürchtenden Menschen anscheinend förmlich stürzen.
Da die Phantome nun mit den Erzeugern, also sich ebenfalls stark fürchtenden Menschen, durch dehnbare Ernährungsfäden zusammenhän-gen, kommt jeder Furchtsame stets indirekt auch mit der Masse der sich Fürchtenden und Angstvollen in Verbindung, erhält von diesen neuen Zustrom, der die eigene Furcht und Angst nur noch vermehrt und ihn, zuletzt sogar bis zur Verzweiflung treiben kann, zum Irrsinn.
Furchtlosigkeit dagegen, also Mut, stößt derartige Phantome in natür-licher Weise unbedingt ab. Deshalb hat der Furchtlose wie ja genug bekannt immer den Vorteil stets für sich.
Ist es dann sonderlich, wenn sich unter den niederen Rassen soge-nannte Medizinmänner und Zauberer heranbildeten, deren Kaste von Hellsehenden begründet wurde, da diese zu beobachten befähigt waren, wie derartige irrtümlich für eigene Lebewesen gehaltenen Gebilde durch etwas innere Sammlung, mit Ablenkung der Furcht durch Sprünge und Verrenkungen, oder durch Konzentration oder Mut erweckende Beschwö-rungen „vertrieben“ werden?
Wenn sie dabei auch auf für uns unmögliche Ideen verfallen, uns lächerlich erscheinen, so ändert dies nichts an der Tatsache, daß sie für ihren Gesichtskreis und ihr Begriffsvermögen etwas ganz Richtiges tun, und wir nur; diejenigen sind, denen ein Verständnis dafür durch Unwissen-heit fehlt.
In der Nachfolge dieser Zauberer und Medizinmänner kommt es nun natürlich vor, daß viele Nachfolger weder mediale Begabung haben, noch irgendwie hellsehend sind, namentlich da mit dem Amte gleichzeitig Einfluß und Einnahmen sich verbinden, denen nachzujagen die Menschen niedersten Stufens ebenso skrupellos bemüht sind wie die der hohen weißen Rasse. Diese Nichtsehenden ahmten dann einfach alle Handlungen ihrer Vorgänger verständnislos nach, fügten sogar noch einige Unsinnig-keiten hinzu, um mehr Eindruck zu machen, da sie nur Wert auf die Sympathie ihrer Mitmenschen legten, und wurden so die schlauen Betrü-ger, die nur ihren Vorteil dabei suchen, von der wirklichen Bedeutung aber selbst keine Ahnung haben, nach denen man die ganze Kaste heute einzuschätzen und abzutun sucht.
So kommt es also, daß wir unter den niederen Menschenrassen in erster Linie nur Dämonen-Furcht und Dämonen-Anbetung finden können. Es ist das, was sie zu schauen vermögen, und als andere Wesensart fürchten. -
Gehen wir nun zu etwas höheren Entwickelungsstufen, die weiterzu-schauen vermögen, sei es nun durch Hellsehende oder auch nur unbewußt durch Ahnen, was ja auch zum inneren Schauen gehört. Bei diesen Höherentwickelten sind weitere Umhüllungsschichten von dem eingekap-selten immer mehr erwachenden Geiste von innen durchstoßen, nach oben zu.
Sie sehen deshalb schon gutmütigere Wesen, oder wissen davon durch Ahnen, und werden damit nach und nach die Dämonen-Anbetung verlieren. So geht es weiter. Immer höher. Es wird lichter und lichter. Der Geist stößt bei normaler Entwickelung immer weiter vor.
Die Griechen, Römer, die Germanen z. B. sahen dann noch mehr! Ihr inneres Schauen drang über die Stofflichkeit hinaus bis in das höher liegendere Wesenhafte. Sie konnten mit ihrer weiteren Entwickelung zuletzt auch die Führer der Wesenhaften und der Elemente schauen. Einige mediale Menschen in ihrer Begabung sogar in näheren Verkehr mit ihnen treten, da diese als bewußt-wesenhaft Geschaffenen immerhin Verwandtes haben mit der Wesenhaftigkeit, von der auch der Mensch außer dem Geistigen einen Teil in sich trägt.
Die Wesenhaften zu schauen, zu fühlen und zu hören, war für die damalige Entwickelung der Völker das Höchste, was sie erreichen konnten. Es ist selbstverständlich, daß dann diese Völker die gewaltigen Führer der Elemente in deren Tätigkeit und Andersart als das Höchste ansahen, und sie Götter nannten. Deren hohen, wirklich bestehenden burgartigen Sitz Olymp und Walhall.
Das innere Schauen und Hören der Menschen aber verbindet sich beim Zumausdruckbringen immer mit deren jeweilig persönlichen Begriffs- und Ausdrucksvermögen. Daraus ergibt sich, daß die Griechen, Römer und Germanen die gleichen Führer der Elemente und alles Wesenhaften nach Form und Begriff in der jeweiligen Anschauung ihrer derzeitigen Umge-bung schilderten. Es waren jedoch bei Allen trotz einiger Verschieden-heiten in den Schilderungen dieselben!
Wenn heute zum Beispiel fünf oder mehr wirklich gut Hellhörende versammelt sind, und alle gleichzeitig einen ganz bestimmten Satz jenseitig Gesagtes aufnehmen, so wird bei Wiedergabe nur der Sinn des gehörten einheitlich sein, nicht aber die Wiedergabe der Worte! Jeder wird die Worte anders wiedergeben und auch anders hören, weil bei der Aufnahme schon viel Persönliches mit in die Wagschale fällt, genau, wie die Musik von Hörern ganz verschieden empfunden wird, im Grunde aber doch die gleiche Richtung auslöst. Über alle diese weittragenden Nebenerscheinungen in der Verbindung des Erdenmenschen mit dem All muß ich erst mit der Zeit ausführlicher berichten. Heute würde es uns viel zu weit vom Thema ablenken. -
Als dann später berufene Völker, also die innerlich höchstentwickelt-sten (Verstandesentwickelung zählt dabei nicht,) diese Grenze der Wesen-haftigkeit durch Erleben reifend sprengen konnten, drang ihr Schauen oder Ahnen bis zur Schwelle des geistigen Reiches.
Die natürliche Folge war, daß damit bei diesem die bisherigen Götter als solche stürzen mußten und Höheres an deren Stelle trat. Sie kamen aber dabei trotzdem leider nicht so weit, fähig zu werden, geistig zu schauen.
So blieb ihnen das geistige Reich unerschlossen, da der normale Entwickelungslauf an dieser Stelle nicht weiter vorwärts ging, gehemmt durch den immer schärfer sich erhebenden Verstandesdünkel.
Nur wenige Ausnahmen konnten sich vor diesem Stillstande bewah-ren, wie z. B. Buddha und noch Andere, denen es durch Weltentsagung gelang, ihre Entwickelung in normaler Welse fortzusetzen und auch geistig bis zu einem gewissen Grade sehend zu werden!
Diese Weltentsagung, also das Menschenabgewendetsein zum Zwecke weiterer Entwickelung des Geistes machte sich nur nötig durch die im Allgemeinen immer mehr herrschende geistesfeindliche einseitige Verstan-deszucht. Es war natürliches Sichschützen vor der vordringenden geistigen Verflachung, was bei allgemeiner normaler Entwickelung durchaus nicht nötig sein darf. Im Gegenteil; denn wenn der Mensch in geistiger Ent-wickelung eine bestimmte Höhe erreicht, so muß er sich darin betätigend wieder erstarken, sonst tritt Schlaffheit ein, und damit hört die Möglichkeit zu weiterer Entwickelung schnell auf. Stillstand entsteht, wo-raus der Rückgang leicht erwächst.
Trotzdem die geistige Weiterentwickelung bei Buddha und auch bei Anderen nur bis zu einem ganz gewissen Grad gelang, also nicht vollständig, so wurde damit doch der Abstand von den Menschen groß, sodaß diese derart normal Entwickelte als Gottgesandte ansahen, während doch durch deren weiteren Vorstoß des Geistes ganz naturgemäß nur eine neue Anschauung erstand.
Diese sich aus der geistig stehengebliebenen und zum Teil zurückge-henden Menschenmasse Hervorhebenden standen aber immer nur an der offenen Türe zu dem Geistigen, konnten wohl dabei Einiges verschwom-men wahrnehmen, ohne jedoch klar zu sehen ! Doch ahnten und empfanden sie deutlich eine gewaltige, bewußte einheitliche Führung, die von oben kam, aus einer Welt, in die zu schauen sie nicht fähig wurden.
Dieser Empfindung nachgebend, formten sie nun den einen, unsicht-baren Gott! Ohne Näheres davon zu wissen.
Es ist deshalb verständlich, daß sie diesen nur geahnten Gott als höchstes geistiges Wesen wähnten, weil das Geistige die neue Region war, an deren Schwelle sie noch standen.
So kam es, daß bei dieser neuen Anschauung vom unsichtbaren Gotte nur die Tatsache an sich richtig getroffen wurde, nicht aber der Begriff; denn ihr Begriff davon war falsch! Es wurde von dem Menschengeiste nie der Gott gedacht, welcher er wirklich ist! Sondern er wähnte ihn nur als ein höchstes geistiges Wesen. Dieser Mangel der fehlenden Weiterentwicke-lung zeigt sich auch heute noch darin, daß viele Menschen unbedingt daran festhalten wollen, Gleichartiges in sich zu tragen von dem, den sie als ihren Gott empfinden!
Der Fehler liegt am Stehenbleiben geistiger Entwickelung.
Wäre diese weiter fortgeschritten, so hätte die reifende Menschheit in dem Übergange von den alten Göttern aus dem Wesenhaften nicht gleich diesen einen Gott als unsichtbar gedacht, sondern zuerst wieder die über den als Götter benannten Führer aller Elemente stehenden geistigen Urgeschaffenen schauen können, deren Sitz die Gralsburg ist, als höchste Burg des Geistigen! Und hätten diese anfangs wiederum als Götter angesehen, bis sie dann in sich so wurden, daß sie die Urgeschaffenen, die eigentlichen Ebenbilder Gottes, nicht nur ahnend schauen, sondern geistig hören konnten. Von diesen würden sie die Kunde vom Bestehen des außerhalb der Schöpfung „Seienden Einem Gotte“ empfangen haben!
In solcher Weise ihr Empfinden dann darauf gelenkt, wären sie zuletzt geistig in sich noch zu der Fähigkeit gereift, als weitere Entwickelung von einem Gottgesandten göttliche Botschaft aus dem wirklich Göttlichen mit Freude aufzunehmen! Also von außerhalb der Schöpfung und somit auch ihrer Schauensmöglichkeit.
Das wäre der normale Weg gewesen!
So aber blieb ihre Entwickelung schon an der Schwelle des Geistigen stehen, ging sogar wieder durch der Menschen Fehler schnell zurück.
Damit entstand die Zeit, in der als Notakt ein starker Gottgesandter in Jesus von Nazareth inkarniert werden mußte, um eine Botschaft aus dem Göttlichen zur Aufklärung der dazu noch nicht reifen Menschheit hilfreich zu gewähren, damit sich Suchende in ihrer Unreife vorläufig wenigstens im Glauben daran halten konnten.
Aus diesem Grunde blieb dem der sich verlierenden Menschheit zu Hilfe gesandten Gottessohne nichts anderes übrig, als vorläufig nur Glauben und Vertrauen auf sein Wort zu fordern.
Eine verzweifelte Aufgabe. Christus konnte nicht einmal alles das sagen, was er hatte sagen wollen. Deshalb sprach er von vielen Dingen nicht, wie von irdischen Wiederinkarnierungen und Anderem. Er stand für diese Dinge einer zu großen geistigen Unreife gegenüber. Und traurig sprach er selbst zu seinen Jüngern: „Vieles hätte ich Euch noch zu sagen, doch Ihr würdet nicht verstehen!“
Also auch die Jünger nicht, die ihn in vielen Dingen mißverstanden. Und wenn Christus selbst sich schon zu seiner Erdenzeit von seinen Jüngern nicht verstanden wußte, so ist doch offenbar, daß in der Weiter-gabe seines Wortes später viele Irrungen entstanden, an denen man noch jetzt leider mit Zähigkeit sich festzuklammern sucht. Trotzdem nun Christus von der damaligen Unreifheit nur Glauben an sein Wort forderte, so verlangte er doch von den ernsthaft Wollenden, daß dieser anfängliche Glaube in ihnen auch „lebendig“ werden sollte!
Das heißt, daß sie darin zur Überzeugung kamen. Denn wer seinem Worte vertrauend folgte, in dem schritt die geistige Entwickelung wieder vorwärts, und er mußte dabei aus dem Glauben in der Entwickelung langsam zur Überzeugung des von ihm Gesagten kommen!
Deshalb wird nun der Menschensohn die Überzeugung anstatt Glau-ben fordern! Auch von allen denen, welche Christi Botschaft in sich tragen wollen und ihr zu folgen vorgeben! Denn wer die Überzeugung von der Wahrheit der göttlichen Botschaft Christi, welche eins ist mit der Gralsbotschaft und unzertrennlich, nun an Stelle eines Glaubens noch nicht in sich tragen kann, hat auch die Reife seines Geistes nicht erlangt, die nötig ist zum Eingang in das Reich des Geistes, in das Reich des Einen Gottes, in das Paradies! Ein solcher wird verworfen sein! Ganz unabän-derlich!
Da schafft ihm auch größtes Verstandeswissen keinen Durchschlupf! Er muß naturgemäß zurückbleiben und ist verloren immerdar. - -
Daß nun die Menschheit dieses Weltenteiles in ihrer Entwickelung noch an der Schwelle des geistigen Reiches steht, zum größten Teile sogar noch weit unter dieser, liegt lediglich am eigenen Nichtwollen, an dem Eigendünkel einen Besserwissenwollens im Verstande. Daran mußte die Erfüllung der Normalentwickelung vollkommen scheitern, wie wohl so Manchem unterdessen klar geworden ist. -
Die Religionskulte der Menschheit in ihren Verschiedenheiten ent-springen durchaus keiner Fantasie, sondern sie zeigen Abteilungen aus dem Leben in dem sogenannten Jenseits. Selbst der Medizinmann eines Neger- oder Indianerstammes hat seine tiefgehende Berechtigung auf der niederen Stufe seines Volkes. Daß sich darunter Gauner und Betrüger mischen, kann die Sache selbst nicht in den Staub ziehen.
Dämonen, Wald- und Luftwesen, und auch die sogenannten alten Götter sind noch heute unverändert an denselben Plätzen, in derselben Tätigkeit wie früher. Auch die höchste Veste dieser großen Führer aller Elemente, der Olymp oder Walhall, war niemals Märchen, sondern Wirk-lichkeit geschaut. Was aber die in der Entwickelung stehen gebliebenen Menschen nicht mehr schauen konnten, sind die reingeistigen urgeschaf-fenen Ebenbilder Gottes, die ebenfalls eine hochstehende Veste haben und diese Gralsburg nennen, die höchste Burg in dem Reingeistigen, und somit auch in der ganzen Schöpfung! Von dem Bestehen dieser Burg konnte den an der Schwelle alles Geistigen stehenden Menschen nur noch durch Inspirationen Kunde kommen, da sie nicht soweit geistig reiften, um auch das ahnend zu erschauen.
Alles ist Leben! Nur die Menschen, die sich fortgeschritten dünken, sind statt vorzuschreiten seitwärts abgebogen, wieder zurück nach der Tiefe. -
Nun darf nicht etwa noch erwartet werden, daß mit einer weiteren Entwickelung der von Christus und in meiner Gralsbotschaft gelehrte Gottesbegriff sich wiederum verändern würde! Dies bleibt nunmehr bestehen, da es Weiteres nicht gibt. Mit einem heute noch fehlenden Eintritt in das Geistige und der Vervollkommnung darin kann jeder Menschengeist soweit emporsteigen, daß er die Überzeugung dieser Tatsache im inneren Erleben zuletzt unbedingt gewinnt. Dann könnte er bewußt in Gotteskraft stehend das Große wirken, zu dem er schon von Anfang an berufen war. Er würde aber dann auch niemals mehr sich einbilden, Göttlichkeit in sich zu tragen. Dieser Irrwahn ist lediglich nur der Stempel und das Siegel seiner heutigen Unfertigkeit!
Im richtigen Bewußtsein aber würde dann die große Demut liegen, das befreiende Dienen erstehen, was der reinen Christuslehre stets als Forderung gegeben ist.
Erst wenn die Missionare, Prediger und Lehrer auf Grund des Wissens der natürlichen Entwickelung in aller Schöpfung, und damit auch der genauen Kenntnis der Gesetze des göttlichen Willens, ihre Tätigkeit beginnen, ohne Sprunghaftes Lückenlassendes, werden sie wirkliche geistig lebendige Erfolge verzeichnen können.
Jetzt ist jede Religion leider nichts anderes als eine starre Form, die einen trägen Inhalt mühselig zusammenhält. Nach der notwendigen Ver-änderung jedoch wird im Lebendigwerden dieser bisher träge Inhalt kraftvoll, sprengt die kalten, toten, starren Formen und ergießt sich jubilierend brausend über alle Welt und unter alle Völker! -
***
Berufen!
von Abdruschin
Deutsche sollen berufen sein, geistig und weltlich das führende Volk zu werden! Zahlreiche Bücher weisen darauf hin, und viele gute Prophe-zeiungen und Gesichte, die man nicht ohne weiteres als Fantasiegeburten zur Seite schieben kann, wiederholen oft und immer wieder mit großer Deutlichkeit denselben Sinn. Es sind nun allerdings viel Bücher davon nur geschrieben, um die Deutschen in großer Not neu aufzurichten, um das Gute nicht ganz in der Verzweiflung von den üblen Neuerscheinungen derartiger Notlagen überwuchern zu lassen; doch wer sich ernsthaft mit der Zukunft dieses Volkes zu befassen sucht, das erst aus den Trümmern jetziger Verhältnisse hervorzugehen hat, der wird auch finden, daß ein Körnchen Weisheit oder Wahrheit in den Hinweisen auf eine große Zu-kunft liegen muß.
Ich sage aber ganz absichtlich: „Aus den Trümmern jetziger Verhält-nisse!“ denn aus den jetzigen Verhältnissen selbst heraus gibt es nur einen Weg: Das ist weiterer Niedergang und Sturz!
Seht Euch die Menschen einmal ruhig an, wie sie jetzt sind! Sucht in der reiferen Jugend nur einmal recht aufmerksam das kommende Geschlecht, die nächste deutsche Generation. Sie ist vergiftet schon von Grund aus an dem Körper wie auch an der Seele. Die wenigen Ausnahmen, die sich noch zeigen, fallen wie Sonderlinge auf, sind aber für ein ganzes Volk so gut wie nichts.
So stark extrem erscheinen diese Ausnahmen von der immer weiter niedergehenden Umgebung, daß sie direkt grotesk zu wirken beginnen und nahe daran sind, dem allgemeinen Spott anheim zu fallen, als nicht normal zu gelten, krankhafte, unnütze Schwärmer und Narren zu sein!
Das groteske Herauswachsen liegt aber nicht an diesen rühmlichen Ausnahmen, sondern an der versinkenden Umgebung, die sich immer mehr und mehr von dem halbwegs normalen Seelenzustande entfernt in ihrem hoffnungslosen Sturze. Sie gewahren nicht mehr diesen eigenen Sturz, der sie entfernt von dem gesunden, festen Boden, wo die Wenigen noch stehen, sondern sie haben die falsche Empfindung, als ob Jene krankhaft in kinderhaften Einbildungen schwebten, um jeden Augenblick zu dem Gespötte Aller ernüchtert bald herabzufallen.
Doch nicht zu lange mehr, und ihre Augen werden jeden Spott verlieren, dafür aber dem Entsetzen Einlaß geben, wenn sie endlich erkennen müssen, daß die anderen bisher Belächelten den rechten und den festen Standpunkt inne haben, während sie im schlimmsten Kot versinkend nach und nach ersticken. Im Kot, den sie sich selbst bereiteten, und der nun unaufhaltsam über ihrem Haupte zusammenschlägt! -
Das Schlimmste dabei ist, daß dieser Übelstand nicht Deutschlands Feinden zuzuschreiben ist, sondern den Deutschen selbst.
