Poselství Grálu od Abdrushina

Ve světle Pravdy

Abschrift eines Manuskriptes von Otto‑Ernst Fritsch

 

 

Worte des HERRN, leider nur aus der Erinnerung, deshalb nur sinngemäß, aber nach meiner Überzeugung ziemlich wortgetreu wiedergegeben.

 

 

1) Wenn Ihr nicht fähig werdet, das Leid der anderen Menschen Euch zu eigen zu machen, mitzuleiden, wird zu Euch das Leid in verschärfter Form kommen. Ihr seid nicht auf der Erde, um nebeneinander zu leben, sondern Ihr sollt miteinander wirken, um im Erleben zu reifen‑ Geht Ihr achtlos an dem Leid des anderen vorbei, so zeigt Ihr damit, daß es Euch an der wahren Liebe zu Gott und dem Nächsten fehlt‑ Nur wer fähig wird, sich das Leid des anderen zu seinem eigenen zu machen, der wird reifen können und innerlich aufwärts steigen können. Geht Ihr achtlos am Leid des anderen Menschen vorbei, wird es Euch in verschärfter Form treffen, kann Euch sogar verschlingen.

2) Ein jeder Berufene, der Großes zu leisten hat im Sinne Gottes, nicht im Sinne der Menschen, wird vorher durch Leiden und Prüfungen geführt, um im Erleben des Falschen zu erkennen, wie das Richtige sein muß. Er wird dann, von oben geführt, das Richtige auch ausführen. Es ist ein Irrtum vieler Kreuzträger, zu glauben, daß alles Leid karmisch ist. Jeden Tag, jede Stunde werden neue Fäden geknüpft. Und da die Menschen sich fast nur dem Dunkel zugewandt haben, wird auch immer mehr verschärft das Leid geformt.

3) Wenn die Kreuzträger wissen würden und auch alle Menschen auf dieser Erde, die sich das Tausendjährige Reich ersehnen, wie streng und wie hart die Gesetze im Neuen Reich sein werden, die irdischen Gesetze von einer nie geahnten und gekannten Härte, so würden sich manche jetzt das neue Reich nicht herbeisehnen. Es wird sogar viele Menschen geben, die zuerst noch unter der Härte, die sie nicht verstehen, die aber nur zu ihrem Besten ist, die alte Zeit zurückersehnen, wo sie tun und lassen kannten, was sie wollten. Im Neuen Reich gelten nur noch die Gesetze Gottes, und die sind für jeden Menschen, der sich nicht beugen will dem Schöpfer aller Welten, unsagbar hart.

4) Oben im geistigen Reich sind die Gesetze so streng, wie es sich kein Mensch auf Erden vorstellen, kein Mensch ahnen kann. Aber da diese Menschengeister schon eine hohe Reife haben und sie wissen, daß alles nur zur Schönheit, Harmonie und Vollkommenheit dient, fügen und beugen sie sich mit Freuden diesen Gesetzen und empfinden sie gar nicht als hart. Nur der Mensch hier in der Schöpfung, der abseits steht von aller Schönheit und aller Vollkommenheit, glaubt, nur nach seinem eigenen Willen leben zu können. Es gibt aber auch nur einen einzigen Willen, und der kommt von GOTT.

5) Es war das letzte Mal in Kipsdorf beim Herrn. Der HERR war von einer unsagbaren Traurigkeit, inneren Bedrücktheit und Schwere. Es war in seinem Esszimmer. Vorher hatten wir einen größeren Spaziergang gemacht, wobei mir der HERR eröffnet hatte, daß er von dieser Erde gehen würde; ich hatte aber in dem Vergleich nicht ganz verstanden, was er sagen wollte. (Der HERR liebte es nicht bei seinen Vertrauten, daß sie, während er im Zimmer auf‑ und abging, standen, ich saß also, während er auf‑ und abging.) Einer inneren Verzweiflung nahe sagte der HERR: Was habe ich denn falsch gemacht, daß alle Menschen in meiner Nähe dunkel und häßlich werden!?“

Ich selbst war entsetzt und verzweifelt über die unsagbare Traurigkeit des HERRN (fast alle hohen Berufenen, Ritter, Apostel und Jünger hatten ihn verlassen! Von den ca. 800 Kreuzträgern, die sich 1938 zur Botschaft bekannt hatten, waren nach der Inhaftierung des HERRN mehr oder weniger alle feige in die Schlupflöcher gekrochen. Und die wenigen, die sich noch zum HERRN bekannten und an ihn glaubten, wagten es nur im Freundeskreis und bei Gleichgesinnten zu äußern. Und mit dieser vollkommenen Zerstörung seines Werkes konnte der HERR als Mensch auch innerlich nicht fertig werden. Deshalb sein verzweifelter Ausruf.) Ich war durch die vorangegangenen Gespräche und durch diese jetzigen leiderfüllten Worte des HERRN selbst so verzweifelt, daß ich nicht wußte, was ich darauf antworten sollte. In tiefstem Gebet flehte ich zu GOTT um Hilfe. Ich stand auf, sah dem Herrn in die Augen und sagte lächelnd zu ihm: HERR, das ist doch ganz leicht zu erklären. Wenn sich der HERR den ganzen Tag in die pralle Sonne setzen würde, bekäme der HERR auch einen Sonnenstich. So ist es mit uns Menschen halt gegangen!“

Der HERR griff erschüttert an meine Schulter und sagte zu mir: Kommen Sie, lieber Herr Fritsch, es tut mir sehr leid, daß ich Ihnen Ihr Herz so schwer gemacht habe. Wir gehen hinauf oben in unser Zimmer und sprechen von anderen Dingen.“ Der HERR hat immer gelitten unter der Lieblosigkeit, die die Kreuzträger ‑ bis auf einige Ausnahmen ‑ untereinander jahrelang an den Tag legten. (Daran will ich erkennen, daß Ihr meine Jünger seid, daß Ihr einander liebt!“)