Doch wie beim Kochen aller Schmutz nach oben treibt, so ist es auch bei dieser großen Gärungszeit. Wo alles jetzt mit rasender Geschwindigkeit seinem gewaltigen Läuterungsgeschehen entgegentreibt, sieht man von Außen nur den nach oben gewirbelten schmutzigen Schaum oder Abschaum des eigentlichen deutschen Volkes, der den gesunden Grund nicht mehr erkennen läßt, und vortäuscht, als ob alles schon ganz rettungslos verdorben sei. Dem ist jedoch nicht so! Je enger sich der unsaubere Schaum als Decke obenhin zusammenschließt, desto geklärter, lauterer wird unter ihm der Hauptteil werden. Und dann, wenn in Ernüchterung durch furchtbares Geschehen Abkühlung von dem Sieden kommt, welches die . jetzigen Verhältnisse und die vorhergehende Not hervorgerufen haben, wird eine Spalte nach der anderen von unten her in diesen starren Abschaum reißen, welche die Reinheit und Klarheit plötzlich zeigt, die unter der Sinne verwirrenden schmutzigen und verbrauchten Kräfte sich gebildet hat.
Dann aber bricht mit ungeheuerer Gewalt das Abgeklärte sieghaft durch und reißt den immer mehr in sich vertrocknenden Abschaum hinweg, der künftig nicht mehr hemmend zwischen dem Geschehen und dem wahren Kern des Volkes stehen bleiben kann!
Der Sieger ist jedoch kein neues, kommendes Geschlecht, nicht die heutige, seelisch so krank und armselig heranwachsende deutsche Jugend, die sich vergiften ließ und bei dem ersten frischen Luftzuge wie Spreu zerflattern muß, da sie frühreif auf falschen Bahnen ging und darin auslebte bis zur Vernichtung jeden eigentlichen Haltes. Der Sieger wird das Alte, Bisherige sein, das sich wie Stahl geläutert plötzlich aus dem unsinnigen Durcheinander hebt als unerschütterlicher Block, auf dem allein der Neuaufbau erfolgen kann!
Seht in Euch selbst, Ihr reifen deutschen Männer, reife Frauen, nicht auf die anwachsende Jugend, die nur von Euch lernen kann und muß. Ihr tragt die Zukunft in Euch, Ihr allein, die Ihr als Grund noch die Vergangenheit erlebtet!
Verständnislos nur standet Ihr dem bisherigen unsinnigen Treiben gegenüber, und griffet deshalb noch nicht ein! Helft endlich der entnervten Jugend mit der alten, deutschen Kraft, die keine schwache Nachgiebigkeit kennt, und in der Strenge gegen sich wie gegen Andere machtvoll emporlodert, gefürchtet von der Falschheit, von der Weichlich-keit und Schwäche!
Maßloses Staunen war es nur über die Möglichkeit des jetzigen Geschehens, das Euer unbesiegbares, gesundes Wollen so vorübergehend lähmte, nicht Einverständnis oder Freude an Verlotterung des Körpers und nicht minder auch der Seele.
Und Ihr, die Ihr Euch selbst samt den nach Euch kommenden Generationen so in Ketten schmieden ließet, habt die Pflicht, sie selbst wieder zu brechen, dafür nicht eine Lösung von Nachfolgern zu erwarten!
Ihr aber, die Ihr auf Erfüllung hoher Prophezeiungen gemächlich wartet, damit rechnet, täuscht Euch nicht! Wo nicht gehandelt wird, kann sich die beste Prophezeiung nicht erfüllen! Das „Warten“ selbst schiebt einen Riegel vor die Möglichkeit.
Und Euer Streiten über Auslegungen und die Zeiten möglicher Erfüllungen ist Deutschlands Zukunft ebenso gefährlich und verderben-bringend wie die deutsche Seuche der ewigen Spaltung in der Innenpolitik, in der man sehen muß, daß es bisher noch keinen rechten deutschen Volksgeist gegeben hat. Er war nur immer in Vereinzelte zu finden! Nur in höchster Gefahr standen die Massen manchmal einheitlich zusammen, aber auch nicht immer. Wo ist da je ein wirklich deutsches Volk gewesen, beseelt von einem freien, stolzen Geiste? Ein jeder Quertreiber konnte sehr leicht heran, sein frevles Spiel fand immer guten Boden.
Sorglos tanzend hört man achselzuckend die verzweiflungsvollen Klagen ganzer deutscher- Völkerteile, welche unter Feindeshasse täglich leiden.
Verheißungen und Prophezeiungen sprechen jedoch von einem auser-wählten Volke! Kann hierfür überhaupt das deutsche Volk in Frage kommen, wie es sich heute präsentiert? Zeigt es sich auserwählt? Die Antwort darauf kann ich mir ersparen.
Berufen sein ist ein gar eigen Ding. Schon Christus sagte warnend: „Viele sind berufen, doch nur Wenige davon sind auserwählt!“ Das heißt, von den Berufenen gelangen nur wenige zur Tatsache der Erfüllung, da sie diese Erfüllung selbst herbeiführen müssen durch eisernes Streben, außergewöhnliche Tätigkeit und Arbeitsfleiß. Und wie es dabei Einzelmen-schen geht, so ist es auch bei Völkern! Berufensein heißt lediglich die Fähigkeit zur Erfüllung in sich tragen, nicht aber, daß diese Erfüllung dem Berufenen in seinen Schoß geworfen wird. Erst wenn der Berufene, also Befähigte, alles einsetzt, seine Fähigkeiten unverkürzt benützt in eisernem, unbeirrbarem Fleiße, in hartem Streben und im zähen Ringen, kommt ihm die Hilfe dann von oben in außergewöhnlicher Art entgegen, die ihm zum Siege, also zur Erfüllung seiner Berufung führt. Auch das darf aber wiederum nicht mißverstanden werden; denn das Entgegenkommen außerirdischer und starker Hilfe ist nicht bildlich aufzufassen. Die Kraft zum Endsiege steht immer bereit Der Berufene muß nur durch sein Bestreben und sein ihm verliehenes Können soweit voranarbeiten, daß er darin auf diese Kraft stößt, die sich dann mit ihm verbindet!
Also ganz anders, als von vielen Berufenen oft gedacht. Berufensein verpflichtet! Ein Berufener bekommt das Siegesschwert zum Streite in die Hand gedrückt durch seine Fähigkeiten. Handhaben und zum Schlage führen muß er es stets selbst. Also verträumt nicht eine Zeit, in der Großes zu tun Ihr schon bestimmt seid, die allein Euch siegen lassen muß, sobald Ihr Euch bewegt. Es kann auch hierfür ein „zu spät“ kommen, wodurch ein nachträglicher Sieg zehnfach, ja hundertfach erschwert wird.
Da nun ein Jeder sieht, daß das deutsche Volk so, wie es jetzt sich zeigt, nicht als das „auserwählte“ gelten kann, Verheißungen jedoch stets auch die Möglichkeit zu der Erfüllung bringen, so ist es klar, daß mit dem deutschen Volk viele Veränderungen vor sich gehen müssen. Freiwillig ändert es sich nicht, das hat es in den letzten Jahren schon gezeigt, da es ja abwärts anstatt aufwärts mit dem deutschen Geiste ging, zu dem ein jeder Deutsche seinen Teil zu steuern hat. Die Folge bleibt demnach, daß es zwangsweise dazu kommt, den Grund und Ackerboden abzugeben, um aus der großen Not endlich den notwendigen deutschen Geist heranwachsen zu lassen. Was Ruhe, Freude nicht erreicht, wird wohl das Leid zuletzt vollbringen. Und wenn das bisherige Leiden dazu noch nicht ausreichte, so muß es schwerer, härter kommen als zuvor, und einmal wird der Punkt erreicht, wo jedes hartnäckige Widerstreben bricht, oder sich fügt. Zwischen dem Brechen und Sichfügen hat der Einzelmensch noch immer freie Wahl, da er den Lohn für beides ernten muß je nach der Art, wie sein Entschluß dann fällt.
Je näher die Erfüllung, desto größer ist also nunmehr das Leiden zu erwarten. Wohl dem, dessen Entschluß zu seinem Glücke ausfällt. -
Das auserwählte Volk kann selbstverständlich bei dem Weltgeschehen nicht beschränkt sein auf nur eine Nation. Es ist deshalb das deutsche Volk im engsten Sinne nicht gemeint, wie überhaupt eine Nation an sich bei Weltgeschehen nicht in Frage kommt, wohl aber eine Rolle darin spielen kann zur Auswirkung vieles Geschehens. Die Art und Größe seiner Rolle bildet sich jede Nation allein.
Was hier bei dem kommenden Weltabschnitt allein maßgebend ist, das ist die Rasse, nicht aber eine Nation. Die weiße Rasse ist die oberste, von allen in der Entwickelung bei der Entscheidung. Daß Asien und andere Erdteile schon vorher weiter waren, als das damalige Europa, hat darin nichts mehr zu bedeuten. In der Zeit, wo nunmehr die Bilanz gezogen werden soll, nicht nur für diese Erdenmenschen, sondern für den ganzen Weltenteil, dem diese Erde zugehört. Der jeweilige Zustand in der Stunde der Entscheidung ganz allein ist maßgebend, nichts anderes. Und dabei steht auf Erden jetzt die weiße Rasse an der Spitze. Aus diesem Grunde kommt als Kampffeld auch Europa irdisch in Betracht. Ich wies schon deutlich in dem Vortrage: „Götter, Olymp, Walhall“ darauf hin, daß jede Wiederinkarnierung in einer dem Zustande der zu inkarnierenden Seele gleichkommenden Umgebung erfolgt. Es kann also ein Weißer bei starkem Rückgang der geistigen Stufe in einem niederen Negerstamm inkarniert werden, ebenso natürlich auch umgekehrt. Unter der weißen Rasse nunmehr ist als Höchstes anzusehen der wirklich deutsche Geist! Der deutsche Geist in seiner ganzen Lauterkeit und Größe. Den Aufschwung dazu hat er mehrfach schon genommen, doch noch nie die eigentliche Höhe erreicht, außer in vereinzelten Personen, die ja immer vorangehen müssen. Die Vereinzelten zeigten die Qualitäten ihrer Rasse. Der deutsche Geist soll Vorbild und auch Führer werden im letzten Aufstieg der irdischen Menschheit. Der Geist nicht wie er jetzt ist, sondern wie er werden soll, wie er nach seinen Fähigkeiten auch werden kann, und in dem kommenden Erleben unbedingt auch werden wird!
Nun ist dabei aber nicht etwa auch ausschließlich die Nation gemeint, die sich deutsch nennt. Jeder Begriff in einem Weltgeschehen geht viel weiter, ist nicht so beengt. Diesen gewollten deutschen Geist kann in Veranlagung auch jeder Zugehörige der anderen Nationen in sich tragen. Er ist sachlich gemeint in seinen Fähigkeiten, durchaus nicht national. Doch tragen Zugehörige des deutschen Volkes hauptsächlich alle notwendigen Grundzüge für diesen Zukunftsgeist in sich, dem unbedingter Sieg und Führung in der Menschheit vorbehalten ist.
Wahrt Euch deshalb, Ihr Deutschen, setzet alle Kraft darein, daß Ihr, durch Euere Veranlagung berufen, auch auserwählt werdet. Das auserwählte Volk wird sich zusammensetzen aus den auserwählten Einzelmenschen, für die Ihr alle Anwartschaften habt. Deshalb wird es sich auch zusammensetzen nicht allein aus Deutschen, sondern auch aus Teilen anderer Nationen, die geistig gewertet dazu gehören. Es hält nicht an der Grenze deutschen Landes an.
Vertändelt nicht die hohe Aufgabe, die Eurer darin harrt! Reißt Euch heraus aus dieser Oberflächlichkeit der jetzigen Gedanken alles derzeitigen Lebens, und werdet das, was Ihr sein könnt und sollt: ein Geist, ein Volk, das führend vorbildlich den Anderen voranzugehen hat. Versäumt Ihr die dafür genau bestimmte Zeit, in der der ganze Kosmos unterstützend wirkt, erwartet Euch statt Aufstieg Sturz von solcher furchtbaren Gewalt, daß Ihr als endgütig verworfen nie mehr zur Auferstehung kommen könnt. Berufensein verpflichtet zu der höchsten Kraftentfaltung! Haltet diese Warnung im Gedächtnis allezeit!
Kreatur Mensch
von Abdruschin
Immer wieder erstehen neue Wellen der Entrüstung und werfen ihre Kreise über Staaten und Länder, hervorgerufen durch meine Erklärung, daß die Menschheit nichts Göttliches in sich trägt. Es zeigt, wie tief der Dünkel in den Menschenseelen Wurzel gefaßt hat, und wie ungern sie sich davon trennen wollen, auch wenn ihr Empfinden schon warnend hier und da emporschlägt und sie erkennen läßt, daß es doch schließlich so sein muß.
Das Sträuben ändert jedoch an der Sache nichts. Die Menschengeister sind sogar noch kleiner, noch geringer als sie wähnen, wenn sie sich innerlich schon zu der Überzeugung durchgerungen haben, daß jedes Göttliche in ihnen fehlt.
Deshalb will ich noch weiter gehen als bisher, die Schöpfung noch ein wenig weiter auseinanderziehen, um zu zeigen, welcher Stufe der Mensch zugehört. Es ist ja nicht gut möglich, daß er mit dem Aufstiege beginnen kann, ohne vorher genau zu wissen, was er ist und was er kann. Ist er einmal damit im Klaren, so weiß er zuletzt auch noch, was er soll!
Das aber ist ein großer Unterschied zu Allem, was er heute will! Und welch ein Unterschied!
Erbarmen kann es Demjenigen nicht mehr, dem vergönnt ist, klar zu schauen. Ich meine damit unter „Schauen“ nicht das Schauen eines Sehers, sondern eines Wissenden. Statt des Erbarmens und des Mitleidens muß heute nur noch Zorn erstehen. Zorn und Verachtung ob des ungeheuerlichen Überhebens gegen Gott, das Hunderttausende in ihrem Dünkel täglich, stündlich neu begehen. In einem Dünkel, der nicht einen Hauch von Wissen birgt. Es lohnt der Mühe nicht, auch nur ein Wort darüber zu verlieren.
Was ich nun künftig sage, gilt den Wenigen, die in der reinen Demut noch zu einer Art Erkenntnis kommen können, ohne vorher so zermürbt werden zu müssen, wie es nach göttlichen Gesetzen bald geschehen wird, um endlich seinem wahren Worte Eingang zu verschaffen, fruchtbaren Boden dafür aufzureißen!
Alles leere und wortreiche Machwerk irdischer Sichwissenddünkender wird mit dem jetzigen ganz unfruchtbaren Boden gleichzeitig in Trümmer gehen!
Es ist auch allerhöchste Zeit, daß dieser leere Wortschwall, der wie Gift für alles, Aufstrebende wirkt, in seiner ganzen Hohlheit in sich selbst zusammenbricht. -
Kaum habe ich die Trennung zwischen Gottessohn und Menschensohn als zwei Persönlichkeiten aufgestellt, so tauchen Abhandlungen auf, welche in theologisch-philosophischen Verwickelungen klären wollen, daß dem nicht so ist. Ohne sachlich auf den Hinweis von mir einzugehen, wird versucht, den alten Irrtum aufrecht zu erhalten um jeden Preis, auch um den Preis logischer Sachlichkeit, in unklarer Weise bisherigen Dogmas. Hartnäckig pocht man auf einzelne Sätze alter Schriften, unter Ausschluß jedes eigenen Gedankens, und damit auch unter der nicht ausgesprochenen Bedingung, daß die Hörer und die Leser ebenfalls nichts denken noch weniger empfinden dürfen; denn sonst wird ja schnell erkannt, daß mit den vielen Worten nichts begründet ist, weil rückwärts und auch vorwärts eine rechte Folgerung unmöglich bleibt. Noch sichtbarer aber fehlt den vielen Worten ein Zusammenhang mit wirklichem Geschehen.
Wer seine Ohren und die Augen dabei endlich aufzumachen fähig wird, muß ohne Weiteres die Nichtigkeit solcher „Belehrungen“ erkennen; es ist ein letztes Ankrampfen, daß man schon nicht mehr Anklammern bezeichnen kann, an einen bisherigen Halt, der sich nun bald in kommendem Geschehen als Nichts erweisen wird.
Die einzige Begründung bilden Sätze, deren rechte Überlieferung nicht zu erweisen ist, sondern welche im Gegenteil durch die Unmöglichkeit logischen Einverleibens in das Weltgeschehen ganz deutlich zeigen, daß ihr Sinn durch Menschenhirn entstellt zur Weitergabe kam. Nicht einer davon läßt sich lückenlos in das Geschehen und Empfinden fügen. Aber nur, wo sich alles schließt zu einem ganzen Ring, ohne Fantasterei und ohne blindgläubigen Worte, dort ist alles Geschehen recht erklärt! -
Doch warum sich bemühen, wenn der Mensch von solch einer Verbissenheit nicht los sein will! Es mag deshalb ruhig geschehen, was unter den Verhältnissen nunmehr geschehen muß. Nur wenig Jahre werden alles das endlich und unbedingt verändern. -
Mit Grauen wende ich mich von den Gläubigen und Allen, die in ihrer falschen Demut vor lauter Besserwissen eine schlichte Wahrheit nicht erkennen, sie sogar belächeln, oder wohlwollend auch noch verbessern wollen. Wie schnell werden gerade sie so klein, ganz klein werden und jeden Halt verlieren, weil sie weder im Glauben noch in ihrem Wissen einen solchen haben. Es wird ihnen der Weg, den sie beharrlich halten wollen, auf dem sie nicht mehr wiederkehren können zu dem Leben. Das Recht der Wahl ist ihnen niemals vorenthalten worden. -
Die, die mir bisher folgten, wissen, daß der Mensch der höchsten Schöpfungsabteilung entstammt: dem Geistigen. Doch viele Unterschiede sind in dem Gebiet des Geistigen noch zu verzeichnen. Der Erdenmensch, der sich vermißt, groß sein zu wollen, der oft auch nicht davor zurückschreckt, seinen Gott herabzuzerren als das Höchste jener Stufe, der er angehört, der sich manchmal sogar erkühnt, ihn zu verleugnen, oder auch zu schmähen, er ist in Wirklichkeit nicht einmal das, was mancher Demutsvolle in dem besten Sinne zu sein vermeint. Der Erdenmensch ist kein Geschaffener, sondern nur ein Entwickelter. Das ist ein Unterschied, wie ihn der Mensch nicht auszudenken vermag. Ein Unterschied, den frei zu überblicken er nie fertig bringen wird.
Schön sind die Worte, und Vielen willkommen, die zahlreiche Lehrer auf den Lippen tragen, um die Zahl der Anhänger zu fördern. Doch diese unwissenden Lehrer sind sogar selbst noch überzeugt von allen Irrtümern, die sie verbreiten, und wissen nicht, wie groß der Schaden ist, den sie damit den Menschen zufügen!
Zu einem Aufstiege kann nur Gewißheit über jene große Frage führen: „Was bin ich!“ Ist diese nicht vorher ganz rücksichtslos gelöst, erkannt, dann wird der Aufstieg bitter schwer; denn freiwillig bequemen sich die Menschen nicht zu einer solchen Demut, die ihr zu dem richtigen Weg verhilft, den sie auch wirklich gehen können! Das hat alles Geschehen bis zur Jetztzeit klar bewiesen. Selbst Demut machte diese Menschen entweder sklavisch, was genau so falsch ist als das Überheben, oder sie griffen auch in dieser Demut weit über das eigentliche Ziel hinaus, und stellten sich auf einen Weg, zu dessen Ende sie nie kommen können, weil die Beschaffenheit des Geistes dazu nicht genügt. Sie stürzen deshalb ab in eine Tiefe, welche sie zerschmettern läßt, weil sie vorher zu hoch sein wollten. -
Nur die Geschaffenen sind Ebenbilder Gottes. Es sind die Urgeschaf-fenen, Reingeistigen, in jener eigentlichen Schöpfung, aus der sich alles andere entwickeln konnte. In deren Händen liegt die Hauptführung von allem Geistigen. Sie sind die Ideale, ewige Vorbilder für alles Menschen-tum. Der Erdenmensch dagegen hat sich erst aus dieser fertigen Schöpfung heraus nachbildend entwickeln können. Vom unbewußten Geistkeimchen zu einer sichbewußten Persönlichkeit.
Vollendet durch die Einhaltung des rechten Weges in der Schöpfung wird er erst zum Abbilde der Ebenbilder Gottes! Er selbst ist nie das eigentliche Ebenbild! Dazwischen liegt noch eine große Kluft bis herab zu ihm!
Aber auch von den wirklichen Ebenbildern aus ist nun der nächste Schritt noch lange nicht zu Gott. Deshalb sollte ein Erdenmensch endlich einmal erkennen, was alles zwischen ihm und der Erhabenheit der Gottheit liegt, die er sich anzumaßen so bemüht. Der Erdenmensch dünkt sich in einstiger Vollendung einmal göttlich, oder doch als Teil davon, während er in seiner größten Höhe doch nur das Abbild eines Ebenbildes Gottes wird! Er darf bis in den Vorhof, in die Vorhallen der eigentlichen Gralsburg, als die höchste Auszeichnung, die einem Menschengeiste werden kann. -
Werft endlich diesen Dünkel ab, der Euch nur hemmen kann, da Ihr damit den lichten Weg verfehlt. Jenseitige, welche in Spiritistenkreisen gutmeinende Belehrungen erteilen wollen, wissen nicht Bescheid darin; denn ihnen fehlt noch selbst die dazu nötige Erkenntnis. Sie könnten jubeln, wenn sie davon hören dürften. Auch unter denen wird das große Wehklagen nicht ausbleiben, wenn die Erkenntnis kommt von der in Spielerei und Eigensinn versäumten Zeit.
Wie in dem geistigen Gebiete, so ist es auch im Wesenhaften. Hier sind die Führer aller Elemente wesenhaft Urgeschaffene. Alle bewußtwerdende Wesenhafte, wie Nixen, Elfen, Gnomen, Salamander usw. sind nicht Geschaffene, sondern aus der Schöpfung nur Entwickelte. Sie haben sich also aus dem wesenhaften Teile heraus vom unbewußten wesenhaften Samenkorn zum bewußten Wesenhaften entwickelt, wodurch sie im Bewußtwerden auch menschliche Formen annehmen. Das geht stets gleichmäßig vor sich mit dem Bewußtwerden. Es ist dieselbe Abstufung hier in dem Wesenhaften, wie höher in dem Geistigen. Die Urgeschaffenen der Elemente sind in dem Wesenhaften, wie auch die Urgeschaffenen in dem Geistigen, je nach Art ihrer Betätigung in männlicher und in weiblicher Form. Daher in der alten Zeit der Begriff der Götter und Göttinnen. Es ist das, worauf ich schon in meinem Vortrage: „Götter, Olymp, Walhall“, hinwies. -
Ein großer, einheitlicher Zug geht durch die Schöpfung und die Welt!
Der Hörer und der Leser meiner Vorträge arbeite stets in sich, lege Sonden und Brücken von dem einen Vortrage zum anderen, sowie hinaus in das große und kleine Weltgeschehen! Erst dann kann er die Grals-botschaft verstehen, und wird finden, daß sie sich mit der Zeit zu einem vollkommenen Ganzen schließt, ohne Lücken zu lassen. Immer wieder kommt der Leser im Geschehen auf die Grundzüge zurück. Alles kann er klären, alles folgern, ohne auch nur einen Satz ändern zu müssen. Wer Lücken sieht, dem fehlt volles Verständnis. Wer die große Tiefe nicht erkennt, das Allumfassende, ist oberflächlich und hat nie versucht, leben-dig einzudringen in den Geist der hier gebrachten Wahrheit.
Er mag sich jenen Massen beigesellen, die in Selbstgefälligkeit und in der Einbildung, das größte Wissen schon zu haben, die breite Straße ziehen. Einbildung des Wissens hält derart Verlorene davon zurück, in anderem Gesagten die Lebendigkeit zu sehen, welche ihrem Scheinwissen noch fehlt. Wohin sie schauen, was sie hören, überall stellt sich davor das eigene Befriedigtsein in dem, was sie fest in der Hand zu halten wähnen. Erst wenn sie dann zu jener Grenze kommen, die unerbittlich alles Unwahre und allen Schein verwirft, erkennen sie beim Öffnen ihrer Hand, daß diese nichts enthält, was ihnen eine Fortsetzung des Weges und damit zuletzt den Eintritt in das Reich des Geistes möglich macht. Dann aber ist es schon zu spät, den Weg zurückzugehen, das Verworfene und nicht Beachtete noch aufzunehmen. Die Zeit reicht dazu nicht mehr aus. Das Tor zum Eingang ist verschlossen. Die letzte Möglichkeit versäumt. -
Bevor der Mensch nicht so wird, wie er soll, sondern noch daran hängen bleibt, wie er es wünscht, kann er von wahrem Menschentum nicht reden. Er muß immer bedenken, daß er aus der Schöpfung erst hervorging, nicht aber direkt aus des Schöpfers Hand.
„Wortklauberei, es ist im Grunde eins, nur anders ausgedrückt“, sagen Sachüberhebende, und faule, taube Früchte dieses Menschentums, weil sie stets unfähig sein werden, den großen Spalt nachzuempfinden, welcher darin liegt. Die Einfachheit der Worte läßt sie sich wieder täuschen.
Nur wer lebendig in sich ist, wird nicht sorglos darüber hingehen, sondern die unermeßlichen Entfernungen und scharfen Abgrenzungen nachempfinden.
Wollte ich nun alle Spaltungen der Schöpfung jetzt schon zeigen, so würde Mancher heute „in sich“ große Mensch bei der Erkenntnis, daß die Worte Wahrheit bergen, bald verzweifelt nur am Boden liegen. Erdrückt von dem Erfassen seiner Nichtigkeit und Kleinheit. Der so oft gebrauchte Ausdruck „Erdenwurm“ steht nicht zu Unrecht für die heute noch in Klugheit prahlenden „Geistigerhabenen“, die bald, sehr bald die Niedrig-sten sein werden müssen in der ganzen Schöpfung, wenn sie nicht gar zu den Verworfenen gehören. -
Es ist nun an der Zeit, die Welt als solche richtig zu erkennen. Nicht mit Unrecht trennt man Weltliches vom Geistigen, auch im irdischen Leben. Die Bezeichnungen sind wohl erstanden aus dem richtigen Ahnungsvermögen mancher Menschen; denn sie geben auch den Unter-schied in der ganzen Schöpfung als Spiegelbild wieder. Auch die Schöpfung können wir einteilen in das Paradies, und in die Welt, also in das Geistige und in das Weltliche. Auch hierbei ist in dem Weltlichen Geistiges nicht ausgeschlossen, wohl aber. in dem Geistigen das Weltliche.
Die Welt müssen wir die Stofflichkeit nennen, die auch vom Geistigen durchpulst ist. Das Geistige ist das geistige Reich der Schöpfung, das Paradies, in dem alles Stoffliche ausgeschlossen ist. Wir haben also Para-dies und Welt, Geistiges und Stoffliches, Urschöpfung und Entwickelung, auch selbsttätige Nachformung zu nennen.
Die eigentliche Schöpfung ist lediglich das Paradies, das heutige geistige Reich. Alles andere ist nur Entwickeltes, also nicht mehr Erschaffenes. Und das Entwickelte muß mit dem Ausdruck Welt bezeichnet werden. Die Welt ist vergänglich, sie entwickelt sich aus den Ausströmungen der Schöpfung, diese bildhaft nachahmend, getrieben und gehalten durch geistige Ausströmungen. Sie reift heran, um dann in Überreife wieder zu zerfallen. Das Geistige jedoch altert nicht mit, sondern bleibt ewig jung, oder anders ausgedrückt: ewig sich gleich.
Nur in der Welt ist Schuld und Sühne möglich! Das bringt die Mangelhaftigkeit der Nachentwickelung mit sich. Schuld irgend einer Art ist in dem Reich des Geistes ganz unmöglich.
Wer meine Vorträge ernsthaft gelesen hat, dem ist dies völlig klar. Er weiß, daß nichts von allem Geistigen, welches die Welt durchströmt, zurück in das Reingeistige vermag, solange noch ein Stäubchen einer Andersart von der Wanderung an dem Geistigen haftet. Das kleinste Stäubchen macht das Überschreiten einer Grenze in das Geistige unmöglich. Es hält zurück, auch wenn der Geist bis an die Schwelle vorgedrungen ist. Mit diesem letzten Stäubchen kann er nicht hinein, weil dieses Stäubchen durch die andere niedere Beschaffenheit das Eintreten nicht zuläßt, solange es noch festhaftet am Geistigen. Erst in dem Augenblicke, wo sich solches Stäubchen löst, zurücksinkt, wird der Geist ganz frei, erhält damit dieselbe Leichtigkeit, die in der untersten Schicht des Geistigen vorhanden ist, und somit für diese unterste Schicht des Geistigen zum Gesetz besteht, und kann nicht nur, sondern muß dann hinein über die Schwelle, an der er vorerst noch zurückgehalten wurde durch das letzte Stäubchen.
Der Vorgang kann von vielen Seiten aus betrachtet und geschildert werden, gleichviel, mit welchen Worten man es bildhaft wiedergibt, es bleibt an sich genau dasselbe. Ich kann es ausschmücken mit den fan-tastischsten Erzählungen, kann zur Verständlichmachung viele Gleich-nisse benützen, die Tatsache an sich jedoch ist schlicht, ganz einfach, und hervorgerufen durch die Auswirkung der drei Gesetze die ich oft erwähnte.
Man kann schließlich mit Recht auch sagen, in dem Paradiese, also dem Reingeistigen, vermag nie eine Sünde aufzukommen, es wird von keiner Schuld berührt, weil es von dem heiligen Geiste selbst erschaffen ist. Demnach ist das Erschaffene allein vollwertig, während später dann in dem, was sich daraus weiter entwickelt hat als Nachbild der göttlichen Schöpfung, welches dem Menschengeist zu seiner Ausbildung und zur Erstarkung als Tummelplatz ganz überlassen bleibt, durch falsches Wollen dieser trägen Menschengeister eine Schuld erstehen kann, die sühnend wieder ausgeglichen werden muß, bevor das Geistige zurückzukehren fähig ist. Wenn aus der Schöpfung, also aus dem Paradiese, einem selbstge-wählten Drange folgend Geistsamenkörner ausgehen, um eine Wanderung durch jene Welt zu machen, so kann man selbstverständlich bildhaft sagen, Kinder gehen aus der Heimat, um zu lernen, und dann vorgereift zurückzukehren. Der Ausdruck hat seine Berechtigung, wenn man es bildhaft nimmt. Es muß jedoch alles stets bildhaft bleiben, darf nicht umgeformt werden in das Persönliche, wie man es überall versucht. Da sich der Menschengeist erst in der Welt die Schuld aufbürdet, weil so etwas im Geistigen nicht möglich ist, so kann er selbstverständlich auch nicht eher wieder heim in das geistige Reich, bevor er sich von dieser Schuld, die ihn belastet, löst. Ich könnte dafür tausenderlei Bilder nehmen, alle würden in sich nur den einen Grundsinn haben können, den ich schon oft in Auswirkung der einfachen drei Grundgesetze gab.
Es klingt so Manchem fremd, wenn ich den Vorgang sachlich schil-dere, weil das Bildhafte seinem Dünkel und der Eigenliebe schmeichelt. Er will lieber in seiner Traumwelt sein; denn darin hört es sich viel schöner an, er kommt sich darin selbst viel mehr vor, als er wirklich ist. Dabei macht er dann den Fehler, daß er das Sachliche darin nicht schauen will, er steigert sich in das Fantastische hinein, verliert damit den Weg und seinen Halt, und ist entsetzt, vielleicht sogar empört, wenn ich ihm nun in aller Einfachheit und nüchtern zeige, wie die Schöpfung ist, und was er darin eigentlich für eine Rolle spielt. Es ist für ihn ein Übergang wie der des kleinen Kindes, welches unter den zärtlichen Händen einer Mutter oder Großmutter leuchtenden Auges und mit vor Begeisterung erhitzten Wangen beglückt Märchen anhören konnte, um dann endlich die Welt und Menschen in der Wirklichkeit zu sehen. Ganz anders, als es in den schönen Märchen klingt, und doch bei schärferer, rückwärtiger Betrachtung dieser Märchen im Grunde ebenso. Der Augenblick ist bitter, aber nötig, sonst würde ja ein Kind nicht weiter vorwärts kommen können, und unter großem Leid als „weltfremd“ untergehen.
Nicht anders hier. Wer weiter aufwärts will, der muß die Schöpfung endlich kennen in ihrer ganzen Wirklichkeit. Es muß fest auf den Füßen schreiten, darf nicht mehr schweben in Empfindungen, welche wohl für ein unverantwortliches Kind, nicht aber für den reifen Menschen taugen, dessen Kraft des Wollens fördernd oder störend in die Schöpfung dringt, und ihn dadurch entweder hebt oder vernichtet.
Mädchen, die Romane lesen, welche unwahr dargestellt wirkliches Leben nur verschleiern, werden in der damit erweckten Schwärmerei sehr schnell im Leben bittere Enttäuschungen erfahren, sehr oft sogar gebro-chen sein für ihre ganze Erdenzeit, als leichte Beute skrupelloser Falschheit, der sie sich vertrauend näherten. Nichts anderes ist es beim Werdegange eines Menschengeistes in der Schöpfung.
Deshalb hinweg mit allem Bildhaften, weiches der Mensch nie verste-hen lernte, weil er viel zu bequem für den Ernst rechter Deutung war. Nun wird es Zeit, daß Schleier fallen, und er klar sieht, woher er kam, was seine Aufgabe für Pflichten auferlegt, und auch wohin er wieder gehen muß. Er braucht dazu den Weg! Und diesen Weg sieht er in meiner Gralsbotschaft klar vorgezeichnet, vorausgesetzt, daß er ihn sehen will. Das Wort der Gralsbotschaft ist lebendig, sodaß es nur solche Menschen überreichlich finden läßt, die wirklich ehrliches Verlangen in der Seele tragen! Alles andere stößt es selbsttätig ab.
Die Botschaft bleibt den Eingebildeten und den nur oberflächlich Suchenden das Buch mit sieben Siegeln!
Nur wer sich willig öffnet, wird empfangen. Geht er von vornherein geraden, unverfälschten Sinnes an das Lesen, so erblüht ihm Alles, was er sucht, in herrlicher Erfüllung! Doch die, die nicht ganz reinen Herzens sind, werden von diesem Worte abgestoßen, oder es verschließt sich vor den falschen Blicken. Sie finden nichts! So wird das Urteil einem Jeden, ganz wie er sich diesem Worte gegenüberstellt. -
Die Zeit des Träumens, ist vorüber. Das Wort bringt das Gericht. Es trennt die Menschengeister selbsttätig in der Verschiedenartigkeit von deren Auffassung. Dieses Geschehen ist nun wiederum so einfach und natürlich, daß es der größten Zahl der Menschen allzueinfach sein wird, so-daß sie darin wieder nicht das große und gewaltige Gericht erkennen, welches damit einsetzt.
Das Gericht liegt in den Tagen dieser ersten Trennung aller Men-schengeister, die die jeweilige Aufnahme des neuen Gotteswortes über jeden Einzelnen verhängt! Es liegt nicht erst in den späteren Folgen, welche sich der Trennung anschließen, indem ein Jeder dann den Weg vollenden muß, zu dem er sich entschloß, worauf er seinen Lohn oder die Strafe finden wird.
Um alle Menschen aber vorher nochmals aufzurütteln, Gelegenheit zu ernstem Nachdenken zu geben, in dem so Mancher vielleicht doch noch zu dem Rettungsseile greift, das ganz allein aus diesen Niederungen führt, kommen Geschehen in so schwerer Art, wie sie sich die verstockte Menschheit wohl nicht als so nahe träumen läßt. Wie leicht hätte sich Vieles davon noch ersparen lassen! Doch jetzt ist es zu spät. Mag Vielen das zermürbende Geschehen noch zum Heile werden, sobald sie dabei dann die Nichtigkeit falscher Propheten und auch Führer endlich einsehen, auf welche sie sich jetzt so stark verlassen; denn die bevorstehende Zeit wird nur die Wahrheit sieghaft überdauern, und den von Gott bestimmten Führer bald erkennen lassen, welchem allein die Kraft gegeben ist, in der verzweiflungsvollen geistigen und auch irdischen Not zu helfen! –
Kultur und Technik
Aufbau und zersetzende Kräfte
von
Dr. K. Illig, Berlin
Es ist schon viel über dieses Thema geschrieben worden. Es dürfte keine Tageszeitung geben, in der nicht schon dieser oder jener Jour-nalist, ob hierfür berufen oder nicht, dieses ihm dankbar erscheinende Thema in mehr oder weniger überzeugender Weise behandelt hat. Die Beziehungen zwischen Kultur und Technik liegen den meisten Menschen, die mit offenen Augen Werden und Entwicklung geistiger und mate-rieller Errungenschaften betrachten, so nahe, daß sich ihnen Betrach-tungen über diese beiden, für die gesamte innere und äußere Ent-wicklung der Menschheit ausschlaggebenden Gebiete direkt aufdrängen.
Es ist verwunderlich, daß noch niemand bisher die letzte Ursache der kulturellen Entwicklung und das letzte Ende der Technik, die materielle Entwicklung der Jetztzeit, von der Warte aus betrachtet hat, die allein befähigt, einen unbefangenen Blick in das Geschehen auf dieser Erde zu werfen. Nur dann, wenn. der Ursprung nicht im Menschen-werk selbst, sondern in dem großen gewaltigen Geschehen des All gesucht wird, wenn die uns auf so vielen anderen Gebieten und deren Erschei-nungen bekannten Gesetze auch angewendet werden auf die Betrach-tungsweise dieser beiden Phänomene.
Es soll daher nachstehend der bescheidene Versuch gemacht wer-den, die modernste Erkenntnis, welche die Forschung und das Wissen über das absolut gesetzmäßige Geschehen gefördert haben, heranzu-ziehen, um Kultur und Technik als Effekte gewaltiger, über uns stehender Kräfte zu betrachten. Das Menschenwerk, d. h. das Wie, kommt erst sekundär; primär muß die Strömung oder noch besser die Kraftströmung stehen. Aufgabe des Menschen kann es nur sein, mit seinem Verstand, der ihm für diese Erde gegeben ist, die in ihm strömenden Kräfte so zu lenken, daß Menschenwerk auf grobstofflicher Erde daraus werden kann.
Die modernste Erkenntnis, von der ich sprach, ist die Lehre Abdruschin’s. Es genügt der Hinweis auf alles das, was in dieser Lehre über die Entwicklung von der höchsten Stufe des Geschehens bis herab zur Grobstofflichkeit gesagt ist, sowie der Hinweis auf die 3 grundlegenden Gesetze, welche die gesamte Lehre Abdruschin’s wie einen roten Faden durchziehen, das Gesetz der Wechselwirkung, dasjenige der Gleichart und das Gesetz der Schwerkraft. Wer ohne diese Voraussetzung, d. h. ohne diese Lehre gelesen und mit natürlich logischem Empfinden in sich aufge-nommen zu haben, Betrachtungen, wie die nachstehenden, liest, ist von vornherein unberechtigt, irgendwelche Kritik zu üben.
Was ist Kultur? Kurz gesagt, der äußere Ausdruck, die Bestätigung der jeweilig geistigen, aus reinstem Empfinden empfangenen Entwicklung der Menschen oder einzelner Gruppen von Menschen. Genau wie Religion oder Glaube nur Ausdruck des Empfindens sein sollte, genau so darf echte Kultur nur Produkt oder Übertragung reiner Empfindungen in grobstoff-liche Tatsache sein. Wir sprechen nicht umsonst von einem Kult, der untrennbar mit den religiösen Empfindungen, Sitten und Gebräuchen eines Volkes oder vieler gleichartig eingestellter Völker verbunden ist. Es ist gleichgültig, was bisher die größten unserer Philosophen ausgesagt haben über den Begriff Kultur. Der Mensch ist Individuum, er trägt sein persönliches Ich in dem grobstofflichen Körper und sein persönliches Ich allein hat Anrecht auf Individualität. Es kommt nur darauf an, wie weit sein Empfinden hinaufreicht in Feinstoffliches und Geistiges, und wie weit er befähigt ist, echtes und falsches Empfinden zu unterscheiden und mit seinem Verstande in Worte und Handlungen zu übertragen.
Ich selbst empfinde Kultur so, wie ich es eben gesagt habe, als Produkt reinster Empfindung und reinsten Wollens mit dem Ziele, auch die Mitmenschen auf dieses Reinste hinzulenken, sie aufzufordern, wenn sie es ebenfalls als wahr und echt empfunden haben, es in ideeller Gemeinschaft zu pflegen und vorwärts zu tragen, ihm Ausdruck zu verleihen in allen Taten, in allen Äußerungen, überhaupt in allem, was Menschenwerk auf dieser Erde sein soll. Wir wissen, welche herrlichen Früchte auf solchem Boden gedeihen können. Ein Blick in das Altertum macht uns heute noch staunen vor der hohen Kultur, vor der wunderbaren Ausdrucksform rein und echt empfundener Kunst, d. h. es sollte uns staunen machen, denn leider hat das Gros der Menschheit verlernt, echt Wahres und Reines zu bewundern, ihm nachzueifern; warum, werden wir später sehen.