6) Bei meinem letzten Spaziergang mit dem HERRN in Kipsdorf, welcher ungefähr zwei Stunden dauerte, hat der HERR besonders viel über die zukünftige Entwicklung in Deutschland, in Europa und auf der Erde gesprochen. Aber alles, was er sagte, war von einer unsagbaren Wehmut durchtränkt. Es war wie ein Abschied. Kurz vor dem Schweizer Hof (So hieß das Haus, in dem der HERR in Kipsdorf die letzten Jahre seines Lebens verbrachte; das Haus war Eigentum des Industriellen Giesecke, eines Jüngers des HERRN, der in besonderer Liebe und Treue zum Herrn stand) sagte ich zum HERRN: „Ich hätte eigentlich noch eine Frage, die mich schon jahrelang beschäftigt, mit der auch andere Kreuzträger nicht fertig werden. Ich würde den HERRN wohl gern fragen, fürchte aber, daß diese Frage den HERRN trauriger macht, als er schon ist.“ Der HERR blieb stehen, sah mir liebevoll in die Augen und sagte: Fragen Sie nur!“ Meine Frage lautete: „Herr, wie kommt es, daß Frau Maria und Fräulein Irmingard so leicht den Lügnern und Verleumdern alles glauben? Das kann ich nicht und können auch andere Kreuzträger nicht verstehen.“ Der HERR schwieg längere Zeit, dann sagte er, leise lächelnd: „Ich habe am Anfang ja auch Fehler gemacht! Frau Maria und Fräulein Irmingard kommen nun hinein in eine Aufgabe, die niemals für sie vorgesehen war. Ich gehe nicht mehr nach Tirol. Anders ist es mit Frau Maria und Fräulein Irmingard, die wieder dorthin zurückkehren werden. Die beiden Frauen werden nun in eine schwere Aufgabe gestellt, die so groß ist, daß sie sie kaum bewältigen können. Ich werde den Aufbau von der Burg aus leiten und werde die Berufenen von Zeit zu Zeit zu mir kommen lassen.“ ‑ Dann schwieg der Herr lange. Es war eine so unsagbare Traurigkeit und Verzweiflung und Wehmut ‑ ich war wie gebannt und gelähmt, ich konnte kein einziges Wort hervorbringen, obwohl mich vieles innerlich durchströmte, vor allen Dingen die scheinbaren Widersprüche („Von der Burg aus leiten“; Die Gralsburg sollte ja auf dem Vomperberg erstehen! Und trotzdem sagte der HERR, er kehre nicht zurück nach Tirol, er werde die Berufenen von Zeit zu Zeit zu sich kommen lassen ‑ alles war mir so unverständlich...) Es war wie eine Golgatha‑Stunde, so unsagbar schwer, wie ich sie nie vorher und nie nachher erlebt habe. Wir gingen dann schweigend in das Haus zurück, wo wir dann unser Gespräch im Esszimmer fortsetzten.

7) Mittlerweile war es Nachmittag geworden; der HERR hatte in seinem Arbeitszimmer noch vieles von Zukünftigem gesprochen, wie alles sich verändern, wie der Lauf der Dinge sein wird ‑ aber über allem lag lastend diese unsagbare Wehmut und Schwere, die so drückend war, daß mir, wenn ich mich heute, Jahrzehnte später, daran erinnere, fast das Herz bricht. ‑ Die Stunde des Abschieds kam, ich sagte: „Herr, ich muß jetzt leider gehen.“ ‑ Der Herr stand auf. „Ich werde Sie noch hinunter begleiten, lieber Herr Fritsch“, sagte er freundlich. „Nein, nein, HERR, wehrte ich ab, machen sich der HERR doch keine Mühe meinetwegen.“ Freundlich scherzend lächelte der Herr: „Gut, dann werde ich halt oben bleiben, wenn Sie es nicht wünschen!“ und lachend erwiderte ich: „Nein, HERR, ich möchte noch bis zum letzten Augenblick mit dem HERRN zusammensein dürfen!“ ‑ Unten angelangt, kam schon Frau Maria entgegen und wünschte mir alles Gute für die Zukunft. Fast hätte mich ein Weinkrampf gepackt, aber ich beherrschte mich tapfer. Der HERR ging unversehens leise fort, währen Frau Maria mit mir sprach. Draußen am Gartentor blickte ich nochmal zurück. Der HERR stand oben in seinem Arbeitszimmer und winkte mir freundlich lächelnd noch einmal zu. Ich muß damals wohl geahnt haben, daß ich den HERRN niemals mehr wiedersehen würde.

8) Im Jahre 1932 kam ein ganz besonders begnadeter Mensch auf den Vomperberg. Noch niemals vorher und auch später nicht wurde ein Menschengeist vom HERRN, von Frau Maria und Fräulein Irmingard so mit offenen Armen aufgenommen. Dieser Menschengeist war meines Wissens nach der einzige, dem Fräulein Irmingard sich freundschaftlich zuneigte. Es handelte sich um die junge Iden Freitag, eine eigenartige Persönlichkeit, faszinierend und doch irgendwie nicht sympathisch. Sie konnte, nachdem sie auf den Berg gekommen war, ganz plötzlich über Nacht wunderbar dichten und komponieren, auch zeichnen, obwohl sie dies niemals zuvor getan hatte. Auf dem Berg schrieb sie das Buch „Aus verklungenen Jahrtausenden“. Als es damit nicht vorangehen wollte, holte sie der HERR in das Gralshaus (das Verwaltungshaus stand damals noch nicht, es wurde erst viel später gebaut). Jeden Tag saß Iden Freitag nun stundenlang mit dem HERRN im selben Zimmer und konnte dieses Buch nur in seiner Nähe schreiben. ‑ Bald tauchte eine weitere Gabe bei ihr auf. Sie konnte auf einmal wunderbar rezitieren. Auf Veranlassung des HERRN bekam sie von Hofschauspieler Otto König aus München Schauspielunterricht und Sprechunterricht, damit sie auch die äußere Technik beherrschte. Otto König kam zu diesem Zweck sehr oft von München herauf auf den Vomperberg. Ihre Rezitationsgabe war dermaßen einmalig und erschütternd groß in der künstlerischen Darstellungsgabe, daß sogar ihr Lehrer sagte, so etwas von außergewöhnlichem Talent hätte er noch nie erlebt, und andere Schauspieler, die sie dann erlebten, bestätigten dieses Urteil. ‑ Inzwischen lernte Iden Freitag einen Mann kennen namens Tietze (der Vorname ist mir entfallen). Dieser war meiner Erinnerung nach Fabrikant und ein höherer Führer bei den Freimaurern. Dieser Herr Tietze ehelichte schließlich Iden Freitag. Diese hätte nun nach dem Willen des HERRN eine große Tournée durch Deutschland machen sollen, um durch ihre künstlerische Darbietungen das deutsche Volk aufzurütteln, was sie meisterhaft verstand, um dem Heiligen Gral zuzuführen. ‑ Meiner Meinung nach war dieser Herr Tietze ein sehr kaufmännisch berechnender Mann, der nun verlangte, Abd‑ru‑shin sollte für das Buch „Aus verklungenen Jahrtausenden“ seiner jetzigen Frau eine hohe Summe als Honorar zahlen. Da dieses Buch aber kein eigenes künstlerisches Werk war, sondern medial empfangen, wurde meiner Erinnerung nach das Honorar nicht genehmigt. Über Nacht wurde Iden Tietze, geb. Freitag, nunmehr eine erbitterte Feindin des HERRN. Sie, einst eine glühende und begeisterte Anhängerin von Abd‑ru‑shin, wurde in ihrem Haß niedrig und erbärmlich. Diese so plötzliche Wandlung eines an sich guten Menschen zu tiefster Charakterlosigkeit schmerzte und erschütterte das Trigon so tief, daß der HERR, Frau Maria und Fräulein Irmingard das Gralshaus mehrere Tage lang nicht verließen. Alle Kreuzträger auf dem Berg, die den HERRN liebten, empfanden diese Gehässigkeit ebenfalls sehr schmerzhaft.

Es gibt ein kleines, unscheinbares blaues Blümchen, „Männertreu“ genannt. Weil blau das Symbol der Treue ist und auch wegen des bezeichnenden Namens, pflückte ich eine große Schale mit Männertreu und gab sie im Gralshaus für Frau Maria ab. Frau Maria muß die Empfindungen, die ich dabei gehabt hatte, gespürt haben, denn schon kurz danach, als ich am Gralshaus vorbeikam, öffnete Frau Maria oben im ersten Stock auf der Veranda das Fenster und rief mir zu:“ Herr Fritsch, ich habe mich sehr gefreut darüber!“ Das wiederholte sie sogar zweimal. Sie hatte Tränen dabei in den Augen.

9) Iden Freitag, nach ihrer Heirat Iden Tietze, hatte medial in der Nähe von Abd‑ru-shin im selben Raume noch andere Kundgebungen empfangen dürfen, u.a. auch „Die Burg“ (Gralsburg), „Das Tausendjährige Reich“ und „Das jüngste Gericht.“ Be­vor sie das Jüngste Gericht niederschrieb, sagte der HERR zu ihr, hiervon dürfe sie kein Exemplar behalten. Sie tat es aber trotzdem. In diesem Buch, das ich nie habe lesen können und dürfen, soll der Aufstieg Hitlers und der Zusammenbruch Deutschlands gestanden haben. Die Niederschrift wurde 1932, also noch vor der Machtübernahme Hitlers vollendet. Iden Tietze verfügte über große Beziehungen zu Künstlern, Wissenschaftlern und Politikern. In ihrem blinden Haß gegen Abd‑ru‑shin sandte sie das Manuskript, wel­ches sie heimlich an sich gebracht hatte, einem der engsten Vertrauten Hitlers in die Hände. Für Hitler muß das ein Beweis gewesen sein, daß Abd‑ru‑shin sein persönli­cher Feind sei und selbst an die Macht wolle. Aus diesem Grund hat Iden (Freitag) Tietze Abd‑ru‑shin geschadet wie kein einziger abgefallener Jünger. Sie war auch meines Wissens von allen Jüngern dem Trigon am engsten verbunden.

10) Wenn ein Mensch nur ein einziges Wort von Christus ganz in sich aufgenom­men hätte, dann hätte er mich und meine Botschaft nicht gebraucht. Nur einen einzi­gen Satz von Christus lebendig in sich aufgenommen, führt aufwärts zum Licht. Wie an den Sprossen einer Strickleiter wäre er von Stufe zu Stufe aufwärts gestiegen. Kein Mensch braucht an sich die ganze Lehre Christi, ein Satz von ihm allein ge­nügt, um aufwärts steigen zu können in ewige Freuden.

Die Menschheit hätte mich und meine Botschaft nicht gebraucht, wenn sie auf Christus gehört und sein Wort befolgt hätte.

Wer Christus ist und den hohen Wert seiner Sendung, werden die Menschen niemals erfassen können. Was weiß der Mensch von Gott?

Die Botschaft wird ein Menschengeist niemals ausschöpfen können. Auch im Jenseits nicht und in alle Ewigkeit nicht.

Erst später, lange nach dem Geschehen, kommt der Menschheit ein leises Ahnen von dem wert der Botschaft – ein Begreifen, ein wirkliches Erfassen nie.

 

11)   Ein Sünder, der tief im Schlamme steckt, aber in dem eine große Sehnsucht zum Licht vorhanden ist, steht mir näher als ein Menschengeist, der schon sehr hoch steht, aber geistesträge geworden ist.

Millionen Menschen leben jetzt schon unbewusst die Botschaft, und wenn für sie die Stunde gekommen ist, werden sie auch dazu finden, es werden über nacht Millionen sein.

Nicht der Kreuzträger steht meinem Herzen nahe, sondern die Menschen, die den Willen meines Vaters tun.

 

12)   Ein Mensch, der mehr Fehler macht als andere Menschen, beweist damit, dass er sich regt. Besser etwas falsch machen, als gar nichts tun! Ein Mensch, der immer auf der Ofenbank sitzt, kann sich kein Bein brechen.

Was die Menschen für gut ansehen, ist oft nicht gut – und was die Menschen für schlecht ansehen, ist oft nicht schlecht.

 

13)  Ich sagte einmal dem HERRN aus innerster, tiefster Sehnsucht heraus: „HERR, ich wäre auch gern Ritter oder Apostel. Nicht des Ehrgeizes wegen, sondern aus der Sehnsucht heraus, dem HERRN nahe stehen zu dürfen.“ Da antwortete der HERR, traurig lächelnd (er hatte eine eigenartige Wehmut beim Lächeln; strahlte aber bei allem Güte und Liebe aus): „Nicht die Ritter und Apostel stehen meinem Herzen nahe, sondern nur der Menschengeist, der den Willen meines Vaters erfüllt. Vom irdischen Denken aus gesehen, ist um mich eine Welt des Nichts und erst ganz unten, in der tiefsten Niederung, ist der Menschengeist. Aber jeder Mensch, der im Innersten von Sehnsucht nach Gott erfüllt ist, der steht meinem Herzen nahe.“

14) Was die Menschen als gut ansehen, ist vom Geistigen aus gesehen oft nicht gut, und was die Menschen für schlecht ansehen, ist vom Licht aus gesehen oft sogar gut. Beliebtheit oder Unbeliebtheit ist niemals ein Wertmaßstab. Oft gelten gerade Menschen, die vom Licht aus gesehen, besonders wertvoll sind, bei den Menschen als schlecht und schädlich und sind unbeliebt. Menschen, die sehr beliebt sind, sind oft oberflächlich und haben keine großen Werte. Nichts ist in Menschenaugen schändlicher, als wenn ein Menschengeist es wagt, nicht uniformiert zu sein und so zu leben, wie seine innerste Überzeugung es ihm vorschreibt. Menschen mit einem großen Gewissen und die nach ihrer innersten Überzeugung leben, gelten immer als Störenfriede und werden sogar oft als Verbrecher angesehen. Fast jedes Verbrechen verzeihen die Menschen dem anderen, wenn sie es nicht persönlich betrifft. Aber wehe dem Menschen, der es wagt, nicht so zu leben, wie es die uniformierte Masse verlangt und fördert.