Verfolgen wir die Geschichte, so sehen wir, daß Kultur zurückreicht bis auf grauestes Altertum. Wohl und gut überliefert ist uns die Kultur der Phönizier und Ägypter, mehr Kult wie Kultur der alten Germanen. Gehen wir noch weiter zurück, so kommen wir zu den primitivsten Anfängen beim Höhlenmenschen der Steinzeit. Das Zentrum der gesamten Kultur lag in Europa und in dem nördlichen Afrika und Klein Asien, auf einem schmalen Segment der Erde. Die Zeit schritt darüber hinweg. Die Kultur in diesen Ländern verschwand. Warum weiß heute niemand, nur die Tatsache besteht. Dann wurde sie wiedergefunden in Mittelamerika, bei den Azteken und deren benachbarten Völkern in einer ungeahnten Vollkommenheit. Auch diese Epoche mußte weichen, und nunmehr findet sich: Kultur im fernsten Asien wieder mit dem Hauptsitz in China und Tibet.
Es brachte mich zum ersten Male zu einigem Nachdenken, als ich in einem Schulbuche las, daß die Chinesen 2000 Jahre vor uns Papier besaßen, daß sie in der gleichen Zeit bereits das Pulver kannten. Was sie damals erkannt, was. sie erfunden hatten, haben sie treu gehütet, bis vor wenigen Jahren. Das äußere Zeichen, die chinesische Mauer, ist auch geistig um China errichtet gewesen und heute noch bestehend um Tibet; jenes geheimnisvolle Land, die Sehnsucht unserer Forscher. Ein Volk von Menschen, die nur der Kultur und Kunst leben und lediglich daneben noch den übrigen Lebensbedürfnissen dienen. Welch herrlicher Gedanke liegt tiefverwurzelt in dem Ahnenkult des Chinesen. Er ist unbegreiflich für den Europäer, weil in seinen Augen unpraktisch und unzweckmäßig, denn der Ahnenkult verlangt, daß jeder Chinese zu mindest einen Sohn besitze, damit ein Nachkomme da sei, der für seine Seele nach seinem Ableben bitten kann, damit sie den Weg zu höchster Höhe finden kann. Gewiß die konsequente Durchführung dieses Kults hat eine ungeheure Übervöl-kerung des chinesischen Reiches zur Folge gehabt. Aber seine Übervölke-rung bestand auch schon vor 2000 Jahren, ohne China schädlich zu sein. Große Naturgesetze sorgten dafür, daß auch hier der Haushalt ausbalan-ciert wurde, gleichsam eine Siebungs- und Reinigungsaktion von Zeit zu Zeit.
Dann wanderte die Kultur wieder zurück nach Europa. Das Zeitalter unserer großen Meister auf dem Gebiete der Malerei, Poesie und Musik brach an und hörte auf in der Jetztzeit. Betrachten wir diesen Weg, den die Kultur genommen hat, so sehen wir, daß derselbe vom Osten nach dem Westen um die Erde herum geführt hat, bis die Kultur in ihrer Weiter-entwicklung dort stecken blieb, wo sie ursprünglich ihren Ausgangspunkt genommen hat. Sie lief den gleichen Weg, den täglich das Licht nimmt, die herrlichen und starken Strahlen, welche sichtbar von der Sonne und überhaupt aus dem All, bedingt durch die Umdrehung der Erde, uns entgegenstrahlen und strömen. Es muß doch ein Zusammenhang bestehen, zweifelsohne, zwischen diesen geistigen Kräften und Strömungen und jenen feinstofflichen Strahlen, welche wir auf der Erde aus einer höheren Sphäre empfangen. Das Gleichartige ist die Richtung und kann auch nur eine Richtung sein, denn wenn Geistiges und Stoffliches bezw. Feinstoffliches aus zwei Richtungen zu uns strömen würde, gäbe es keine Einheitlichkeit in der Natur und in dem absoluten Geschehen. Doch dies ist unmöglich, denn 2 Quellen allen Ursprunges sind undenkbar, weil sie einander zerstört haben müßten.
Anders die Technik. Kultur und Technik gingen ursprünglich Hand in Hand, solange Technik individuelles Menschenwerk blieb. Ein bedeutender Völkerforscher betitelt eins seiner Bücher „Kultur der Kulturlosen“. Er verwob in seinem Werk eng miteinander die primitive Technik mit der gleichzeitigen und voraufgehenden Entwicklung kultureller Empfindungen und Äußerungen. Betrachten wir heute die Gesamtentwicklung techni-schen Denkens und Handelns, so steht auf dem Höhepunkt aller Leistungen immer noch die Technik des Künstlers und Handwerkers. Wir lieben nicht umsonst so sehr alle jene Werke, in die Persönlichkeit hineingelegt wurde, seien es Möbel, Bilder, Bücher. Unausdrückbar, aber dennoch vorhanden, lebt in dem persönlich hergestellten Werk ein Stück dieser Persönlichkeit. Es ist gleichsam etwas Feinstoffliches dieser Persönlichkeit in ihrem Werk haften geblieben, was uns warm entgegen-strahlt.
Wir haben das schöne Sprichwort: „Handwerk hat goldenen Boden“. Handwerk allein war es auch nur, welches ursprünglich auch die für eine größere Masse erforderlichen technischen Produkte erzeugte. Selbst das einfachste Ding, welches irgendwelchen praktischen Zwecken dient, war von Hand, von Persönlichkeit hergestellt. Solange dies der Fall war, lief Technik in derselben Richtung, denselben Weg, den Kultur ging.
Neben allem diesen lebte der Kaufmann. Aus ursprünglicher Bewer-tung von Gegenständen im Tauschhandel wurde der Scheinwert des Geldes geschaffen. Wie recht hatten die Griechen, als sie Merkur zum Gott der Kaufleute und Diebe machten. Recht in dieser Erkenntnis, daß es Menschen gab, die nicht wahren Wert gegen anderen echten Wert vertauschen wollten, sondern Scheinwerte schufen, die dem Menschen vortäuschen sollten, er habe etwas für seine Arbeit, für seine Leistung erhalten, das gleichwertig ist. Der Unterschied liegt auf der Hand; das Geld läßt die Persönlichkeit vermissen. Es haftet ihm also nicht jenes Fluidum an, welches in das Persönlichkeitswerk eines Menschen einströmt und diesem weit über sein eigenes Leben hinaus erhalten bleibt. Schein und Betrug faßten Fuß und mit- ihnen der Gold„schein“. Denken wir an das Gesetz der Wechselwirkung von Abdruschin, so wird uns vieles klar. Ursprünglich legte der Mensch positives Wollen in die Weitergabe der ihm zugeströmten überirdischen Kraft. Der Erfolg mußte positiv sein. Es wurden Kulturgüter geschaffen, bis jener erste Mensch kam, den wir nicht kennen, aber der da war und jenen Scheinwert des Geldes brachte. Sein Wollen war negativ gerichtet und mußte sich daher in dieser Richtung negativ auswirken, bis es auf die Urheber dieses Wollens dieser Art Menschen, die Materialisten in vielfältiger Art in unfehlbarer Wechselwirkung zurückströmt. Der Materialismus wurde geschaffen und trat seinen Siegeszug über die Erde an, seine Hochburg errichtend in Amerika, jenem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten. Der Materialismus wurde der Feind des Individualismus und damit fiel das Handwerk. Die Rationalisierung, das Taylorsystem, die Fließarbeit griffen Platz, d. h. die Herabwürdigung des Menschen zum Maschinismus. Die Ausschaltung der Persönlichkeit im Handeln. Der Mensch wurde Maschine oder ein Stück großer Maschinen gleich denen, die er schaffen sollte. Welch gedankenlose Grausamkeit diese materielle Entwicklung bringen konnte, zeigt ein Blick in die riesigen Schlachthäuser Chicagos, wo jede Minute mit einem Griff das Leben eines Tieres enden muß, wo nicht gefragt wird nach Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit, wo nur Massenmord regiert.
Seine Krönung fand der Materialismus im Konzerngedanken. Gleichma-chen und Zusammenfassen aller Handwerker, aller Betriebe, die an gleichen Dingen schaffen, zu einer einzigen großen Maschine, eine Maschine ohne Persönlichkeit, ohne Individualismus, nur juristischer Körper.
Wir klagen oft darüber, daß diese oder jene Tierart ausstirbt oder dem Aussterben nahe ist. Wir fordern Naturschutzparks, Schongesetze und so fort. Aber noch niemand hat einen Naturschutz für das Individuum Mensch gefordert. Das Individuum steht auf dem Aussterbeetat. Der Geist im Menschen, gerade das, was ihn im Geschehen auf dieser Erde und überall besonders hervorheben und auszeichnen soll, was ihn über Tiere und Pflanzen, über alles Wesenhafte stellen soll, dieses Ich wird künstlich gemordet, Minute um Minute, gleich jenen armen Schlachtopfern in den Schlachthäusern Chicagos. „Geschäft“ ist das Losungswort der Zeit. Zum Geschäft soll das Leben werden. Zum Opfer der Mensch. Nicht Gefühl und Empfinden, nicht Sehnsucht nach dem Wahren, Schönen, Guten soll regieren, sondern Geld und Kapitalismus. Das ist Amerika. Wie lange noch, und dieser Siegeszug wird auch Europa ganz erfaßt, ganz in seinen Bann gezogen haben, wenn nicht in letzter Minute Ungeheures geschieht, ungeahnt von den meisten Menschen und doch kommen müssend in logischer Konsequenz, soll das Geschehen richtig sein.
Schon sind die Anfänge zu erkennen, der Weltkrieg war der Auftakt. Nicht um Ideale, nicht um Kultur wurde gekämpft. Geschürt war dieses Ringen aus geschäftspolitischen Momenten heraus, aus Habgier, Neid, aus Materialismus. Europa hat den Krieg verloren, Amerika gesiegt. All das Geld, dieser Scheinwert, der die Völker noch einigermaßen im Gleichge-wicht ließ, floß nach den Vereinigten Staaten. Schon vor dem Kriege war Europa reich an Kartellen und Trusts, doch mikroskopisch klein gegen die gewaltigen Konzerne in Amerika. Aber jetzt, gespeist mit dem amerikani-schen Gold, wuchsen sie auch in Europa immer bedrohlicher, immer größer werdend an und wie lange noch, dann werden auch wir ganz in jenes Tempo, in jenes maschinelle Unpersönliche aufgelöst sein, wenn nicht ....
Noch ist die Sehnsucht groß in Europa nach Kultur. Der Blick nach Asien zeigt dies jedem, der es sehen will. Jeder sucht noch schnell zu retten, was er an Kultur aus diesen weiten Gebieten Asiens erfassen kann. Denn diese moderne Technik, dieses Unpersönliche, Materialistische arbeitet, es wandert in umgekehrter Richtung wie die Kultur vom Westen nach dem Osten, jenen ursprünglichen Kräften, welche aus dem All zu uns herniederströmen, entgegen.
Wie lange noch?
Wer wird stärker sein?
Es darf nicht schwer fallen, diese Fragen zu beantworten, dem, der felsenfest überzeugt ist von der göttlichen Allmacht und ihren Werken. Welch ungeheure Dreistigkeit und Anmaßung muß dazu gehören, um wider die Natur zu handeln in der Erwartung eines dauernden Erfolges und Fortschrittes. Was ist denn überhaupt Fortschritt? Ist heutige technische Entwicklung Fortschritt zu nennen? Ich möchte dies stark bezweifeln und mit mir, sicher viele. Denken wir an das Telefon. Wie glücklich waren die Menschen, als es Philipp Reiß gelungen war, die erste Telefonverbindung von Nürnberg nach Fürth herzustellen. Ein fabelhafter Erfolg; bewundernswert unbedingt. War es doch einem Menschen gelun-gen, natürliche Gesetzmäßigkeit so richtig zu erkennen, daß er künstlich alle die Voraussetzungen schaffen lernte; die ihm solche Übertragung feinstofflicher Materie möglich machte. Das war Fortschritt. Fortschritt im reinsten Kulturgedanken.
Aber ist es Fortschritt zu nennen, wenn heute im Büro eines verantwortlichen Menschen in jeder Minute an mehreren Apparaten geklingelt wird?
Ist es Fortschritt zu nennen, wenn die wenigen Stunden, die dem Menschen für sein Ich verbleiben, noch dadurch gestört werden können, daß sein Beruf ihn jederzeit aus seiner ihm allein gehörigen Zeit herausreißen kann?
Wird es Fortschritt sein, wenn alle diese Erfolge noch potenziert werden?
Armer Mensch, was bleibt von dir noch übrig, als ein nervöser Körper. Wann wirst du noch jemals Zeit haben, deinen Geist zu pflegen, der Kultur zu leben?
Doch wer wird stärker sein? Das Geistige oder das Materielle?
Wir wissen es, daß nur Geistiges allein, jenes reine Positive, welches von Gott in die Gesetzmäßigkeit gelegt wurde, den endgültigen Sieg davontragen kann. Wir müssen auch mit klaren Augen erkennen, daß wir ganz dicht vor jenem Punkte stehen, an dem die beiden Kräfte mit unermeßlicher Wucht aneinanderprallen müssen. Und dieser Punkt muß zwangsläufig nach der geschilderten Entwicklung in Europa liegen. Er muß liegen in Mitteleuropa, dort, wo starker Kulturgedanke und starkes materialistisches Herabziehenwollen am heftigsten miteinander ringen.
Es ist ein trauriges Zeichen, daß es die heutige Erziehung dem Menschen beinahe verbietet, von Idealen zu sprechen. Hämisches Lachen seiner Mitmenschen kann ihn zu tiefster Scham bringen, so daß er gezwungen wird, das was noch an Idealen in ihm ist, tief innen zu verschließen, damit es von seinen Mitmenschen nicht in den Staub getreten wird.
Was ist der Erfolg dieses materialistischen Regimes auf dieser Welt? Ich brauche es nicht zu schildern, wir können es täglich sehen und lesen. Richten wir doch nur einen Blick auf das Leben einer Großstadt, auf die Art, wie unsere heranwachsende Jugend heute dem Leben gegenübersteht. Diese armen jungen Menschen, die meisten von ihnen tragen schon den Keim der Zersetzung in sich, wenn sie das Elternhaus verlassen. Wieviele von ihnen werden dann noch die Kraft in sich haben, ein vielleicht noch zart in ihnen strömendes reines Empfinden so zu nähren und zu kräftigen, daß sie dennoch ein positives Ich hinausretten in ihr weiteres Leben! Es fällt nicht schwer, alles dies, was wir mit den wenigen Worten „Sitte und Moral“ kennzeichnen, in unmittelbaren Zusammenhang zu bringen mit dem heutigen, rein materiell gearteten Entwicklungsgang der Technik.
Es ist zu spät, um freiwillig Änderungen zu schaffen. Man stelle sich vor, daß heute die maßgebendsten Führer dieser materialistisch-technischen Entwicklung dennoch zu der Erkenntnis kommen, daß der von ihnen beschriebene Weg falsch, negativ ist und zwangsläufig unbedingt zum Zusammenbruch führen muß. Wer würde glauben, daß dennoch etwas geändert würde; selbst wenn diese Menschen wollten, sie könnten nichts mehr ändern. Warum? Weil durch das ursprünglich geschilderte Schaffen jener Scheinwerte des Geldes, des Materialismus in so ungeheuer vielfacher Weise Wechselwirkung erzeugt werden mußte, daß die so gearteten Menschen von dieser Wechselwirkung unbedingt getroffen werden müssen. Woher sollten sie auch die Kräfte nehmen, jetzt in letzter Minute, nach so langer, potenzierter Entwicklungszeit, diesem auf sie hereinbrechenden, von ihnen gewollten, vernichtenden Lawinenfall entgegenzutreten? Die Kultur sollte, bewußt gewollt, zersetzt werden. Doch die Kultur als Produkt der aus höchsten Sphären kommenden reinen Kraft muß stärker sein, als jenes Scheinwerk menschlichen Wollens auf der Erde. Nicht die Kultur wird letzten Endes den zersetzenden Kräften anheimfallen, sondern jenes Scheinwerk der Menschen, der Materialismus und die materialistisch dienende Technik -- und zwar bald!
Die Schwerkraft im geistigen und
materiellen Geschehen
von
Dr. Kurt Illig, Berlin
Wir haben bei dem vorigen Vortrage*[1]) gesehen, wie wir uns Ursprung und Wesen der Kraft erklären müssen. Maßgebend für die richtige Erfassung dieser Vorgänge für das Geschehen in unserer grobstofflichen Welt ist die Erkenntnis, daß es nur eine einzige Kraft gibt, und daß lediglich die Richtung dieser Kraft bestimmend ist für die jeweilige wahrnehmbare Energieform. Wir haben also erkannt, daß aus der Fein-stofflichkeit heraus die Kraft, die zu uns auf diese Erde strömt, von uns in Form der elektrischen Erscheinungen wahrgenommen werden kann, während sie die grobstoffliche Erde als Tiefstpunkt des gesamten Gesche-hens, zurückkehrend in die Feinstofflichkeit in Form der Wärmeenergie, verläßt.
Die einfachste Form, in der wir die Kraft wahrnehmen können, ist der Druck, den ein grobstofflicher Körper auf seine Unterlage ausübt. Den zahlenmäßigen Ausdruck dieses Druckes nennen wir das Gewicht des Körpers.
Warum nun drückt ein grobstofflicher Körper auf seine Unterlage? Der Physiker suchte die Erklärung darin, daß er diesen Druck der Anziehungskraft der Erde zuschreibt, den dieselbe auf alle grobstofflichen Körper, welche sich in ihrer unmittelbaren Nähe befinden, ausübt. Er konnte also ebensowenig, wie er bisher Wesen und Herkunft der Kraft eindeutig definieren konnte, auch bei der Beschreibung und der Beob-achtung der Schwerkraft nur die Wirkungen erfassen und zahlenmäßig festlegen. Warum jedoch diese Schwerkraft vorhanden ist oder entsteht, und welche Ursachen für ihr Vorhandensein maßgebend sind, konnte bislang nicht beantwortet werden, weil es der Physiker ablehnte, diese Vorgänge mit den sogenannten überirdischen Erscheinungen, d. h. kurz gesagt, mit dem absoluten geistigen Geschehen in Zusammenhang zu bringen.
Wieder muß ich auf die alles umfassende Lehre Abdruschin’s hinwei-sen, da sie uns die Augen öffnet über alle jene von uns nicht mehr wahrnehmbaren Vorgänge im Geschehen; bei denen wir ja bereits in früheren Vorträgen erkennen mußten, daß sie mit der bisher vom mathematisch arbeitenden Physiker eindeutig erkannten Gesetzmäßigkeit im materiellen Geschehen vollkommen übereinstimmen. Dies kann uns Be-weis genug sein, daß diese weit über den exakt mathematisch naturwissen-schaftlichen Erkenntnissen stehende Lehre Abdruschin’s ohne weiteres den Boden ebnet, um auch allen Naturwissenschaftlern über das bisher Erkannte hinaus, Erkenntnisse im exakten Geschehen gesetzmäßig zugän-glich zu machen.
Abdruschin deutete in einer Fragenbeantwortung*[2]) bereits kurz übersichtlich an, wie aus der Urschöpfung heraus die Kraft als Ausstrah-lung des urgeschaffenen Geistigen weiter vor- bezw. hinabdringt zu den nächsten Stufen des Geschehens. Bei diesem Vordringen wirkt diese Ur-kraft anziehend auf die Teilchen der jeweiligen Art einer Geschehensstufe, diese Teilchen damit zusammenballend und verdichtend. Es besteht also eine Art Affinität zwischen dieser, von einer höheren Stufe einströmenden Kraft und den erwähnten Teilchen.
Gehen wir in der Entwicklungsgeschichte der Erde einige Millionen Jahre zurück, so wissen wir, daß diese Erde ursprünglich in glühend-flüssigem Zustande gewesen sein muß. Die Geologen und Archäologen haben Hand in Hand mit den Astronomen weiterhin die Hypothese aufgestellt, daß dieser feuerflüssige Erdkörper ursprünglich mit der Sonne eine Einheit gebildet haben muß und von dieser infolge ihrer Rotations-bewegung eines Tages abgeschleudert wurde. Dringen wir weiter vor in den Kosmos, so finden wir viel feiner aufgebaute Materie zum Beispiel in der Milchstraße, und wir können uns wohl unschwer vorstellen, daß ursprünglich, d. h. nachdem einmal Grobstoffliches durch irgendeinen später noch zu erfassenden Vorgang geschaffen war, dieses Grobstoffliche feinst verteilt im gesamten All gewissermaßen schwebte. Es müssen daher Einflüsse, welche über diesem Grobstofflichen ihren Ursprung haben, maßgebend gewesen sein, um ein Zusammenballen, ein Dichterwerden dieser grobstofflichen Teilchen herbeizuführen.
Ziehen wir das Bild, das uns Abdruschin gegeben hat, zum Vergleich heran, so muß also die von einer höheren Stufe des Geschehens einströ-mende Kraft die kleinen grobstofflichen Teilchen zu größeren Einzel-komplexen auf dem Wege der Anziehung vereinigt haben. Weitere, noch größere Komplexe haben sich schließlich bei weiterem Einströmen von Kraft zu großen Komplexen vereint und so fort. Aus dem gasförmigen wurde so allmählich bei Abkühlung der flüssige Aggregatzustand und aus diesem bei weiterer Abkühlung der feste Aggregatzustand, wie zum Bei-spiel unsere Erde. Es muß dies noch etwas weitergehend erklärt werden.
Wie im vorigen Vortrage betont, fließt die in die Grobstofflichkeit als elektrische Energie eingeströmte Kraft in Form von Wärme bei - 273°, dem absoluten Nullpunkt, in die Feinstofflichkeit zurück. Da zwischen den einzelnen grobstofflichen Partikeln bezw. deren Konglomeraten der sogenannte Äther, d. h. eine Zone von - 273° immer vorhanden gewesen sein muß, ist daher der Vorgang der Abkühlung ein vollkommen natür-licher und demnach gesetzmäßig gewollter. Der feuerflüssige Aggregat-zustand wiederum unterliegt, da er sich in rotierender Bewegung befindet, den Gesetzen der Zentrifugal- und Zentripetalkraft, sodaß sich also nur aus diesem Zustande heraus durch Abschleuderung die große Masse der Gestirne aus einem großen Urgestirn heraus erklären läßt.
Es könnte entgegengehalten werden, daß im gasförmigen, ursprüngli-chen Aggregatzustand grobstofflicher Materie die Voraussetzungen für eine Abkühlung infolge der feinen Verteilung und Vermischung von grobstofflichen Molekülen und dazwischen liegendem Äther die denkbar günstigsten wären. Dem ist jedoch entgegenzusetzen, daß eben im damaligen, Zustand die Kraft als vorwärtstreibende Bewegung noch gar nicht bis zur Grobstofflichkeit vorgedrungen war. Die logische Folge ist, daß dieselbe auch nicht in Form von Wärme aus der Grobstofflichkeit nach der Feinstofflichkeit zurückströmen konnte, denn nach dem grundlegen-den Gesetz von der Erhaltung der Energie kann nur dort Kraft oder Energie in irgendeiner Form, in diesem Falle in Form von Wärme, abströ-men, wo vorher Kraft in anderer Form vorhanden war.
Dies allein ist schon Beweis genug, daß erst die Einströmung der aus dem Ursprünglichen vorgedrungenen Kraft Bewegung in die grobstoffliche Materie brachte und hiermit gleichzeitig durch die Anziehung, welche die Kraft auf die grobstofflichen, gasförmigen Teilchen ausübte, die Zusam-menballung ihren Anfang nahm, und gleichzeitig durch Abströmen der Kraft in Form von Wärme nach der Feinstofflichkeit, aus dem gasförmigen allmählich flüssiger Aggregatzustand wurde.
Vor allem diesen muß natürlich die Entstehung grobstofflicher Ma-terie aus feinstofflicher Materie gelegen haben. Es wird jedoch Aufgabe weiterer Betrachtungen sein, hierüber ausführlichere Untersuchungen anzustellen. Es soll daher für die vorliegende Betrachtung die Vorausset-zung gemacht werden, daß grobstoffliche Materie in gasförmigem Aggre-gatzustande bereits vorhanden war.
Ein jeder Physiker weiß, daß jedes Gas, welches in einem bestimmten Raum eingeschlossen ist, diesen Raum allseitig gleichmäßig erfüllt. Bringen wir an irgendeiner bestimmten Stelle ein zweites, von dem ersten unterschiedliches Gas ein, so werden sich beide Gase bereits nach ver-hältnismäßig kurzer Zeit vollkommen miteinander vermischt haben. Wir nennen dies die Diffusion zweier Gase ineinander. Weiter wissen wir, daß wir viele Stoffe oder chemische Verbindungen vernebeln können. Es handelt sich hierbei um winzig kleine Flüssigkeitströpfchen, welche so klein und leicht sind, daß sie noch beinahe dem gasförmigen Aggregat-zustand gleichzusetzen sind.
Vor ca. 20 Jahren wurde von einem Engländer der Vorschlag gemacht, den Londoner Nebel dadurch zu bekämpfen, daß man blanke Kupferdrähte über den Häusern und in den Straßen Londons ausspannte und durch diese Drähte Hochspannung schickte. Dieser Erfinder hatte nämlich beobachtet, daß sich der Nebel, sobald Hochspannung durch solche Drähte läuft, enger um diese Drähte verdichtet und in den dazwischen liegenden Zonen die Nebelmenge verschwindet. Diese bald vergessene Erfindung wurde später von dem Amerikaner Cotrell neu aufgegriffen und benutzt, um aus Rauchgasen oder belästigenden Dämpfen die feinst verteilten Partikelchen an Hochspannungselektroden abzuscheiden. Heute ist diese Erfindung im größten technischen Ausmaße durchgebildet und erprobt.
Was lehrt uns dieser Vorgang? Er sagt ganz eindeutig aus, daß in dem Augenblick, in dem wir auf bestimmten Wegen die Kraft in Form elektri-scher, hochgespannter Energie leiten, die dazwischen liegenden gasförmi-gen oder beinahe gasförmigen grobstofflichen Teilchen von dieser Kraft wie von einem Magneten angezogen werden. Noch mehr, wir können weiter beobachten, daß eine Zusammenballung der Teilchen zu größeren Komplexen und Aggregaten stattfindet und dieselben schließlich, wenn nicht unmittelbar selbst, so doch durch leisestes Klopfen an diesen Drähten bezw. Elektronen zu Boden fallen. Wir sehen also hier in grobstofflicher Welt das gleiche, was uns Abdruschin in seiner zitierten Fragenbe-antwortung über die Anziehung, welche die von der Urschöpfung in die verschiedenen Stufen einströmende Kraft auf die Teilchen der jeweiligen Beschaffenheit der Geschehensstufe ausübt, mitteilt.
Es wurde vorher von Gasen und deren Diffusionsvermögen gespro-chen. Wir wissen, daß irgendein chemisch wohl definierter Körper im gasförmigen Zustand einen viel größeren Raum einnimmt, als im festen oder flüssigen Zustand. Es ist eine Lockerung der Moleküle voneinander eingetreten. Der Körper ist nicht mehr so dicht wie in der flüssigen oder festen Form. Weiter beobachten wir, daß das Gas einen Druck nicht mehr auf die Unterlage ausübt, sondern nach allen Seiten und wenn es eingeschlossen ist, auf sämtliche Teile des ihn einschließenden Gefäßes und zwar gleichmäßig.
Warum ist dies so?
Legen wir wieder die im vorigen Aufsatz festgelegten Betrachtungen über Ursprung und Wesen der Kraft dieser Betrachtung zugrunde, so ergibt sich folgendes:
Wenn wir einen Körper aus dem festen in den flüssigen und darüber hinaus in den gasförmigen Zustand überführen wollen, müssen wir ihm Wärme zuführen und zwar in ganz erheblichem Maße.
Wir machen also das Umgekehrte, als es das natürliche Geschehen vormacht. Wir führen Wärme zu, d. h. also wir wirken der von oben aus der Feinstofflichkeit einströmenden Kraft entgegen. Damit muß aber auch das Umgekehrte eintreten, als wir es vorher z. B. bei dem Cotrell’schen Verfah-ren gesehen haben. Es müssen die vorher dichten, zu Konglomeraten zusammengeschlossenen grobstofflichen Teilchen wieder verfeinert und auseinandergetrieben werden. Wir wirken mit dieser Arbeitsweise gleich-zeitig der Schwerkraft entgegen, denn wenn wir, wie dies seinerzeit Mongolfier zuerst tat, einen Papierballon mit heißer Luft füllen bezw. die in demselben vorhandene Luft durch Unterlegung eines Feuers so weit erhitzen, daß die Moleküle immer weiter auseinandergetrieben werden und damit das Gas verdünnt wird, steigt schließlich der Ballon in die Luft, d. h. er entfernt sich von der Erdoberfläche weg und wird erst wieder zurückkehren, d. h. hinunterfallen, wenn die Luft sich im Innenraum des Ballons so weit abkühlt hat, daß sie wieder ungefähr die gleiche Dichte wie die außen befindliche Luft besitzt Wir sehen hierbei gleichzeitig den ursächlichen Zusammenhang zwischen Schwerkraft und Dichte.
Fassen wir nun unsere Betrachtungen zusammen, so ergibt sich fol-gendes Bild:
Die aus der Feinstofflichkeit in die Grobstofflichkeit einströmende Kraft verdichtet durch die von ihr ausgehende Anziehungskraft die dadurch angezogene fein verteilte grobstoffliche Materie. Wir wissen weiter aus früheren Betrachtungen, daß die positive Ladung immer an die Masse gebunden ist, d. h. also daß wir sie als Funktion der grobstofflichen Masse bezeichnen könnten. Wir haben daraus weiter den Schluß gezogen, daß die negativen Elektronen mit der positiven Ladung eine Einheit bilden. Wir können dieses Bild jetzt weiter bauen und den weiteren Schluß ziehen, daß die aus der Feinstofflichkeit kommende Elektrizität in Form der negativ erscheinenden Elektronen zu der Masse hinströmt. In Wirklichkeit verhält es sich so, daß diese elektrische Kraft, welche ja aus einer höheren Geschehensstufe kommt, anziehend auf die grobstoffliche Masse bei ihrem Eintritt in die Grobstofflichkeit wirkt. Da jedoch die uns sichtbare, bereits durch die vorhergehend geschilderte Krafteinströmung verdichtete grob-stoffliche Masse infolge ihrer Schwere nicht zu dieser Kraftströmung gezogen werden kann, übt die Kraft in Form elektrischer Energie so lange Anziehung auf die grobstoffliche Masse aus und geht gleichzeitig hierbei ihren Weg in Richtung auf die grobstoffliche Masse, bis sie sich mit derselben vereinigt hat. Es sind also diese Vorgänge nach dem Gesetz der Gleichart so zu erklären, wie es von Abdruschin in seiner Lehre mehrfach erläutert wurde, d. h. die Stofflichkeit kann verschieden sein, aber die Art ist dieselbe, und beide üben aufeinander Anziehung aus, um sich zu einer Einheit als Produkt zu ergänzen. Da jedoch das Geschehen von der obersten Stufe bis zur tiefsten Stufe, d. h. der Grobstofflichkeit entwickelt wurde und nicht umgekehrt, muß daher auch die Anziehung von der aus der Feinstofflichkeit hervortretenden Kraft auf die Grobstofflichkeit ausgeübt werden und nicht umgekehrt, wie es bisher von den Physikern angenommen wurde.
Es ist daher auch sehr einfach zu verstehen, daß die Erde, betrachtet als eine einzige, sehr große Masse, scheinbar auf alle einzelnen kleinen Masseteilchen anziehend wirkt und demnach die sichtbare Wirkung der Schwerkraft erzeugt. In Wirklichkeit muß jedoch zur größten Masse, also zur Erde, die gesamte in diesen Bereich einströmende Kraft einmal hinströmen, sodaß auch alle kleinen Masseteilchen, in die sie schon vorher eingedrungen ist, letztenendes zur Gesamtmasse hingebracht werden müssen. Dies ist so zu verstehen, daß, natürlich ein größerer Masseteil mehr Einheiten für die Anziehungskraft darstellt, als ein kleiner Masseteil, und eben diese Einheit wurde bisher allgemein mit positiver Ladung bezeichnet. Es muß demnach die Kraft, wenn sie auf ihrem Wege zuerst auf einzelne kleine Masseteilchen trifft, diese im Weiterströmen zu dem größeren und schließlich zum größten Masseteil mitreißen oder praktisch ausgedrückt, herabdrücken.
Um es zu wiederholen, läßt sich für die Schwerkraft demnach die Erklärung geben, daß sie zustande kommt durch das Einströmen der aus der Feinstofflichkeit kommenden Kraft in die Grobstofflichkeit und die dadurch bewirkte Zusammenballung und Verdichtung der grobstofflichen Masseteilchen, welche hierdurch herabsinken müssen. Da wir weiter wissen, daß die Kraft in der elektrischen Energieform aus der Feinstoffli-chkeit in die Grobstofflichkeit dringt, d. h. also vom Feinstofflichsten zum Grobstofflichen Richtung nimmt, müssen auch alle zwischen Grobstoffli-chem und Feinstofflichem liegenden Masseteilchen entsprechend ihrer verschiedenen Größe zu dem Grobstofflichen hingedrängt werden. Es ist also die Richtung der von uns sichtbar wahrgenommenen Wirkung der Schwerkraft, d. h. das Herabfallen oder Herabdrücken auf die Erde, der Ausdruck der Richtung; welche die Kraft bei ihrem Vordringen in die Grobstofflichkeit einschlägt. Wie dies im einzelnen aufzufassen ist, kann erst in späteren Erörterungen näher dargelegt werden, da hierzu viel weitergehende Begriffe über Raum und Zeit untersucht werden müssen.
Daß diese Auffassung richtig ist, sagt das einfache Gesetz, daß im absoluten, d. h. im luftleeren Raum alle Masseteilchen, gleichgiltig, welche Größe und welche Dichte sie besitzen, mit gleicher Geschwindigkeit und Beschleunigung auf die Erde fallen. Es muß also immer dieselbe Strö-mungsgeschwindigkeit für den Impuls dieser Teilchen in Richtung Erde vorhanden sein, wie dies ja bei dem Gesamtbild der Einheit des Geschehens nicht anders möglich sein kann. Da wir aber vorher davon gesprochen haben, daß es eben das Einströmen der Kraft aus der Feinstofflichkeit in elektrischer Energieform ist, handelt es sich eben immer wieder um die einheitliche Strömungsgeschwindigkeit dieser aus der Feinstofflichkeit kommenden Kraft.
Wir können daher Schwerkraft so formulieren, daß wir sie als ein Zusammenwirken von Kraft und Gleichart (Anziehungskraft zwischen zwei sich zu einer Einheit ergänzenden Teilen) nach den Begriffen der in der Gralslehre Abdruschin’s aufgestellten Gesetzmäßigkeit des absoluten Geschehens erklären, wobei noch der Begriff der Richtung, wie sie im absoluten Geschehen einheitlich festgelegt ist, d. h. vom Ursprung des Geschehens bis herab zur Grobstofflichkeit als wichtige Komponente hinzutritt.
Woher nun die grobstoffliche Materie als solche ihren Ursprung genommen hat, soll im nächsten Aufsatz behandelt werden.
***
Vom Gottsuchen und Gottfinden
von
Johannes Anton Neidhart, Heumaden bei Stuttgart
Seit uralten Zeiten suchen die Menschen ihren Gott. Bald in den Tiefen, bald diesseits, bald jenseits. Wie oft glaubten sie ihm ganz nahe zu sein und ihn ergriffen zu haben; aber schon ward der selbstgeschaffene Gott wieder zunichte. -
Wie die Wellen des brandenden und brausenden Meeres, so wogt die Sehnsucht nach dem Ewigen durch unser Herz. Es verhält sich, wie Dante sagt: „Das höchste Streben und Verlangen eines Dinges, das ihm zuerst von der Natur eingeprägt wurde, ist die Heimkehr zu seinem Ursprung; und weil Gott der Ursprung ist unserer Seele, also verlangt sie gar sehr heimzukehren zu ihm.“ Ergreifenden Ausdruck hat Augustinus diesem Gedanken verliehen, wenn er in seinen „Bekenntnissen“ ausruft: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir, o Gott!“ Ja mit dem Hunger nach Geistigem, nach Ewigem wird der Mensch und wurde die Menschheit geboren bis zum heutigen Tag. Darum das Gottsuchen zu allen Zeiten und unter allen Zonen. Ausnahmeerscheinungen - sie sind selten genug - bestätigen die Regel. Nicht einmal die Anhänger Buddhas konnten sich ihr entziehen. Da ihr Meister nichts von Gott erwähnte, verehrten und ver-ehren sie ihn selbst wie einen Gott. Und einzelne Persönlichkeiten, mögen sie selbst berühmte Männer gewesen sein, was bedeutet ihre Ablehnung eines göttlichen Wesens gegenüber dem einmütigen Zeugnis der gesamten Menschheit? Sind es doch gerade die Besten und Größten unter uns von jeher gewesen, die für Gott eingetreten sind mit allen Gründen, die die Vernunft ihnen nur eingeben konnte. Der „Urstoff“ Anaximanders, der „Logos“ Heraclits, das „reine Sein“ des Parmenides, das „Daimonion“ des Socrates, Plädos „Idee“, die „Monaden“ der Pythagoräer, Leibniz' und Goethes, Kants „kategorischer Imperativ“, das „Absolute“ nach Fichte und Schelling, die „Allbeseelung“ Fechners, das „Ding an sich“ nach Schopenhauer, der „geistige Lebensinhalt“ bei Rudolf Eucken: Was sind all diese Bezeichnungen anders als die Umschreibung des einen Bibelwortes (Moses): „Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einziger Herr!“ -
Religion und Philosophie gipfelten demnach zu jeder Zeit im Erkennen Gottes. Aber seit die Menschen nur verstandesmäßig diese Frage zu lösen suchen, leben auch die Feinde des Göttlichen. Sie haben sich zusammen-gefunden unter dem Banner des Materialismus und rufen es in die Welt hinaus:
„Gott ist tot, es lebe der Stoff!“
Lenkipp und Demokrit im Altertum, Lamettrie, Holbach im 18, Vogt, Büchner, Haeckel im 19. Jahrhundert waren solche Prediger des Materialismus. Alles Geistige, lautet ihr Dogma, ist nichts weiter als eine Funktion des Körperlichen, das Denken z. B. ein Phosphoreszieren des Gehirns. Es gibt also keinen selbständigen, von der Materie unabhängigen Geist im Universum, und es gibt auch nichts Geistiges im Menschen. Was wir Leben nennen, geistige Fähigkeiten und Tätigkeiten, vollziehen sich im Rahmen reinstofflicher Gebundenheit und enden mit ihr. -
Befreiung sollte diese Weltanschauung dem Menschen bringen, und was hat sie ihm gebracht? Weltkrieg, Weltrevolution und - Weltgericht. Immer tiefer und tiefer sinkt die entfesselte Tiermenschheit mit der Materie in das Grab, das sie sich selbst gegraben, und statt Freiheit wird ihr elendste Knechtschaft zuteil. Wo vordem der Geist geherrscht und zu beglückender Selbstverantwortung lichtvoll die Wege gewiesen, da schwingt jetzt die Genußsucht ihre Geisel über die Völker und peinigt sie bis zur Verzweiflung an der eigenen Kraft. Erschütternd bekennt August Horneffer im Namen dieser Modernen: „Auch der vollkommenste Mensch kommt sich überflüssig vor und gähnt bei seinem einschläfernden Beruf. Er wünscht sich daher den Tod herbei und läßt Gott: - Gott = Unsterb-lichkeit: Unsterblichkeit sein. Das Nichts, der entsetzlichste, erstickendste Gedanke für die kraftvolle, erobernde Persönlichkeit, wird zu seinem Ziel und Gott. Aber wacht er aus dem Halbschlummer noch einmal auf und rafft sich empor, ehe es zu spät ist, so hat er ein Grauen vor der entgötterten Welt. Sie ist ihm jetzt unerträglich. Er flucht oder grämt sich; er sucht, ob er nicht Gott, welcher von den manigfachen Göttern es nun sei, wiederfinden kann, und er sieht schließlich ein, daß er sich Gott von Neuem schaffen muß. Damit ist der Kreis geschlossen, und ich meine, wir Heutigen stehen gerade vor dieser letztgenannten Aufgabe.