15) Ein Jude aus Wiesbaden, namens Maaß, hatte die Botschaft erkannt, wurde oben auf dem Vomperberg vom HERRN versiegelt und bekam später auch eine Berufung. Dieser Mensch schloß sich meinen Eltern und mir sehr an. Er war ein stark intellektueller Typ und hoch gebildet, er hatte meiner Erinnerung nach eine führende Position in der Wirtschaft und verfügte über große Beziehungen im In‑ und Ausland. Sein Denken war trotz des Erkennens der Botschaft fast nur materiell und irdisch, so daß meine Mutter und ich oft sehr heftige Dispute mit ihm hatten. Eines Tages gingen meine Eltern und ich mit Herrn Maaß nach Schwaz. Unterwegs erzählte uns dieser ganz freudig: „Der HERR hat mir gestern gesagt, daß ich auch Jünger würde. Ich hoffe,“ sagte er, „daß ich dadurch mindestens tausend Mark im Monat verdiene.“ Meine Mutter und ich blieben entsetzt stehen und sagten erschüttert, fast wie aus einem Munde, dem Sinne nach zu ihm: „Ja sehen Sie dann im Jüngertum nur eine materielle Gehobenheit?“ Er erwiderte ganz stolz: „Ja, dann werde ich bestimmt noch mehr verdienen!“ ‑ Sehr viel später fiel dieser Jünger von der Gralsbewegung ab, und der HERR sagte traurig zu mir und meiner Mutter: „Ja, Herr Maaß hätte Großes wirken können, für GOTT und die Menschheit, wenn er nicht alles nur irdisch aufgefaßt hätte. Sie glauben gar nicht, Frau Fritsch, welche Anstrengungen das Licht dauernd neu machen muß, damit die Kraftströme wieder durch andere Kanäle fließen können!“

16) Am 13.2.1928 zog das Trigon auf den Vomperberg. Ich möchte die Vorgeschichte hierzu, soweit sie mir bekannt ist, berichten. Einiges weiß ich vom HERRN selbst, einiges nur aus dem Erzählen der Apostel und Jünger; infolgedessen ist eine absolute klare Linie nicht möglich. In großen Zügen aber stimmt mein Bericht: Während der Internierung Abd‑ru‑shins auf der Insel Man (1. Weltkrieg) erlebte der HERR innerlich, daß er zu etwas Besonderem berufen ist. Die Art, den Zweck und den äußeren Rahmen seiner Berufung wußte der HERR damals noch nicht. Der HERR erzählte mir in Kipsdorf, daß er nur nach und nach in diese wahre Aufgabe hineingeführt wurde. In diesem Zusammenhange erzählte mir der HERR meiner Erinnerung nach folgendes:

Eine damals sehr bekannte und berühmte weibliche Persönlichkeit hielt nach dem 1. Weltkrieg in Dresden in einem vollständig überfüllten Saal einen Vortrag, welcher auf das Publikum einen außerordentlichen Eindruck machte. (Anmerkung: Leider ist mir der Name dieser Frau entfallen.) Seherisch sprach sie von der Entwicklung der Menschheit und davon, daß jetzt in Deutschland der Mann lebe, der die Menschheit zu geistigem Aufstiege führt, sogar irgendwie in dem Sinne, daß er der Ritter der gesamten Menschheit werden würde. Alles lauschte wie in einem Banne. „Dabei dachte ich sofort,“ so sagte der HERR zu mir: „GOTT gebe, daß ich diesem Mann ein Helfer werden kann.“ Überwältigt und zutiefst beeindruckt empfand ich dabei ein solches Leuchten und Strahlen, daß ich ‑ ich weiß kein anderes Wort ‑ wie gelähmt war. Aber die unsagbare Freude und glückselige Leichtigkeit, die auf einmal im Raume herrschten, gaben mir dasselbe Erleben, das ich früher sehr oft auf dem Vomperberg hatte, wenn der HERR einen Vortrag hielt. (Die Vorträge aus den „Nachklängen“ habe ich alle vom HERRN persönlich gehört. Dabei vernahm ich kurz nach Beginn des Vortrags bewußt kein einziges Wort mehr, sondern ich erlebte alles wie einen gewaltigen Strom, wie ein rauschendes Wasser über und durch mich fließend. Ich war nicht in der Lage, anschließend zu sagen, was ich eigentlich gehört hatte, wenn aber der Vortrag drei oder vier Tage später vervielfältigt vorlag, stellte ich fest, daß ich jedes Wort kannte. Ich hatte also trotzdem alles in mich aufgenommen!)

Als nun der HERR so eindringlich in Kipsdorf von der Sendung Imanuel ‑ Parzival Abd‑ru‑shin sprach, war ich so im Banne, daß ich alles wie den Strom aus einer gewaltigen Kraftquelle erlebte. Plötzlich machte der HERR mit der rechten Hand eine abschneidende Bewegung, ein paarmal von links nach rechts und zurück, und sagte in einem vollkommen anderen Ton: „Halt, halt bleiben Sie auf der Erde!“ Danach stand er spontan auf und sprach: „Kommen Sie, Herr Fritsch, wir gehen jetzt hinüber in mein Zimmer!“

Und nun wieder zum Hauptthema: Einige Monate vor der Geburt des ersten Kindes der Frau Therese Bernhardt kam eines Tages eine Händlerin an ihre Tür, um Haushaltswaren zu verkaufen. Als diese ihr entgegentrat, weiteten sich die Augen der Eintretenden, sie wich zurück, die Waren fielen zu Boden und sie rief: „Gebenedeit bis Du unter den Weibern. Wahrlich. wahrlich, dein Sohn ist der Kommende!“

Frau Maria bekam in Heilbrunn / Tutzing die Kundgebung, daß das Wirken des HERRN im Heiligen Land Tirol sein wird. Das Trigon zog deshalb von Bayern zunächst auf den Berg Igls bei Innsbruck. Dort vollbrachte Frau Maria ‑ sie hatte heilende Hände ‑ mehrere Wunderheilungen. Der Kur‑ und Badearzt von Bad Igls stellte daraufhin Strafanzeige. In Österreich ist es nur approbierten Ärzten, d.h. Schulmedizinern gestattet, zu heilen. Jeder andere, welcher ‑ wenn auch mit so offensichtlichem Erfolg ‑ als Heiler tätig ist, macht sich strafbar. Sozusagen über Nacht floh daraufhin das Trigon aus Österreich nach Deutschland, und zwar nach Heilbrunn / Tutzing. Im Jahre 1927 drängte es den HERRN und Frau Maria, wieder nach Tirol zurückzukehren, es bot sich Ihnen aber zunächst keine Möglichkeit. Frau Maria bekam eine Kundgebung von Allmutter Elisabeth, daß sie demnächst nach Tirol geführt würden und sie sollten dorthin gehen, wo sie den Namen „Gral“ finden würden. Als sich aber weiter nichts ereignete, fragte Frau Maria im Gebet oben an, was sie denn tun sollten, und ihr wurde gesagt: Schaue in den österreichischen Zeitungen nach; dort wirst Du das Wort „Gral“ finden.“