Wir haben in diesem Bekenntnis ein Doppeltes vor uns. Wie einerseits nicht geleugnet werden kann, daß bei überaus Vielen eine tiefe Abneigung, ja ein Haß gegen alles Religiöse sich breit macht, so geht doch auf der anderen Seite eine gewaltige Sehnsucht nach Religion durch die Reihen unseres Volkes, einer Religion, die freilich anders geartet sein muß als die übernommene; ein Erkennen zuckt durch die Menschheit, das im Ewigen, im Geiste dennoch unsere Heimat ist, und daß wir nirgends Genügen finden, es sei denn in ihm. Das ist die Geburtsstunde der religiösen Sehnsucht unserer Zeit.
Und nicht nur in der Religion, auch sonst bricht dieses „ewige Heimweh“ durch auf den verschiedensten Gebieten. So trägt ein ganzes Buch, 335 Seiten stark, eine Liederlese aus der jüngsten Zeit, den vielsagenden Titel: „Wir sind die Sehnsucht.“ Ja, wie die ragenden Dome zu Stein gewordene Sehnsucht gottesdurstiger Menschenherzen sind, so tragen die Klänge eines Richard Wagner, eines Beethoven, eines Mozart unsere Seele gleichsam zu den ewigen Sternen, in die Reiche des Lichtes, der Heimat zu.
Alles, was wir mit Kunst bezeichnen und was diese Bezeichnung wirklich verdient, ist nichts Anderes, als ein erhöhtes Händeausstrecken nach dem unerreichbar Schönen, Wahren, Guten, als das heutige Heimweh nach Gott und ganz erlöster Ewigkeit. Und was ist schließlich, um einen letzten Kronzeugen dieser modernen Sehnsucht zu nennen, der ganze Okkultismus und Spiritismus, was ist Mystik, wenn nicht ein unzuläng-licher Versuch, Göttliches zu erleben, ein täglich wachsendes Verlangen, daß die Scheidewand zwischen Diesseits und Jenseits falle und das Paradies sich auftue vor dem umdunkelten Auge des Menschen. Mit Rud. Hans Bartsch müssen wir alle schmerzlich gestehen:
„Uns ist der Kinderglaube fortgenommen,
doch mündig sind wir nicht, nur vaterlos . . .
Wir stehen still und fragen tief beklommen,
Zu wem nun unsere Sehnsucht beten soll.“
Das ist der Augenblick, da die Gralsbotschaft Abdruschins wie eine Erlöserin sich naht. Es ist genau so, wie der begnadete Verkünder des Gotteswortes sagt: „Ihr betet zu Gott und könnt Euch bei dem Gebet nicht einmal eine rechte Vorstellung von dem machen, zu dem Ihr betet, seid im Gegenteil verwirrt, weil Euch darüber niemals, weder von der Schule noch der Kirche klare Auskunft wurde, die Eueren inneren Drang nach Wahrheit stillte ... Kann unter diesen Umständen das Gebet so innig, so vertrauensvoll erfolgen, wie es sein soll? Es ist unmöglich. Wenn Ihr aber Eueren Gott kennt, er Euch dadurch vertrauter wird, ist das Gebet dann nicht von tieferen Empfindungen begleitet, viel direkter, inniger?“
In der Tat! Nur könnte jemand den Einwand bringen: Aber ist das nicht Vermessenheit, Gott derart sich nähern zu wollen, ist es nicht wie ein Herabziehen Gottes zu uns Menschen? Gebührt den Staubgeborenen nicht eher heilige Scheu und demütiges Sich-Beugen vor dem Unerforschlichen? Wiederum gibt Abdruschin die erleuchtete Antwort, die zugleich die Antwort unseres rein empfindenden Inneren ist: „Und näher kommen sollt und müßt Ihr Euerem Gott! Ihr dürft nicht nur von Ferne stehen bleiben. Wie töricht ist es doch, zu sagen, es könne Unrecht sein, wenn man sich so ausführlich mit Gott befaßt. Die Trägheit und Bequemlichkeit behauptet sogar, es sei Frevel! Ich aber sage Euch: Gott will es! Die Bedingung der Annäherung liegt in der ganzen Schöpfung. Deshalb hat der nicht Demut, der sich davon drückt, sondern im Gegenteil grenzenlose Anmaßung! Verlangt er doch damit, daß Gott sich ihm nähere, damit er ihn erfassen kann, anstatt - daß er sich Gott zu nähern versucht, um ihn zu erkennen ...
Ihr aber, die Ihr nicht mehr schlafen wollt, die Ihr mit Inbrunst sucht und nach der Wahrheit strebt, nehmt auf die Kunde, sucht das Rechte zu erfassen.“ -
Und was ist das Rechte? „Es gibt nur einen Gott, nur eine Kraft“, die alles durchdringt und erfüllt. Gottvater, der Urgrund alles Seins, Gottsohn, die fleischgewordene Gottesliebe, und der Heilige Geist, das eherne Gesetz, das Wechselwirkung schafft, sie sind nur Eins: Das eine göttliche Wesen in dreifacher Gestalt. Welche Perspektiven, welche Hoch-blicke und Tiefblicke eröffnet diese Wahrheit unserem Geiste! Vom kleins-ten Atom bis zum Riesenberge, vom Staubkörnchen am Wege bis zum unermeßlichen Fixstern am Himmelszeit, vom unscheinbaren Blümlein, das mir entgegenduftet, bis zum seelenvollen Auge des Menschen, vom Wurm im Staube bis zum Seraphin himmlischen Sphären, ist alles durchpulst von einem Leben, ist alles durchflutet von einem Licht, ist alles durchkraftet von einem Gesetz: Gott.
Wie verstehen wir jetzt erst das Wort der Schrift: „In Ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir!“
Wohlan, Mensch, Geistwesen, erhebe Dich! Halte es unter Deiner Würde, ferner den Götzen zu dienen, heißen sie, wie sie wollen. Strebe mit aller Macht darüber hinaus!
„Was droben ist, suche, nicht was auf Erden -
Was droben ist, an dem finde Geschmack!“ –
Und Gott selber wird Dein überaus großer Lohn sein.
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Moderne Baukunst als sichtbarer Ausdruck ihrer Zeit
von
Regierungsbaumeister B. D. A. Alfred Fischer, Karlsruhe
Die geistige Struktur einer Zeitspanne hat ihren eigenen besonderen Charakter. Dieser Charakter oder diese Wesensart prägt sich äußerlich im Gestaltungsproblem der Architektur aus. Jede geschichtlich bedeutende Epoche hat baukünstlerisch ihren besonderen Typ entwickelt. Das Mittel-alter formte den Dom, das Münster, die Klöster; in der Renaissance und im Barock entwickelten sich das Schloß und der höfisch repräsentative Bau zur höchsten Blüte. Im 19. Jh. finden wir als charakteristische Zeiterscheinung das Ausstellungsgebäude, das Parlamentsgebäude, die großen repräsentativen Bauten der Staats- und Stadtverwaltungen. Der Typ der allerneuesten Zeit dürfte noch kaum gefunden sein, vielleicht ist er in der Entwicklung begriffen als das Haus der Arbeit, des Verkehrs, der Volksgemeinschaft oder dergleichen. Der mittelalterliche Mensch schuf aus seiner inneren religiösen Überzeugung heraus gewissermaßen intuitiv. Das 16. 17. und 18. Jh. brachte eine Entwicklung im Sinne der immer mehr erstarkenden fürstlich autokraten Staatsauffassung unter Betonung äußerlicher Machtentfaltung. Das 19. Jh. endlich war die Zeit (nach der französischen Revolution) einer völligen Umdeutung der bisherigen gesellschaftlichen und staatspolitischen Begriffe. So konnte es nicht ausbleiben, daß die Versuche im 19. Jh. einen eigenen Stil zu finden durch Herumtasten in allen bisher vorhandenen Stilepochen von vornherein zur Fruchtlosigkeit verurteilt und doch dürfte das 19. Jh. bei näherer Betrachtung der Wegbereiter unserer ganzen heutigen Bauauffassung gewesen sein. Nach dem Vakuum, das die französische Revolution durch Zerschlagen aller seitherigen Begriffe geschaffen hatte, gründete Napoleon in Paris die école des beaux arte, um der Verwüstung auf dem Gebiete der gesamten Kunstauffassung eine neue Schule entgegen zu stellen. Zu gleicher Zeit wurde hierzu im bewußten Gegensatz die école polytechnique gegründet, ebenfalls unter napoleonischer Schirmherrschaft, aber von den Kreisen, denen die Erkenntnis in den Naturwissensaften und eine neue Beherrschung der Technik die Grundlage für eine kommende neuartige Welt- und Lebensauffassung war. Während nun die école des beaux arts versuchte, im Sinne der damaligen Zeit doch immerhin mit einigem Erfolg und Geschick die Baukunst auf dem Boden einer klassizierenden Tradition wieder aufzubauen, war es das Bestreben der Kreise um die polytechnische Schule, unbeeinflußt um die Historie auf dem Boden der neuen Erfahrun-gen und Wissenschaften aufzubauen. Die Technik lieferte hierzu die neuartige Konstruktion des Eisenbaues. Es würde zu weit führen, im Rahmen des vorliegenden Aufsatzes die Entwicklung der Eisenkonstruk-tion und der Hallenbauten darzustellen, eine Entwicklung, als deren äußere Struktur wir jene schon erwähnten Ausstellugshallen, Bahnhöfe, Markthallen usw. ansprechen können. Die Namen zweier Konstrukteure im allgemeinen Zusammenhang: sind auch der weiteren Mitwelt im Gedächtnis geblieben, Eifel, der Konstrukteur des gleichnamigen Turmes auf der Pariser Weltausstellung 1889 gilt berechtigterweise als Pionier neuer Konstruktionsmöglichkeiten, desgleichen hat Polonceau durch Erfindung des nach ihm benannten Dachbinders erst die Möglichkeit großer, weiter und lichter Raumkonstruktion gegeben. Sehr anschauliche Untersuchungen hat der schweizer Kunsthistoriker Dr. Gidion hierüber gemacht.
Während also die Architektur als Kunstäußerung im 19. Jh. vollkom-men steril und unproduktiv war, bereitete die konstruktive Technik den vollkommen neuen Boden vor für eine Baugesinnung, deren Auswirkungen wir heute in ungeahntem Tempo erleben. Die Technik hat das Raumgefühl, sowie den statischen Begriff bedeutsam verändert und erweitert. Der Begriff von Stütze und Last ist umgewandelt in denjenigen einer kontinuierlichen frei tragenden, begrenzenden Fläche. Mit anderen Worten, um einen großen Raum zu schaffen, brauchen wir nicht mehr die Säulen des antiken Tempels mit den darüber den Abschluß bildenden Deckenbalken; die Umgrenzung eines Raumes können wir uns jetzt in der Form einer großen zusammenhängenden Glasglocke denken. Der äußerlich sichtbare Ausdruck der Architektur unserer Zeit kommt uns mehr und mehr zum Bewußtsein bei Betrachtung moderner technischer Bauten. Die Wände werden leichter, die Decke wird höher, freier, die Verbindung mit der Erde wird immer loser, auf dünnen Fundamenten sitzen mit verhältnismäßig kleinem Querschnitt schlanke hochragende Konstrukti-onspfeiler, zwischen denen Wände und Decken nur als dünnes Füllwerk eingespannt sind. Neben dem Eisen wurde der Eisenbeton mit seinen ungeahnten Möglichkeiten gefunden.
Zunächst hat diese Erscheinung einen rein technischen Charakter und doch ist sie von großer Wichtigkeit für die Betrachtung des baukünstleri-schen Problems; auch schlechthin im Zusammenhang mit dem gesamten geistigen Problem unserer Zeit. Ebenso wie die Philosophie und das religiöse Empfinden des 19. Jh. sich damit begnügt hatten, in alten Systemen mit der Spitzfindigkeit des Epigonen erfolglos herumzuwaten, um immer mehr die Fähigkeit zu verlieren, Zeitgedanken mit Eigenem zu erfüllen, ebenso war, wie schon erwähnt wurde, die Architektur auf dem Boden steriler Nachahmerei angelangt. Die Wechselwirkung zwischen geistiger Grundlage und künstlerischer Ausdrucksform dürfte demnach klar sein. Nicht anders ist es mit der Bewertung in der Entwicklung unserer heutigen Baukunst. Auf den hemmungslosen Empirismus und die rein materialistische Weltauffassung des letzten halben Jahrhunderts folgte ein ungeheurer Auftrieb und geistiger Hunger nach neuen Anschauungen, die das innere und äußere Weltbild den Menschen wieder harmonisch näher bringen konnte. Die allgemeine Auffassung der Zeit unterliegt einem Reinigungsprozeß, der die Schlacken einer Jahrhunderte alten Überkrustung abzustreifen sucht. So mag es auch mit unserer Baugesinnung werden. Wir wollen nicht mehr in unseren Wohnbauten, in den öffentlichen Bauten den maßstäblichen Abklatsch einer Zeit sehen, die endgültig vergangen ist. Die konstruktive Entwicklungsgrundlage, von der eingangs die Rede war, hat uns die Möglichkeit zu absoluter Eigenentwick-lung unserer Architektur gezeigt. Wir wollen heute wieder Bauten sehen, die den neuen sozialen kollektiven Bedürfnissen unserer Zeit dienen, die hell, klar, ernst und doch freudig dastehen. Diese Bauten müssen uns im Zeitalter des durcheinander würfelnden Verkehrs in der Zeit der freien Benützung der Luft durch das Flugzeug mehr zum vorübergehenden Durchgangsraum denn zum Aufenthaltsraum werden. Unter diesem Gesichtswinkel wird auch der Begriff der Monumentalität in der Architektur eine starke Umprägung erfahren im Sinne der Auflösung übergroßer Baumassen und der Typisierung einzelner Gattungen im Stadtbild. Die Anfänge hierzu sind allenthalben zu sehen; das geräumige Bürohaus der großen Stadt, das Warenhaus, das Fabrikgebäude, die technischen Großbauten werden als Bauten der Arbeit die Monumentalität der Schlösser und Rathäuser des früheren Jahrhunderts ersetzen.
Sehen wir diese Entwicklung, der man sich nicht entziehen kann, klaren Auges entgegen, so können wir mithelfen, sie in Bahnen zu leiten, welche der Weiterbildung unserer Kultur und Zivilisation förderlich sind.
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Abdruschins Fragenbeantwortungen:
Die vielen eintreffenden Fragen veranlassen mich, bei Beantwortun-gen im Sinn verwandte Fragen verschiedener Personen in eine Frage zusammenzufassen, sodaß also der hier wiedergegebene Wortlaut nicht immer der Originaltext der Einzelfragen bleiben kann. Damit vermeide ich unnötige Wiederholungen.
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Frage: Abdruschin spricht vom Weltgesetz der Anziehungskraft der Gleichart. Wie kommt es denn, daß sich Extreme berühren, während sich gleichartige Pole abstoßen. Überall, auch bei den Menschen kann man das beobachten. Gute Frauen haben meistens nicht gerade besondere Männer, während gute Männer oft auffallend schlechte Frauen haben, und so fort. Derartige Beispiele sind viel anzuführen.
Antwort: Wenn ich von dem Weltgesetz der Anziehungskraft der Gleichart spreche, so handelt es sich dabei nicht um kleine Teilarten, wie die in der Frage erwähnten. Wenn Sie von Gleichart im Weltgesetz reden wollen, so müssen Sie erst klar darüber sein, was überhaupt eine Art ist! Positive Elektrizität z. B. ist wie auch eine schlechte Frau oder Mann noch lange keine Art für sich, wie sie im Weltgesetz zur Geltung kommt. Positive und negative Teile drängen zusammen, weil sie mit noch viel anderen Teilen erst eine Art bilden können, die dann die Anziehungskraft auf die gleiche geschlossene Art ausübt Überdies ist das Zusammendrängen der verschiedenen Teilarten direkt eine Auswirkung dieses Gesetzes der Anziehungskraft der Gleichart, die erzwingt, daß die zu einer vollkom-menen Art gehörenden Teile sich finden und zusammenschließen müssen. Auf diese Dinge kommen wir später sowieso noch, je mehr wir uns den Irdisch sichtbaren Vorgängen nähern.
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Frage: Abdruschin’s Worte über die Spiritisten sind von einer solchen Schärfe, daß man hinter ihnen eigentlich nur zweierlei vermuten kann. Entweder noch teilweise Unkenntnis davon, oder aber so überragendes Wissen, daß dieses noch über allen Jenseitigen steht, die sich in spiritistischen Kreisen kundgeben. Eins von diesen beiden Dingen kann nur die Grundlage seiner wirklich auffallenden Schärfe bilden, die von den übrigen Vorträgen direkt absticht. Warum ist Abdruschin ein so strenger Gegner des so weit verbreiteten Spiritismus?
Antwort: ich bin kein Gegner des Spiritismus. Schon einmal habe ich dies besonders betont. Aber die Auffassung und Einstellung der Spiritisten muß bis auf wenige Ausnahmen verworfen werden. Sie würden mit einer Herde Schafe ohne Hirten zu vergleichen sein, sind aber in Wirklichkeit weit schlimmer daran, als diese, was sich sehr bald erweisen wird. Der Spiritismus an sich hat seine volle Berechtigung, und eine hohe Aufgabe. Die Kundgebungen aus dem sogenannten Jenseits sind in den meisten Fällen gut gemeint, und in ihrem nicht sehr weiten Ausblick dem recht beschränkten Begriffsvermögen der darnach Lechzenden vollständig ange-paßt. Wäre das Begriffsvermögen der damit gemeinten Kreise gesünder und freier, so würden auch die Kundgebungen durch schon höherge-stiegene Jenseitige wechselwirkend erfolgen können. Das Falsche und Verwerfliche aber bringen auch hierbei nur die Anhänger, also die Spiritisten hinein, in dem ein jeder Kreis sich einbildet, das Höchste zu erhalten, die lautere Wahrheit, welche jedoch den sich Kundgebenden selbst noch völlig fremd ist, oder wenigstens getrübt. Ich sage frei auf obenstehende Befragung, daß nicht Unkenntnis mich also sprechen läßt, sondern das Mehrwissen als alle spiritistischen Kreise und deren Kundgebern! Ruhig und kühl behaupte ich, daß dort, wo Höchstes sich zu offenbaren scheint, natürlich immer nur nach Meinung dieser Kreise, ein grenzenloser Irrtum liegt, hervorgerufen, ausgebildet und genährt von den Anhängern dieser Kreise selbst. Die Menschen wissen ja gar nicht, welchen Begriffsverwirrungen sie immer unterliegen. Und das ist es, was sie in sich gefestigt vor sich selbst erscheinen läßt. Den guten Glauben an sich selbst und an die Höhe aller Kundgebungen, deren sie teilhaftig werden, spreche ich keinem Menschen ab, aber mit aller Schärfe und Bestimmtheit das wirkliche Wissen beider Teile: der Anhänger und auch der Kundgebenden!
Die eingehenden Briefe aus verschiedenen Nationen, Ländern, liefern mir bei allem Gutgemeinten darin und bei aller Ehrlichkeit nur immer wieder den betrübenden Beweis, daß es damit leider noch schlimmer ist, als ich es sagen will. Man kann sich nur mit großer Traurigkeit von allen den Verirrten wenden, die sich in sich durch die eigene Beschränkung so beruhigt und gehoben fühlen. Gerade in diesem anscheinenden Gehoben-sein ruht die entsetzliche Gefahr des Unterganges, der jetzt schon nicht mehr droht, sondern bereits ganz unvermeidlich ist. Es ist nicht Dünkel der Betroffenen, welche in die Millionen gehen, nicht Überhebendsein-wollend, aber mit Mitleid über andere im Herzen gehen sie den Weg zur eigenen Verdammnis. -
Auch hier kann ich nur sagen, wartet nur die kurze Zeit, welche zu erwarten niemand mehr ermüden kann, und Mancher davon wird endlich mit großem Schreck erkennen, daß durch sein eigenes Verhalten der Weg vor ihm noch so lang ist, daß seine Kraft nun nicht mehr ausreicht, das ersehnte Ziel noch vor der letzen Stunde zu erreichen, weil er sich viel zu lange nur mit Nichtigkeiten aufgehalten hat, welche er hartnäckig für groß und heilig hielt.