Auf dem Vomperberg in Tirol war ein kleines Häuschen mit weißem Dach, heute würde man sagen, ein Wochenendhäuschen, das einem päpstlichem Kämmerer mit italienischem Namen gehörte und von diesem als Jagdhütte benützt wurde. Dieser fand das Häuschen für seine Anforderung zu eng und suchte einige Zeit vergeblich nach einem Käufer. Er beauftragte schließlich einen Herrn namens Franz (oder Josef?) Kral, die Sache in die Hand zu nehmen. Dieser inserierte unter seinem eigenen Namen. Als der HERR und Frau Maria auf das Inserat stießen, wußten beide sofort, daß sie nun den Platz gefunden hatten, an dem sie beginnen sollten. Und so zog am 19. Februar 1928 das Trigon mit Maria Elisabeth (der jetzigen Frau Vollmann) und Herrn Alexander auf den Vomperberg. Nur ganz wenigen Menschen gestattete Abd‑ru‑shin, in seiner Nähe auf dem Vomperberg zu wohnen. Unter diesen waren Herr Hans von der Krone und Frau, Herr Friedrich Halseband und Frau mit den beiden Söhnen, Frau Amalia Reinhard, Frau Gertrud Illig und Schwester Rosa Markus. An der ersten Gralsfeier im Jahre 1928 nahmen außer dem Trigon nur 12 Personen teil. Diese Feier fand im Wohnzimmer des kleinen Gralshauses auf dem Vomperberg statt. Damals dachten die 12 hohen Berufenen, nun sei die Zeit da, in der sich die letzten Ereignisse der Johannes Offenbarung erfüllen.

17) Nach dem Willen von Allmutter Elisabeth durfte Frau Maria ihre Gabe der Heilung nicht mehr öffentlich anwenden, sondern nur noch im engen Kreis bei Kreuzträgern. Es bestand ja ganz abgesehen von den Gefahren durch das österreichische Gesetz ‑ die große geistige Gefahr der Sensation. Die Aufgabe des HERRN war ja nicht in erster Linie, den Menschen zu helfen, sondern ihnen das Gericht zu bringen. Wenn auch, vom Geistigen her gesehen, das Gericht die einzige grundlegend wirksame Hilfe ist, deren die gesamte Erdenmenschheit wie auch der einzelne Mensch bedarf, so ist es uns in der Regel nicht möglich, die oft schmerzhaften Eingriffe in erdenmenschliche Willkür als Hilfe zu erkennen. ‑ Denken wir in diesem Zusammenhang an den Wunderheiler Gröning, der damals von Tausenden und Abertausenden förmlich belagert wurde, obwohl er eigentlich nicht als ein großer Heiler bezeichnet werden kann. Der Heilige Berg sollte nicht zu einem Pilgerort werden und zu einem Tummelplatz von Sensationen, sondern ein Hort des Friedens und eine Quelle geistiger Kraft, anziehend auf alle Menschen wirkend, deren Lichtsehnsucht stärker ist als ihr irdisches Streben.

18) Der HERR sagte mir, daß mein Vater zur Zeit Christi der römische Hauptmann war, welcher die Kohorte anführte, die Christus zu Golgatha hinaufführte, und der die Exekution leiten mußte. Es war derselbe Hauptmann, welcher, erschüttert und betroffen von dem gewaltigen Geschehen, das er nicht nur irdisch, sondern auch geistig aufnahm, nach dem Mord ausrief: „Wahrlich, wahrlich, dieser war GOTTES Sohn!“ Nach seiner Erkenntnis wurde dieser römische Hauptmann damals, als er die Warte sprach, verbunden mit dem großen, weltumspannenden Lichtgeschehen und deshalb auch mit dem Wirken Abd‑ru‑shins verknüpft. Meine Mutter und ich waren lange Jahre, bevor wir zur Gralsbotschaft fanden, Suchende gewesen und hatten dadurch viele geistige Richtungen kennen gelernt: Lorbeer, Anthroposophen, Theosophen, Atheisten, Mormonen, usw.; wir lasen im Talmud, befaßten uns mit dem Koran und der christlichen Wissenschaft und den Zeugen Jehovas, aber nirgends fanden wir die von uns ersehnte volle, lückenlose, widerspruchslose Wahrheit. Schließlich lernten wir auch den Spiritismus und Okkultismus. Diese Richtungen wurden nicht, wie manche Kreuzträger und auch Außenstehende vielleicht meinen, in der Gralsbotschaft verurteilt, sondern die Kritik richtet sich gegen die Unmündigkeit, Dummheit und Eitelkeit der Menschen, die mit dieser geistigen Hilfe nichts anfangen können und sich sogar unnütz in oft erhebliche Gefahr begeben. Im Spiritismus und Okkultismus kommt es auch zu ganz wunderbaren Kundgebungen. Die Ritter, Apostel und viele Jünger sind z.B. durch solche Kundgebungen oder durch Vermittlung Jenseitiger zum Gral geführt worden. Auch meine Eltern und ich gingen im Jahre 1931 diesen Weg. In unserem spiritistischen Zirkel in Wiesbaden bereitete uns eine Jenseitige, eine ehemalige indische Prinzessin in vielen Sitzungen allmählich auf den Empfang der Gralsbotschaft vor. Wörtlich sagte sie eines Tages: „Wenn elfmal der Mond sich rundet, wird euch eine Kunde, die alles ändert mit einem Schlag!“ Und tatsächlich, nach Ablauf der angesagten Zeit, erfuhren meine Mutter und ich am 16. September 1931 von der Gralsbotschaft und dem Menschensohn. Ich entschloß mich spontan auf den Vomperberg zu fahren und für immer dort zu bleiben. Eigenartigerweise wollte aber mein Vater von der Gralsbotschaft nichts wissen. Die Ehe meiner Eltern, welche schon fast 30 Jahre glücklich und harmonisch war, bekam da­durch große Spannungen und Schwierigkeiten. Meine Mutter sagte sogar allen Ern­stes: „Wenn du mir Schwierigkeiten auf dem Weg machst, den ich für den richtigen halte, dann trennen sich unsere Wege.“ Mein Vater las darauf in der Botschaft und erkannte sehr rasch, das der Bringer des Wortes kein gewöhnlicher Mensch war. Im Februar 1932 bat auch mein Vater schriftlich um das Gralskreuz. Anfang Mai machte er dann einen Besuch auf dem Vomperberg und bat um eine Unterredung mit Abd‑ru‑shin.

So wie mein Vater in seiner früheren Inkarnation als erster öffentlich bekundete: „Wahrlich, wahrlich, dieser war GOTTES Sohn!“, so war er in diesem Erdenleben der erste Menschengeist, der Abd‑ru‑shin nicht mehr mit „Abd‑ru‑shin“ oder „Herr Bernhardt“ oder wie es manche auch taten, mit Meister anredete, sondern erschüttert sagte: „HERR“ ‑ Seither war die Anrede „HERR“ für den Bringer der Gralsbotschaft bei den Kreuzträgem üblich, die auch in den Gesprächen, die sie unter sich führten, immer von dem HERRN sprachen.

Da mein Vater eine hohe und verantwortungsvolle Berufung in der Nähe des HERRN hatte und diese Berufung auch sofort innerlich erahnte, bat er: „HERR, kann ich auch für immer in der Nähe des HERRN bleiben?“ Dieser bejahte und antworte­te: „Das liegt ganz bei Ihnen.“ Obwohl mein Vater sich gerade erst eine sehr schöne Villa am Kurpark in Wiesbaden gekauft und komplett eingerichtet hatte, entschloß er sich, für immer mit seiner Frau auf dem Vomperberg zu bleiben. Da die Anzahl der Kreuzträger von Monat zu Monat größer wurde und infolgedessen immer mehr An­fragen, geschäftliche Post und sonstiger Schriftwechsel zu erledigen war, wurde mein Vater sofort in die Tätigkeit eines Verwaltungsbeamten eingesetzt. Am 30. Mai 1932 erhielt er nicht nur die Versiegelung, sondern, was meines Wissens nach zum ersten Mal geschah, zugleich seine Berufung.

Der HERR sagte eines Tages sinngemäß etwa folgendes zu meinem Vater, der es dann weiter erzählte: Der neue Aufbau könne nur von ihm, dem HERRN, und von hier oben, vom Vomperberg aus, erfolgen. So, wie es für einen Menschen sehr ehrenvoll sei, der regierende Bürgermeister von Berlin oder New York zu sein, so sei mein Vater der Bürgermeister der werdenden Gemeinde hier oben. Er solle diese Aufgabe nicht gering achten, denn sie sei groß. ‑ Der HERR schrieb meinem Vater unter sein Bild, das er ihm schenkte, folgende Worte, welche das oben gesagte noch unterstreichen: „Ein jeder Dienst für den heiligen Gral ist groß und geht in sei­nem Wert weit über menschliches Begreifen.“ Wenn er, Herr Fritsch, hier auch nicht die großen und umfassenden Aufgaben habe, wie der Herr Bürgermeister von New York oder einer anderen großen Stadt so sei doch alles, was vom Berg ausginge, in seiner geistigen Bedeutung größer als die größte irdische Aufgabe irgendwo auf dieser Erde.

Im Unverständnis über geistiges Geschehen neckten und spotteten die Kreuzträger manchmal gutmütig, indem sie meinen Vater den „Herrn Bürgermeister“ nannten. Am 8.11.1932 ehrten und beglückwünschten viele Kreuzträger meinen Vater zu seinem Geburtstag, und da er als typischer Rheinländer humorvoll und witzig und aufge­schlossen für jeden Scherz war, kamen die Gratulanten alle in einem etwas karne­valistischen Aufzug und gratulierten dem Herrn Bürgermeister.

Am Sonntag, nach dem 8. November gab der HERR in der Andachtshalle uns allen eine schwere und zu Herzen gehende Strafpredigt. Die Worte des HERRN weiß ich im einzelnen nicht mehr, aber sie zeugten von einem tiefen Schmerz darüber, daß wir uns über etwas lächerlich gemacht hatten, was nur ernst war und eine große geistige Bedeutung hatte, auch wenn wir kleinen Kreuzträger das nicht sehen konn­ten. Wie begriffsstutzig wir waren, zeigte sich darin, das wir diese Strafpredigt zuerst nicht einmal verstanden, indem wir dachten: „Warum darf man nicht auch mal einen Scherz machen und ausgelassen sein?“ Wir hatten eine geistige Aufgabe in ihrer wahren Bedeutung verkannt, weil sie irdisch keine Ehren eintrug und äußerlich sich in einem ganz bescheidenen Rahmen abspielte. Hierzu noch einige Gedanken: Wer damals oben auf dem Berg lebte, konnte immer wieder sehen und erkennen, daß wir alle ohne Ausnahme nicht fähig waren, die Hinweise, Ratschläge und Gebo­te und Worte des HERRN zu erfassen, ja auch nur in ihrer wahren geistigen Bedeu­tung zu erahnen. Die Mühe vieler Kreuzträger, in die Botschaft hineinzuwachsen, war ehrlich ‑ weshalb die Mißerfolge, die so leicht Anlaß zur Entmutigung sein konnten? Ich erkläre es mir mit Hilfe eines Vergleiches: Wenn ein Mensch nach einem reichlichen Mahle gesättigt ist, so ist er nicht fähig, noch andere Nahrung auf­zunehmen, selbst wenn diese von noch so guter Qualität ist. Wir Kreuzträger, die wir in den dreißiger Jahren auf den Berg kamen, waren, vom Lichte aus betrachtet alle noch vollgefüllt nicht nur mit dem Falschen, das wir schon seit Jahrtausenden in uns trugen, sondern auch mit dem Falschen, das wir von Kind auf im Elternhaus, Schule, usw. aufgenommen hatten. Vollgesogen wie ein nasser Schwamm von dem Falschen, vermochten wir noch nicht das Neue so aufzuneh­men, wie es nötig war. Nur allmählich konnte hier eine Änderung zum Besseren ein­treten. In dem Maße, in dem wir durch inneres Ringen, durch Sehnsucht nach Er­kenntnis und nach wahrem Menschentum demütig werden und das Falsche, vor al­lem das Kreisen unseres Denkens um unser eigenes kleines Ich, aufgaben, nur in diesem Maße können wir Schritt für Schritt in die Botschaft eindringen und sind be­reit, die geistige Nahrung, die uns hier geboten wird, aufzunehmen. Aber es gibt noch eine weitere Schwierigkeit, denn wir sind das Verarbeiten solcher kräftigen Kost nicht gewohnt, und wir müssen deshalb zuerst mit wenigem Vorlieb nehmen, dürfen unsere Aufnahmefähigkeit nicht überfordern. Der Sextaner mag eben noch nicht den Lehrstoff des Sekundaners und dieser wiederum nicht den des Oberpri­maners zu bewältigen. Dieser Vorgang ist den meisten Kreuzträgern durch eigenes Erleben einige Male verdeutlicht worden. Hört oder liest man z.B. einen Vortrag nach längerer Zeit wieder, so wirkt dieser bei größerer Reife völlig anders als das letzte Mal, und man entdeckt sogar Sätze und Gedanken, die man vorher nie gele­sen oder gehört zu haben glaubt, weil deren Bedeutung plötzlich aufleuchtet und bewußt wird.