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Frage: Ich pendele! Nicht in gewöhnlicher Art, sondern in ernster Forschung. Daß ich mich auf meine Ergebnisse unbedingt verlassen kann, weiß ich. So pendelte ich neben vielen auch über Christus, Moses, Buddha mit auffallenden Ergebnissen. Bei Krishnamurti war nicht viel zu sagen. Ich unterließ zuletzt auch nicht das Pendeln über Abdruschin und weiß daher, wer er ist. Außer mir kenne ich noch viele Andersbegabte, die es ebenfalls wissen, und sich darin nicht beirren lassen. In der Beantwortung im letzten Hefte, ob Abdruschin ein Seher ist, weist er derartige Fragen als neugierig zurück, und gibt eine Antwort, die dem Sinne nach wohl richtig ist und der Wahrheit entspricht, aber doch viel deutlicher sein müßte. Ich stelle deshalb mit meinem Briefe an Abdruschin die Frage: Warum weist Abdruschin derartige menschlich berechtigte Fragen zurück, warum bekennt er sich nicht offen zu dem, was doch Vielen schon bekannt ist.
Antwort: Weil ich es nicht nötig habe! Wahrhaft Berufene werden es immer wissen, zu der Stunde, wo sie es brauchen, auch ohne mein Zutun. Die aber, die sich berufen dünken, und es doch nicht sind, brauchen es nicht zu wissen. Außerdem handelt es sich hierbei vorläufig um das Wort an sich, nicht aber um mich persönlich. Eine Vermischung des Wortes mit der Person lenkt unbedingt einen Teil der Aufmerksamkeit von dem Worte ab auf die Person. Das schadet zwar nicht dem Worte, auch nicht dem Bringer dieses Wortes, wohl aber immer dem, der das Wort ungeteilt und unbeeinflußt in sich aufnehmen will. Aus diesem Grunde allein werde ich auch fernerhin solche Fragen unbeantwortet lassen, bis eine andere Zeit einsetzt, die abzuwarten nicht mehr viel Geduld beansprucht. Wer hören will, der hört auch so, und anderen würde mit größerem Entgegenkommen auch nicht mehr geholfen sein. So bleiben diese wenigstens davor bewahrt, sich vielleicht neues Karma aufzubürden durch unbedachten Spott, der sie einst bitter reuen müßte. -
Ich aber warne jeden Leser und jeden Hörer zum letzten Male mit tiefstem Ernste auch vor dem Pendel, und rate, sich von jetzt ab völlig abzuwenden von jedem Versuche irgendwelcher Hilfsmittel der Okkul-tisten, Spiritisten, Antroposophen usw. Gleichviel was es ist, es kann das Harmloseste sein, auch die sogenannten Meditationen, alles wird von jetzt an den sich damit Befassenden zum Schaden sein! Sie werden von dem Dunkel erfaßt und herabgezogen, ohne es zu merken, da Lichtes nicht mehr an sie herankommen kann. Ein jeder Einzelne ist selbst Schuld an seinem geistigen Untergange; denn von jetzt ab ist das Lichte zurück-gezogen, und dem Dunkel freie Hand gelassen. Es wird nicht säumen, sich derer zu bemächtigen, die ihm durch solcherlei Beschäftigungen auch nur eine Fingerspitze reichen. Mit schönen gleisnerischen Worten, die den geistigen Sturz nicht ahnen lassen. Wer nicht hören wollte, wird nunmehr fühlen müssen; denn der Anfang von dem Ende hat bereits begonnen, was jeder nur einigermaßen unbeeinflußte Beobachter erkennen muß. -
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Frage: Was sagt Abdruschin über Lorber?
Antwort: Seine Werke las ich nie, aber ich weiß, daß er ein Wegbereiter sein sollte für den Wahrheitsbringer. Wenn er persönlich sich ganz in den Dienst dieser Aufgabe stellte, so befleißigen sich nun die Anhänger jedoch, diese zum Teil freudig erfüllte Mission zu zerstören. Er wollte suchende Menschen dem Wahrheitsbringer entgegenführen, nicht aber selbst der Wahrheitsbringer sein. Viele seiner Anhänger jedoch verschließen ihre Augen und Ohren allem Anderen und halten das, was er gebracht hat, für das Höchste, sodaß sie selbst die Botschaften des Wahrheitsbringers niedriger bewerten werden. Sie untergraben damit Lorbers Aufgabe und auch sein Wollen.
Solches Geschehen aber ist nicht neu, sondern es findet sich heute überall, ob es nun Bahai ist oder die Antroposophie und alle übrigen Bewegungen kleinen oder großen Stiles, sodaß es für Viele besser gewesen wäre, es würden keine Vorläufer gekommen sein. Glücklicher-weise ist so manches kommende Geschehen stark genug, um auch derartige gefährliche Verirrungen hinwegzuschwemmen, und die Wahrheit dabei bloßzulegen.
Vorläufer konnten noch so deutlich sprechen, die Anhänger suchen in Verblendung immer eine falsche Deutung, übersehen störrisch die deut-lichsten Hinweise. Sie sind unheilbar in ihrer Unfähigkeit, etwas ganz unverändert einfach aufzunehmen, wie es ist. Immer versuchen sie, Deutungen und Erklärungen zu geben, in denen sie ihr eigenes Licht mit sehen lassen können! Es wird aber vielleicht so Manchem noch zu helfen sein, durch rechtzeitig eintretendes Erkennen in der Not.
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Frage: Abdruschin lehnt Spiritismus und okkulte Vorkommnisse im Prinzip nicht ab, sondern nur die jetzige Art der Ausübung. Gibt es denn einen Prüfstein, an dem man erkennen kann, welcher der vielen Kreise einen rechten Weg verfolgt, und welcher auch eine gewisse Höhe hat?
Antwort: Das gibt es selbstverständlich, aber für den Menschen immer nur bis zu einem ganz bestimmten Grade. Heute ist noch alles zu verworren, und die Falschheit nistet fast in jedem Kreise. Deshalb gebe ich auch keinen Rat darin. Doch von den ersten Tagen des Gerichtes an ist es allein das Wort des Menschensohnes, und dieser selbst. Die Kreise, die das Wort erkennen, sind auf rechtem Wege, im Diesseits und im Jenseits, darin ist kein Unterschied, es gilt für alle. Und die Hellsehenden, welche den Menschensohn erkennen, haben reine Fähigkeiten. Sie werden Dinge an und um ihn sehen dürfen, die kein Zweiter um sich haben kann, weil eine Vortäuschung gerade dieser hohen Zeichen ganz unmöglich ist! Und dadurch können sie in dem Erkennen auch zuletzt nicht irre gehen. Für solche aber, die nicht reinen Herzens sind, ist auch die Fähigkeit des Hellsehens vergeblich und verderblich.
Reinen Herzens dünken sich nun viele, die es gar nicht sind, sondern in falscher Demut innerlich sorglos leben. Auch unter denen bringt es dann gleichzeitig eine Scheidung. Die suchenden Menschen aber können ganz beruhigt sein, im letzten Augenblicke der höchsten Gefahr und Not ist Unterschiebung eines falschen Menschensohnes ganz unmöglich, weil diesem nicht die Kraft gegeben sein würde, wirklich zu helfen. Er würde auch nur Menschenklugheit bringen können, nicht aber die göttliche Weisheit, die dem wahren Menschensohne beigegeben ist. -
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Frage: Wie stellt sich Abdruschin zu dem Duell?
Antwort: Eine sonderbare Frage. Wer die alleinmaßgebenden göttli-chen Gesetze nur etwas zu verstehen gesucht hat, wird wissen, daß jedes Duell nicht nur kindisch ist, weil doch genug Gelegenheit geboten wurde, zu beachten, daß in vielen Fällen gerade die wertvolleren Menschen dabei fielen oder am Körper geschädigt wurden, sondern daß es unbedingt ein Verbrechen ist. Über diese Tatsache hilft selbst das schillerndste Mäntel-chen nicht hinweg. Lächerlich geradezu wirkt die äußere, würdig gehaltene Form dieser Angelegenheiten, die tatsächlich einer besseren Sache wert wäre. Alle Beteiligten bürden sich dabei geistig mehr oder weniger eine gewaltige Schuld auf, die abzutragen ihnen nicht leicht wird. Nebenbei haben sie auch noch die Auswirkungen aller Nachteile und Seelenschmer-zen der Zurückbleibenden zu tragen, und zu lösen.
Es ist ein Zeichen von auffallender innerer Öde und Hohlheit dort, wo derartige Auswüchse gesellschaftlicher Begriffe heranreifen können, die nach keiner Seite hin eine befriedigende Lösung zu bringen vermögen, und über deren offenbare, einer kindischen Maskerade sehr nahe kommenden Unsinnigkeit jeder innerlich ernste Mensch sofort im Klaren sein muß. Um aber Männlichkeit und Mut zu zeigen, bedarf' es ebenfalls mehr als den äußeren Halt weniger Stunden. Dafür bietet das Erdenleben ganz andere Gelegenheiten, vor denen sich jedoch gerade solches Scheinheldentum sehr oft fürchtet und nicht selten feige flüchtet. Es sind die Pflichten gegen ihre Nebenmenschen, gar nicht zu sprechen von den eisernen Pflichten ihrem Schöpfer gegenüber. Nun, sie alle haben für so schreiende Zuwiderhandlungen schon ihren Lohn, und werden diesen auch in Zukunft unverkürzt empfangen. -
Gesellschaftliche Sonderanschauungen können niemals rütteln an den Weltgesetzen. Wer sich zum Spielball derartiger Anschauungen und Gebräuche machen läßt, hat auch den echten Kern in sich verschüttet, ihm kann darin nicht gut geholfen sein. Bis er endlich einmal davon erwacht, ist es für ihn sodann zu spät. Gekränkter Ehrbegriff im Sinne des Duells ist in dem rechten Licht gesehen weiter nichts als nur ein Teil der Selbstverherrlichung, die aus der Kreatur gern auch den Schöpfer machen möchte, anstatt des Knechtes Herr zu sein versucht. Das gibt Karikatur, wie alles Ungesunde, Unnatürliche. Der Sturz ist selbstverständlich dabei umso tiefer. –
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Frage: Krishnamurti wird mit großer Anstrengung als Weltenlehrer aufgestellt. Ist er der Menschensohn? Oder wird dieser erst geboren? Warum schweigt Abdruschin gerade über diesen Punkt beharrlich, der doch in allen Ländern jetzt mit reichen Mitteln gefördert wird, durch lange Aufsätze in Zeitungen, durch Vorträge und sogar auch durch Kinos. Wohin man blickt, drängt es sich in irgend einer Form entgegen. Will Abdruschin den vielen Menschen, die sein Wort mit Überzeugung aufgenommen haben, nicht auch in dieser Hinsicht einen Fingerzeig des rechten Weges geben? Soll sein Schweigen Einverständnis sein? Was sagt er zu den so auffallenden Bemühungen der Theosophen für Krishnamurti?
Antwort: Nichts! Die nahe Zukunft wird von selbst die Antwort bringen; denn es wird nur einen Weltenlehrer geben, das ist jedoch nicht Krishnamurti! Auch wird der Menschensohn nicht erst geboren, sondern er ist lange schon mitten unter Menschen, wie so mancher religiöse Künder bereits richtig empfand.
Steht doch die harte Zeit, in der er für geistige und irdische Nöten als der einzige wirklich Helfenkönnende unter allen falschen Propheten und Führern übrig bleibt, viel näher bevor, als selbst die heute noch als schwarzseherische Fantasten bezeichneten Menschen es sich denken. Er kann also kein Kind mehr sein, noch erst geboren werden. Das wäre viel zu spät für eine rechtzeitige Hilfe.
Er harrt nur ruhig der Zeit der Erfüllung seiner Aufgabe, da man ihn heute ja belächeln und von vielen Kreisen nicht weniger hassen würde, wie einst den Gottessohn.
Warum von ihm ein vorzeitiges Sichbekennen, wo der Gotteswille selbst die Wege für ihn ebnen wird, derart, daß man unter Hartgesottenen um seine Hilfe fleht? Er braucht sich nicht an einem Rennen zu beteiligen, dessen Ziel allein das seine ist! Niemand wird es außer ihm erreichen. Wer von den wirklich ernsthaft Suchenden kann sich denn vorstellen, daß dieser Menschensohn sich jetzt in eine Reihe stellen würde mit den Vielen, oder auch nur neben einen davon, die sich Führer nennen lassen! Kommt Ihnen dabei nicht ein Lächeln? Er wirbt nicht um die Gunst der Menschen, wird auch nicht mit Kirchen streiten; denn das hat er gar nicht nötig; da Gottes Wille ihm die Menschheit diesmal wie mit Geißeln in die Arme treibt!
Sein ruhiges Abwarten ist das Furchtbarste, was der Menschheit ge-schehen kann!
Die es jedoch nicht anders mehr verdient. Ihr wird, was sie sich selbst bereitete. Deshalb warten auch Sie geduldig, bis die Zeit erfüllet ist.
Je weiter die kommende Not voranschreitet, desto häufiger wird der Ruf nach dem Menschensohne werden, dem einzigen Helfer in der Not. Immer gewaltiger erwacht das Drängen nach ihm, bis zuletzt in der höchsten Verzweiflung das sterbende Deutschland ihn erkennt, und seine Hilfe holt. Geschieht dies nicht, bleibt nur der Untergang, und andere Berufene erstehen dann an Stelle der Versagenden, sodaß die Führung zu dem Menschheitsaufstiege zuletzt noch einer anderen Nation zufallen kann, die sich den Führer dazu holt; denn nur an diesem haftet der Erfolg, nicht aber an den Menschen, da deren Aufgabe, deren Berufung lediglich in dem Erkennen dieses Führers liegt! Und hierzu sind die Fähigkeiten deutschen Geistes die geeignetsten.
Noch viel zu schnell nach menschlichen Empfinden werden Sie die ganze Bitterkeit, den rauhen Ernst dieses Zusammenbruches menschlichen Irrwahnes mit durchleben. - Also schweigen wir vorläufig noch davon. Es ist noch nicht die Zeit zu sprechen.
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Frage: Abdruschin sagt, daß die Gralslegende eine Prophezeiung sei. Das ist mir gut verständlich. Seine Gralsbotschaft schildert aber den Menschensohn-Parsifal streng bis zur Härte, während es in der Gralsdichtung von dem „Reinen Tor“ heißt: „Durch Mitleid wissend!“
Antwort: In der gerechten Strenge allein liegt fördernde Liebe! Außerdem mißverstehen Sie die Worte: Durch Mitleid wissend. Daß Parsifal ein Kämpfer ist, darauf braucht wohl nicht extra hingedeutet zu werden. Dann überlegen Sie sich selbst einmal ganz ruhig, objektiv: Kann Jemand durch Mitleid mit den Anderen wirklich selbstwissend werden? Durch das, von Ihnen und wohl auch vielen Anderen gedachte erbarmende Mitgefühl? Denken Sie tief nach, Sie werden zuletzt zu der Überzeugung kommen, daß ein wirkliches Wissen durch Mitgefühl nicht erstehen kann. Demnach ist die Deutung falsch. Nun fassen Sie es von der anderen Seite an, dann kommen Sie dazu, wie es gedeutet und verstanden werden muß, wie es von Anfang an gemeint wurde. Es bedeutet: „Durch Mitleiden wissend!“ Das ist richtiger. Mitleid ist eigentlich Mitleiden! Nicht in dem Leide der Anderen nur mitfühlen, sondern richtiggehend selbst unter den Anderen mit leiden. An eigenem Erleben alles fühlen müssen! Das ist etwas ganz anderes. Es ist auch in der Legende oder Prophezeiung trotz Abweichungen von der eigentlichen Inspiration durch die Mitarbeit des menschlichen Dichtergehirns bei der Wiedergabe noch deutlich genug ausgedrückt, daß der verheißene Parsifal alle irdischen Irrtümer selbst kämpfend durchleben muß, um darunter zu leiden wie viele Andere. Erst dadurch wird er zuletzt wirklich wissend darüber, was daran falsch ist, und wo er dann bei Beginn seiner eigentlichen Aufgabe helfend und ändernd einzugreifen hat! Daß er in geistiger Beziehung als Reiner Tor alles erleidet, in anfänglichem Unverständnis der irdischen Ansichten, weil er sein Denken und damit auch seine Handlungen überwiegend nach dem richtigen jenseitigen Maßstabe unwillkürlich lenkt, die dieser Menschheit unverständlich wurden im Laufe der verfehlten Jahrtausende, und so unbedingt mit den Ansichten dieser Menschheit in Konflikte kommen muß, ist nicht schwer zu verstehen, da er ja aus einer ganz anderen Welt kam, die nach göttlichen Urgesetzen lebt, welche in Vielem grundverschieden sind von den Gesetzen, die die geistig verirrten Menschen hier auf Erden sich erdachten. Daß er dabei dann streng wird und zuletzt zur Stunde seiner Aufgabe ganz unerbittlich alles Irdische nach göttlichen Gesetzen biegt und ändert, ist ebenso natürlich. Dazu mußte er, der aus den hohen Fernen kommt, wo die Anschauungs-verirrungen nur selbst geschaffenen irdischen Leidens unverständlich bleiben müssen, erst alles an sich unter diesen Menschen miterleiden, um das richtige Verständnis dafür zu erhalten. Ohne eigenes Erleben kann nicht das Wissen erstehen, das wirklich abzuhelfen fähig ist, mit scharfem, festem Griff, ganz zielbewußt und unbeirrbar. Da wird dereinst der Menschenklugheit keinerlei Verdrehen und kein Wenden nützen. Sie ist in ihrer ganzen Fehlerhaftigkeit von ihm erkannt, die kranken Stellen werden aufgeschnitten und beseitigt, um der strebenden Menschheit ihre Zeit des Erdenlebens zu erleichtern, es sogar paradies-ähnlich zu machen. Zu dieser Aufgabe gehört das höchste Wissen vorher eng vereinigt mit dem irdischen Erleben, mitten unter diesen Auswüchsen des menschlichen Verstandes. Und deshalb ist das Opfer eines vorherigen Miterleidens unvermeidbar, wenn es zu echtem Wissen kommen soll! Es gibt die notwendige Folgerung zur Strenge bis zur Härte, da das eigene Erleben immer als ein Beispiel vor ihm stehen wird. Natürliches Geschehen, dessen Größe von der Menschheit erst wie immer weit nachher erkannt zu werden vermag, damit auch die Sicherheit in der geistigen Führung, welche alle Wege immer nur aus der Natürlichkeit heraus benützt. Bei solcherlei großem Geschehen fallen die als Nebenfolgen mitlaufenden irdischen erfreuenden oder leidbringenden Ereignisse kaum in Betracht. Deshalb bleibt es dem Ausführenden immer selbstverständlich. Er heischt dabei nicht nach dem menschlichen Verständnis oder Mitgefühl, und registriert nur scharf beobachtend in der Empfindung jegliches Erleben, wissend, daß es ihm zur Ausbildung zu dienen hat.
Und herrlich wird zuletzt alles hinausgeführt! Die Leiden selbst, die Anfeindungen durch die Menschheit in so vielerlei Gestalt, schärfen das Schwert, härten selbst den Stahl des Hammers, der sie einst rückwirkend zerschlagen soll in ihrer fehlerhaften Überhebung! Bewundernd wird der Menschengeist nach dem Geschehen einst im Rückblick auf die Weisheit seines Schöpfers demutsvoll sich beugen, und willig dienend sich in das Getriebe seiner Schöpfung stellen. –
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Frage: Wenn Stigmatisierungen zum Teil Karma-Auswirkungen sein sollen, so müßten diese doch nur unter dem jüdischen Volke vorkommen, welches damals Christus kreuzigte.
Antwort: Mancher Leser wird erstaunt sein, daß ich eine so naive Frage öffentlich beantworte. Ich halte es jedoch für notwendig, da derartige beschränkte Anschauung leider sehr viel vertreten ist. Wiederinkarnie-rungen richten sich nicht nach irgend einer Religionsanhängerschaft, sondern lediglich nach der Reife des Geistes, sowie den Eigenschaften, die diesem anhaften, die er sich also erworben hat, oder die er an sich trägt. Der Grad der Reife wie auch die Art der Eigenschaften lösen die Auswirkung der Anziehungskraft der Gleichart im Weltgeschehen aus, also auch bei Wiederinkarnierungen, nicht aber irgend eine religiöse Anschau-ung oder irgend eine Konfession. Unter den jetzigen Juden sind deshalb viele vorherige Christen inkarniert, wie auch unter den jetzigen Christen sehr viele vorherige Juden. Religiöse Schranken sind rein irdisch, wie auch die Nationalität. Vor diesen durch Menschensinn errichteten Schranken macht ein Geschehen wie Wiederinkarnierung nicht Halt, da diese Schran-ken oder Grenzen nicht in sich lebendig sind, im Weltgeschehen nichts bedeuten. Es sind in Wirklichkeit nur kleine, nebensächliche Dinge, die allein der kleine Erdenmensch als wichtig und groß ansieht, um . . . . irdischen Einflusses willen! Nichts weiter.