19) Als im Jahre 1933 viele Menschen mit Staunen, Bewunderung und manchmal Furcht und Haß den unglaublichen Aufschwung Deutschlands unter der neuen poli­tischen Führung erlebten, sagte ich in ehrlicher Begeisterung zum HERRN: „Ich möchte für den HERRN nichts anderes sein als auch ein Goebbels.“ (Ohne die einmalige rednerische Gabe und Begeisterungsfähigkeit von Dr. Joseph Goebbels wäre Hitler niemals an die Macht gekommen). ‑ Da sprach der HERR lächelnd: „Herr Fritsch, das wollen wir ja nicht nachmachen!“ Aber im selben Augenblick kam er ganz nahe an mich heran, zog seinen Ring vom rechten Finger ab, nahm meine rechte Hand, legte den Ring hinein und drückte mit seiner Hand meine Hand und den Ring zusammen; seine andere Hand legte er darüber. Er schaute mich ernst an und sagte nichts. Meine Empfindung bei diesem überwältigenden Erlebnis vermag ich nicht mit Worten zu schildern.

20) Schon mehrere Male in meinem Leben hatte ich Visionen (geistigen Schauungen). Solche Visionen kommen niemals nachts, sondern immer bei Tage und bei ganz anderem, hellem Bewußtsein. Eines Tages ‑ im Jahre 1930 oder 1931 ‑ sah ich plötzlich ein Gesicht riesengroß, weltengroß, vermochte aber die Gesichtszüge nicht zu erkennen, denn es lag wie ein Nebelschleier davor. Ich wußte aber gleichzeitig: Das ist der Retter Deutschlands, der Retter der Welt. ‑ Kurze Zeit später hatte ich ein anderes Gesicht. Ich sah mich vor einer ungeheuren Menschenmenge ‑ es waren viele Tausende ‑ und sprachen glühend, begeistert und jubelnd vom Retter der Menschheit. Ob das Erlebnis beim HERRN, welches ich oben schilderte, damit zusammenhängt?

21) Meines Wissens gab es auf dem Vomperberg außer dem HERRN nur einen einzigen, der immer nur positiv dachte und sprach, und zwar war das Herr von der Krone. Ein Beispiel dafür, wie der HERR es vermochte, die Menschen durch diese seine Art positiv zu beeinflussen, bietet ein Vorfall, in welchem ein Herr Ernst Laute, der später Goldkreuzer und schließlich Jünger wurde, eine wichtige Rolle spielte. Dieser Ernst Laute war ein eigenartiger Mensch. Er verfügte über einen besonders guten und scharfen Verstand. Vielleicht sehe ich es im Hinblick etwas zu persönlich, aber mein Eindruck war und ist, daß er alles was er sagte, zwar klar und logisch durchdacht formulierte, gleichzeitig aber auf eine harte und kalte, lieblose Art. ‑ Es dürfte im Jahre 1931 oder 1932 gewesen sein. Abd‑ru‑shin beauftragte einen Berufenen, über ein Thema, bei dem dieser vorher sehr gute Gedanken geäußert hatte, eine Abhandlung zu schreiben. Der betreffende Goldenkreuzer machte sich sofort mit großer Freude und Begeisterung an die Arbeit. In der Überzeugung, etwas besonders Gutes geleistet zu haben, gab er das Geschriebene dem Jünger Ernst Laute zu lesen. Dieser entdeckte sofort die vielen stilistischen Fehler und Mängel sowie sonstige Unebenheiten, die den Gesamteindruck beeinträchtigten, und zögerte nicht, das Ganze mit einer ätzenden, vernichtenden Kritik herabzusetzen. Das aus allen Wolken gefallene Opfer dieser Kritik war, wie sich denken läßt, daraufhin völlig mutlos und verzweifelt. In diesem Augenblick trat der HERR ein, sah das Geschrie­bene und sprach erfreut: „Schön, Sie haben es ja schon fertig. ‑ Darf ich es bitte mal sehen?“ (Wieder ein Beispiel, wie der HERR in allen Dingen von einer vollendeten Zuvor­kommenheit und Höflichkeit war). Der HERR lobte einige besonders schöne Stellen und gab seiner Freude über einige gut formulierte Gedanken Ausdruck. Weil der Autor beim Schreiben auf einige neue Gedankengänge gekommen war, sagte der HERR: „Bitte, machen Sie mir die Freude und schreiben Sie auch darüber eine Ar­beit!“ Der Mann ging beglückt und erfreut hinaus. (Nur wer die persönliche Ausstrahlung des HERRN erlebt hat kann ermessen, wel­che unsagbare Glückseligkeit und jubelnde Freude vom HERRN ausging, welche die Menschen, denen er sich zuwandte, kraftvoll durchpulste).­ Als der Kreuzträger den Raum verlassen hatte, sagte der HERR zu Ernst Laute freundlich‑vorwurfsvoll (auch in seinen Vorwürfen war er immer liebevoll bedacht, nicht zu zerstören, sondern aufzubauen): Sie wundern sich, Herr Laute, daß ich vieles dort gelobt habe, wo Sie nur mit vernichtender Kritik den Mann gelähmt ha­ben. Glauben Sie mir, auch ich habe die Stellen gesehen, die nicht schön, die noch unvollendet waren, und die stilistischen Fehler. Aber wie kann etwas schön und voll­endet werden, wenn man nicht arbeitet, wenn man nicht ringt (Anmerkung: In dem Sinne gedacht, daß nur der Mensch, der ringt und kämpft, Fehler macht. Nur durch Fehler kommt der Mensch schließlich geistig voran). Nun geht der Mann hin mit neuer Kraft und schafft vermutlich etwas Besseres. Wenn er so fortgegangen wäre, wie bei Ihnen, wäre er entmutigt geblieben und hätte nie etwas in dieser Art neu an­gefangen.“ (Anmerkung: Vor dem Gralshaus steht: Mutig voran, Gott wohlgetan! Und immer wieder haben der HERR, Frau Maria und Fräulein Irmingard zum Ausdruck gebracht: „Nur dem Mutigen hilft Gott!“)