Es ist sehr oft ein Christ in seinem nächsten Erdensein ein Jude, um später wieder Christ zu sein und umgekehrt, natürlich auch ebenso Anhänger anderer Religionen. Auch das Geschlecht ist Nebensache. Es wechselt oder bleibt bestehen je nach Entwickelung der Art der Eigenschaften oder des „Hanges“.
Neben all der Größe, die darin liegt, beweist dieser Umstand, daß eine bestimmte Religionsanschauung nichts mit dem eigentlichen Werte oder Unwerte eines Menschengeistes zu tun hat. Außerdem, daß ein Religionshaß wie auch Nationalhaß etwas irdisch Kleines, Niedriges ist, ja sogar direkt lächerlich, weil unsinnig, daß aber auch die Religionsbegriffe nie richtig lebendig in dem Erdenmenschen werden; denn sonst müßte ihre Einwirkung doch stärker sein und tiefer gehen, nachhaltiger bleiben. Die wenigen Ausnahmen, die wirklich lebendig in ihren Anschauungen stehen und deshalb auch nachhaltiger unterworfen bleiben, sodaß es auch bei Wiederinkarnierungen mit geltend wird, können nicht als Beispiele gehalten werden.
Es wird deshalb wohl jedem Leser damit leicht verständlich werden, wenn ich sage, daß das „Lebendige Wort Gottes“ auch niemals aus einer bestimmten, festen Religion hervorgehen kann, eine solche auch nie in sich trägt, und auch nicht will. Christi Worte über eine „Kirche“ hat man nicht in dem großen, reingeistigen Sinne erfaßt, sondern leider nur zu sehr verirdischt, damit eingeengt, den Sinn verstümmelt. -
Hierbei kann ich noch eine Frage mit beantworten: Der verheißene und von Vielen jetzt erwartete „Weltenlehrer!“ Die Erklärung darüber geht gleichzeitig aus dem schon Gesagten mit hervor, hängt dicht damit zusammen. Weltenlehrer heißt er nicht etwa, weil er die Welt belehren soll, vielleicht eine Religion gründet, welche die Welt, in engerem Sinne die Erde oder noch besser die Erdenmenschheit vereinigt, oder die die Erde beherrscht, sondern Weltenlehrer wird er genannt, weil er die „Welt“ erklärt, die Lehre über die Welt bringt. Das, was der Mensch wirklich wissen muß! Er lehrt die „Welt“ erkennen, in ihrem selbsttätigen Wirken, damit der Erdenmensch sich darnach richten kann und ihm dadurch der Aufstieg bewußt möglich wird, in Erkenntnis der eigentlichen Weltgesetze!
Es handelt sich also um eine Weltenlehre, Belehrung über die Welt, die Schöpfung.
Hinter diesem echten Weltenlehrer steht wie einst bei Christus den reinen Hellsehenden sichtbar strahlend das große Erlöserkreuz! Man kann auch sagen „er trägt das Kreuz!“ Das hat jedoch mit Leiden und Märtyrertum nichts zu tun.
Es wird dies eins der Zeichen sein, das „lebendig leuchtend“ kein noch so geschickter Gaukler oder Magier vorzutäuschen vermag, und woran die unbedingte Echtheit seiner Sendung zu erkenn ist!
Dieser außerirdische Vorgang ist nicht etwa zusammenhanglos, nur willkürlich, also nicht unnatürlich. Man versteht den Zusammenhang sofort, sobald man den wirklichen Sinn des eigentlichen „Erlöserkreuzes“ weiß. Das Erlöserkreuz ist nicht gleichbedeutend mit dem Leidenskreuze Christi, wodurch die Menschheit ja auch nicht erlöst werden konnte, wie ich schon in dem Vortrage „Kreuzestod“ eingehend schilderte, und vielfach wiederholte. Es ist etwas ganz anderes, wiederum anscheinend Einfaches, und doch gewaltig Großes!
Das Kreuz war ja schon vor Christi Erdenzeit bekannt. Es ist das Zeichen göttlicher Wahrheit! Nicht nur das Zeichen, sondern die lebendige Form dafür. Und da Christus der Bringer göttlicher Wahrheit war, der unverfälschten, und aus der Wahrheit kam, mit ihr in direkter Verbindung stand, ein Stück davon in sich trug, haftete sie auch lebendig in ihm und an ihm! Sie ist sichtbar in dem lebendigen, also leuchtenden und selbsttätig strahlendem Kreuze! Man kann sagen, sie ist das Kreuz selbst. Dort, wo dieses strahlende Kreuz ist, ist damit auch die Wahrheit, weil dieses Kreuz von der Wahrheit nicht zu trennen geht, sondern beides eins ist, weil dieses Kreuz die sichtbare Form der Wahrheit zeigt.
Das Strahlenkreuz, oder das strahlende Kreuz ist also die Wahrheit in ihrer ureigenen Form. Und da durch die Wahrheit allein der Mensch aufsteigen kann, nicht anders, so findet der Menschengeist auch nur in Erkenntnis oder Kenntnis der göttlichen Wahrheit wirkliche Erlösung!
Da nun wiederum allein in der Wahrheit die Erlösung liegt, folgert daraus, daß das Kreuz, also die Wahrheit, das erlösende Kreuz ist, oder das Erlöserkreuz!
Es ist das Kreuz des Erlösers! Der Erlöser aber ist die Wahrheit für die Menschheit! Nur die Kenntnis der Wahrheit und die damit verbundene Benützung des in der Wahrheit liegenden, oder in der Wahrheit gezeigten Weges kann den Menschengeist aus seiner jetzigen Umnachtung und Verirrung nach dem Lichte emporführen, befreien, erlösen aus dem derzeitigen Zustande. Und da der gesandte Gottessohn und der nun kommende Menschensohn die alleinigen Bringer der ungetrübten Wahr-heit sind, diese in sich tragen, müssen beide naturgemäß auch untrennbar das Kreuz in sich und an sich tragen, also Träger des Strahlenkreuzes, Träger der Wahrheit sein, Träger der Erlösung, die in der Wahrheit für die Menschen ruht. Sie bringen die Erlösung in der Wahrheit denen, die sie aufnehmen, die also den gezeigten Weg gehen. - Was gilt daneben alles menschenkluge Reden? Es wird verblassen in der Stunde der Not.
Deshalb sagte der Gottessohn zu den Menschen, daß diese das Kreuz aufnehmen und ihm folgen sollten, das heißt also, die Wahrheit aufzunehmen und darnach zu leben! Sich einzufügen in die Schöpfungs-gesetze, zu lernen, diese genau zu verstehen und sie in ihren selbst-arbeitenden Auswirkungen nur zum Besten zu benützen.
Was aber hat der beschränkte Menschensinn wieder aus dieser einfachen und natürlichen Tatsache gemacht! Eine von Gott und dem Gottessohne, seinem Gesandten, nicht gewollte Leidenslehre! Und damit wurde ein falscher Weg eingeschlagen, der mit dem gezeigten Wege nicht in Einklang steht, sondern weitab führt vom Gotteswillen, der nur zu der Freude anstatt zu dem Leiden führen will.
Es ist natürlich für die Menschheit ein furchtbares Symbol, daß der Gottessohn damals von ihr gerade an die irdisch wiedergegebene Form der Gestaltung der Wahrheit genagelt und zu Tode gemartert wurde, also an dem Symbol der Wahrheit, die er brachte, irdisch zu Grunde ging! Das Leidenskreuz der Kirchen ist aber nicht das Erlöserkreuz!
„Der in der Kraft und in der Wahrheit steht“ heißt es von dem Gottessohne. Die Kraft ist der Gotteswille, der Heilige Geist. Seine sichtbare Form ist die Taube. Die sichtbare Form der Wahrheit ist das selbsttätig strahlende Kreuz. Beides sah man lebendig an dem Gottessohne, weil er darin stand. Es war also eine bei ihm natürliche und selbstverständliche Erscheinung.
Dasselbe wird man auch am Menschensohne sehen! Die Taube über ihm, das Erlöserkreuz hinter ihm; denn er ist wiederum untrennbar damit verbunden als der Wahrheitsbringer, „der in der Kraft und in der Wahrheit steht!“ Es sind die untrügbaren Zeichen seiner echten Sendung zur Erfüllung der Verheißungen. Die Zeichen, die nie nachzuahmen gehen, unvernichtbar sind, warnend und trotz der Furchtbarkeit des Ernstes auch verheißend! Vor ihnen ganz allein muß alles Dunkel weichen!
Schaut auf! Sobald die unerbittlichen Vorboten seines Kommens sich gemeldet haben, die den Weg für ihn reinfegen von den Hemmnissen, die Menschheitsdünkel darauf häufen, wird die Binde von den Augen Vieler fallen, die begnadet sind, ihn also zu erkennen! Laut werden sie dann Zeugnis geben müssen, gezwungen von der Kraft des Lichtes.
Kein einziger der heute noch so zahlreichen falschen Propheten und auch Führer vermag Dem gegenüber zu bestehen; denn in den beiden hohen Zeichen, welche niemand tragen kann außer dem Gottessohne und dem Menschensohne, spricht Gott selbst für seinen Diener, alle Menschen-klugheit muß darob verstummen. -
Achtet auf die Stunde, sie wird näher sein als Alle denken.
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Fragen über verschiedene Sekten, wie zum Beispiel über den „Bund der Kämpfer für Glaube und Wahrheit“, sowie „Weiße Loge“ und Andere, werden nicht beantwortet, da keine Zeit mehr zu nebensächlichen Dingen ist, die für das wirkliche Wohl und Wehe der Menschheit und für zu erwartende große Ereignisse vollständig bedeutungslos bleiben werden. Es kann nur wichtigeren Angelegenheiten Aufmerksamkeit gewidmet sein, die bei dem Ernste kommender Zeit dann als bestimmende Werte mithelfend bestehen bleiben, wozu die meisten heutigen Bestrebungen nicht gerechnet werden können, da sie schon den Anfang nicht zu überdauern vermögen; denn schonungslos wird mit allem Unechten aufgeräumt. Es ist nicht mehr nötig, sich darüber auszulassen. Alle Fragenden werden im Weltgeschehen eine Antwort finden, die sie nicht erwarten, welche aber deutlicher als Worte spricht!
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Wenn einige Bestrebungen neue Gedanken meiner Gralsbotschaft aufnahmen und seit Jahren in ihrer Art als „Eigenes“ zu verarbeiten suchen, so verweise ich nur darauf, daß die ersten Hefte meiner Vorträge bereits im Jahre 1923 veröffentlicht worden sind, also vor fünf Jahren, und gerade in der Stadt, von der Sie schreiben, viele Leser hatten. Das wird Ihnen so manches erklären. Schmücken sich doch Viele gern mit fremden Federn. Lassen wir den Leuten das Vergnügen; denn es hat am Ende nicht Bestand. Das Buch „Im Lichte der Wahrheit“ ist ja eine Sammlung bereits vorher veröffentlichter Vorträge.
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Mitteilungen des Verlages:
Da Abdruschin für den „Ruf“ viele Beiträge leistet, erscheinen „Gralsblätter“ erst wieder in einigen Monaten. Abdruschins Beiträge für den „Ruf“ sind jedoch gleichwertig mit dem Inhalte der Gralsblätter, und gehören unbedingt zur Reihenfolge seiner Gesamtvorträge, sind also zum vollen Verständnis und zur Lückenlosigkeit der Gralsbotschaft nicht auszuschalten, da sie in den Gralsblättern keine Wiederholungen erfahren, sondern das nächste Heft des Gralsblätter an die Vorträge in den Heften des „Rufes“ anschließen wird.
„Vom Throne zum Schaffot“. Hierüber sind so viele Arbeiten eingegangen, daß eine Durchsicht bei derartig reger Beteiligung noch nicht ganz erledigt werden konnte. Deshalb soll auch Abdruschins Abhandlung darüber erst in dem nächsten Hefte erscheinen.
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Für unverlangt zugesandtes Manuskript übernehmen wir keine Haftung. Rücksendung nur gegen Miteinsendung des Portos.
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Inserate werden nur noch solche aufgenommen, die von dem Verlag an seine Leser empfohlen werden können. Alles andere wird nicht berücksichtigt, da der Verlag nicht die Absicht hat, mit Inseratenunwesen ein Geschäft zu machen und alles aufzunehmen.
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In Vorbereitung ist:
„IM LICHTE DER WAHRHEIT“, BAND II
In diesem zweiten Buche, dessen Ausführung genau dem ersten Bande entspricht, erscheint die weitere Sammlung der Vorträge Abdruschins, die zu einem geschlossenen Ganzen gehören, und das Weltbild vervollstän-digen, das in dem ersten Buche beginnt. Vorausbestellungen werden ange-nommen.
Um die vielfachen Bitten der Leser zu erfüllen, geben wir heute diesem Hefte ein Bild Abdruschins bei, des Verfassers der Gralsbotschaft.
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Buchbesprechungen:
Alexander Cingria. Der Verfall der kirchlichen Kunst.
Benno Filser Verlag, Augsburg 1927. Das Buch erschien
1917 in Lausanne französisch, die vorliegende Ausgabe
ist eine gute deutsche Übersetzung von Linus Birchler.
Alexander Cingria gehört zu einem Kreis neuer westschweizerischer Künstler, er ist selbst mit einer glühenden Fantasie begabt und setzt sich mit der ganzen Kraft seiner Persönlichkeit ein gegen die Verflachung und Verkitschung der heutigen Kunstäußerung. Das Buch ist zunächst vom rein katholisch religiösen Standpunkt aus geschrieben, enthält aber freimütig eine so offene Kritik, daß es von allgemeiner Gültigkeit sein kann. Zunächst spricht Cingria über die Notwendigkeit religiöser Kunst im römisch-katholischen Sinne, d. h. unter Betonung der Notwendigkeit, alle Ausdrucksmöglichkeit der bildenden Kunst in den Dienst des religiösen Lebens zu stellen. Bei der Untersuchung über den Geist und künstleri-schen Wert der heutigen kirchlichen Kunst weist Cingria mit klarer Offenheit darauf hin, daß eine Reihe von Zeiterscheinungen mit helfen, diese christliche Kunst nur noch zu einem schattenlosen Wesen zu machen. Während im Mittelalter der Architekt, der Maler, der Plastiker aus dem innern religiösen Erleben heraus schuf, unbekümmert um sittliche Dogmen der Allgemeinheit, hat heute der Begriff der christlichen Kunst den Beigeschmack kleinbürgerlicher Moralität bekommen, die jede großzügige Entfaltung verhindert. Den Grund für den Verfall sieht Cingria in der Langenweile, der Gedankenlosigkeit, der Trägheit, der Verlogenheit und der ganzen Lieblosigkeit der ganzen heutigen bürgerlich christlichen Welt. Den einzelnen eben angeführten negativen „teuflischen“ Eigen-schaften ist jeweils ein Kapitel seiner Untersuchung gewidmet. Zum Schlusse untersucht Cingria noch die Relation zwischen kirchlicher und weltlicher Kunstauffassung und deutet klar auf die Gefahr des Akade-mismus hin, der den lebendigen Schöpferwillen zu erdrosseln droht. Die Romantik des 19. Jh. und die Fabrikation des 20. Jh. verzeichnet Cingria als die letzten und schlimmsten Gefahrenmomente; nur eine äußerste Anstrengung kann die kirchliche Kunst vor der völligen Verwahrlosung retten. Das ernsthaft mit glühendem Eifer geschriebene Buch kann zum nachdenklichen Lesen empfohlen werden. A. F.
Meyers Lexikon in 12 Bänden. Siebente, völlig neubearbeitete Auflage. Über 160000 Artikel und Verweisungen auf etwa 21000 Spalten Text mit rund 5000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text; dazu etwa 755 besondere Bildertafeln (darunter über 100 farbige) und 280 Kartenbeilagen und Stadtpläne sowie 200 Text- und statistische Übersichten. Band 7 (Korrektor bis Marunke) in Halbleder gebunden 30 Rm. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig.
Der Besitzer der 7 Bände, dem eine monatliche Zahlung anfangs vielleicht manchen Seufzer kostete, ist nun doch seines Kaufes froh, wenn er die stattliche Reihe der schönen und inhaltlich so reichen Bände vor sich sieht. Befriedigt blättert er in seinem 7. Bande, der ihm nun schon bis zum Stichwort „Marunke“ über unser gesamtes Wissen Auskunft gibt. Aus dem Reichtum an Darstellungen aus allen Gebieten, über die man oft nur in schwer zugänglicher Literatur etwas findet, seien genannt der 10 Spalten lange Artikel „Kriegswirtschaft“, bei dem wir uns mit Wehmut an Brot-, Fleisch- und andere Karten erinnern; der Artikel „Marneschlacht“ mit seinen verhängnisvollen „hätte“ und „wäre“; den umfassenden Artikel „Landwirtschaft“; dann die Biographien berühmter Zeitgenossen: Macken-sen, Ludendorff, Lensch, Lersner, Mahraun, Maltzan, Lingner, Lenin, Krassin, Lunatscharskij, Lloyd George, Löns usw. Viele schwarze Tafeln und zahllose Abbildungen im Text machen die Lektüre der Artikel zum Vergnügen. Die illustrierten Textbeilagen sind wieder stark vertreten und unterrichten über wichtige technische Gebiete: Kraftwagen, Krane und Winden, Kupfergewinnung, Lampen, Leuchtgasbereitung und viele andere. Luftschiffbau und Luftverkehr sind eingehend behandelt. Auch dieser Band schließt sich würdig seinen Vorgängern an; man spürt, wieviel redlichen Fleiß die Herausgeber aufwendeten. Der Preis von 30 Reichsmark ist gering, wenn man bedenkt, daß man für einen modernen, auch in Halbleder gebundenen Roman, der keinerlei Tabellen, Landkarten, Abbildungen oder gar Bildertafeln enthält und etwa ein Drittel des Umfanges hat, 10 - 14 Reichsmark bezahlen muß.
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Einzelnummer der Monatsschrift „Der Ruf“ 60 Pfennige. Abonnement
12 Nummern Mk. 6.-. Porto extra.
Schriftleitung und Verlag:
Oskar Ernst Bernhardt, Tutzing / Zentrale der Gralsbotschaft.
Bis jetzt erschienene Werke Abdruschin’s
Gralsblätter, Serie l, Heft 2-7
Preis pro Heft Rm. -.50
Hauptinhalt:
Heft 2: Verantwortung. Heft 3: Das Geheimnis der Geburt. Heft 4: Die Ehe. Heft 5: Der Mensch und sein freier Wille. Heft 6: Der Tod. Heft 7: Das Geheimnis Luzifer
Auflage bis 35. Tausend
Im Lichte der Wahrheit
Neue Gralsbotschaft
272 Seiten
Kartoniert Rm. 6.- Ganzleinen Rm. 8.70 Volksausgabe Rm. 4.50
Auflage bis 13. Tausend
(In diesem Buche ist der Inhalt der Hefte Serie I mit enthalten)
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Gralsblätter, Serie II, Nr. 1 u. 2 (Doppelheft)
72 Seiten stark Preis Rm. 1.50
Inhalt:
Ich bin der Herr, Dein Gott! Der Kreuzestod des Gottessohnes und das Abendmahl, u. a. m.
Auflage bis 6. Tausend
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Gralsblätter, Serie II, Nr. 3, 4 u. 5 (dreifaches Heft).
100 Seiten stark Preis Rm 2.-
Inhalt:
Die Sexualkraft in ihrer Bedeutung zum geistigen Aufstiege. Was trennt so viele Menschen von dem
Licht. Der große Komet. Grobstofflichkeit, Feinstofflichkeit, Strahlungen, Raum und Zeit. Der Irrtum des Hellsehens. Fleischkost oder Pflanzenkost. U. a. m.
Auflage bis 5. Tausend
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„Denkst Du daran?“
Bausteine aus Abdruschins Werken
Zusammengestellt von
Hofrat Professor Alfred Börckel
96 Seiten, geb. Rm. 2.-, brosch. Rm. 1.-
Ein für alle Gelegenheiten passendes Geschenk für Jung und Alt. Prachtvolles Taschenbuch als praktischer Wegweiser durch das Leben
Verlag der Gralsblätter :-: Oskar Ernst Bernhardt
Tutzing (Oberbayern)