22) Einweiteres Beispiel für die große Bescheidenheit von Abd‑ru‑shin möchte ich im Folgenden erzählen: Als das im Jahre 1935 errichtete Verwaltungsgebäude noch nicht bestand, war von 1932 bis 1935 das sogenannte „Büro“ das Eß‑ und Wohnzimmer meiner Eltern im Reihenhaus 1, wo später Frau Elsa Wobbe wohnte. Täglich kam der HERR deshalb zwei‑ oder dreimal zu meinem Vater, welcher die organisatorischen Arbeiten (Schriftverkehr) erledigte, in die Wohnung, um sich mit ihm zu besprechen. Man konnte den HERRN an seinem Klopfen erkennen. Keiner klopfte so leise an die Tür wie er. (Ich selbst habe noch nie jemanden so leise an eine Tür klopfen hören wie den HERRN). Wenn mein Vater dann „herein“ sagte, machte der HERR die Tür nur einen Spalt weit auf und fragte entweder: „Darf ich hereinkommen?“ oder er fragte: „Störe ich auch nicht?“

23) Da mein Vater in einem besonders starken und intensiven Dienst für den HERRN stand, hatte meine Mutter Minderwertigkeitsgedanken und dachte traurig bei sich oder sagte es auch zu mir „Ach, könnte ich dem HERRN doch auch dienen!“ Als sich der HERR nach einer Besprechung mit meinem Vater wieder verabschiedet hatte, verlieh meine Mutter ihrem Gedanken ganz impulsiv Worte: „Ach, HERR, könnte ich Ihnen doch auch dienen!“ Daraufhin kehrte der HERR sich um, trat auf meine Mutter zu und sagte mit einer unendlichen Güte und Freundlichkeit: „Frau Fritsch. Sie dienen mir mehr als Sie ahnen!“ (Anmerkung: Das äußerliche sichtbare Wirken eines Menschen ist ja nur zum Teil ausschlaggebend für den Wert in der Schöpfung, maßgeblich in der Wirkung auf die nähere und weitere Umgebung sind die innere Reinheit und Kraft der Empfindungen, Gedanken und Gebete)!

Bei einem Spaziergang auf dem Vomperberg sagte ich einmal zum HERRN: „Eigenartig, der Frühling ist wohl die schönste Zeit im Jahr, und auch der Herbst mit seinen herrlichen Farben spricht zu mir. Aber der Winter in seiner Pracht ‑ ich muß fast sagen, erschüttert mich manchmal.“ Da sagte der HERR ernst: Der Geist ahnt, Ihnen unbewußt, etwas von der Herrlichkeit und Pracht, die im Paradiese ist. Und das kann man ein klein wenig im Winter sehen.“ ‑ Meine Gedanken hierzu: Wer eine wunderbar verschneite Landschaft einmal im Sonnenlicht gesehen hat, wenn Millio­nen funkelnde Diamanten im Schnee glitzern und leuchten, so daß das Auge davon richtig geblendet ist, und wer diesen Eindruck voll auf sich wirken läßt, der wird wohl verspüren, daß keine andere Jahreszeit Vergleichbares bietet. Ist es nicht wie ein Abglanz des ewigen Lichtes?

25) Nach dem Zusammenbruch des Vomperberges lernte ich manche Tiroler kennen, die mit Abd‑ru‑shin zusammen in Innsbruck im Gefängnis waren. Alle versi­cherten übereinstimmend, daß der Herr Bernhardt ein wunderbarer Mensch sei. Alle, jeder nach seinem Bildungs‑ und Reifegrad äußerte sich wohl in den Formulierungen verschieden, aber im Sinne alle gleich: eine „außergewöhnliche Persönlichkeit“, eine „faszinierende Persönlichkeit“, ein „wunderbarer Mensch“, ein „feiner Mann“. Ich kann all die vielen verschiedenen Ausdrücke und Beschreibungen, denen der Ausdruck der Bewunderung gemein war, nicht wiedergeben. Kaufleute und Ge­schäftsleute, mit denen ich in späteren Jahren sprach, äußerten sich ähnlich über­einstimmend voll des Lobes über Herrn Bernhardt.

26) Im Sommer 1935 fuhr das Trigon mit großem Gefolge, und zwar dem Weißen Ritter, mehreren Aposteln und Jüngern und meinem Vater nach Wien und stieg im Parkhotel. ab. Es handelte sich nicht etwa, wie es den oberflächlichen Anschein hatte, um eine Vergnügungsreise, sondern um eine Erfüllung. Mit dieser Reise fand eine irdische Verankerung des Lichtes nach Osten und Südosten statt. Die Wiener Fremdenpolizei erhielt Kenntnis von dem Aufenthalt des Schriftstellers Oskar‑Ernst Bernhardt, eines Sektenführers in den Augen der Behörden, und vermutete durch die äußeren Umstände die Gefahr politischer Untriebe. (Wer Oskar‑Ernst Bernhardt wirklich ist, vermochten damals wie auch heute noch sehr wenige Menschen zu er­kennen, die entweder geistig schauen durften oder hellsehend waren oder durch das Wart, die „Gralsbotschaft Im Lichte der Wahrheit“ den Bringer erkannten). In dieser Zeit herrschte bereits eine große Wühlarbeit deutscher und österreichischer Nationalsozialisten im Land, und es war von da her verständlich, daß zwei Kriminal­beamte von der Fremdenpolizei ins Parkhotel kamen, um sich nach dem Grund und Zweck der Reise zu erkundigen. Mein Vater, der die Verhandlungen führte, über­zeugte die Beamten, daß es sich um keine politischen Aktionen handle, sondern darum, Wien kennenzulernen, zum anderen darum, die Gralsanhänger in Wien per­sönlich kennenzulernen. ‑ Abends besuchte das Trigon und seine Begleitung in der Staatsoper am Kärntner­ring eine Festaufführung der Oper Lohengrin mit der berühmten Lotte Lehmann als Elsa. Diese sensible Künstlerin muß die Kraft, die von Abd‑ru‑shin ausging, aufge­nommen haben, denn laut Kritik am nächsten Tag hatte sie sich selbst übertroffen.

Als das Trigon seine Loge im hinteren Halbrund betrat, sahen plötzlich ohne jeden äußeren Anlaß alle Besucher dorthin. Es war für alle ein eigenartiges, faszinieren­des Erlebnis.

Nach der Oper hatte mein Vater ein sehr schönes Festessen in einem separaten Raum im Parkhotel arrangiert. Da wir etwa 17 bis 20 Personen waren, war es eine lange Tafel. Das Trigon saß in der Mitte der Längsseite, und ich konnte von der Kopfseite des Tisches deshalb gut hinübersehen. In mir tauchte plötzlich jene Bibelstelle auf (Mark. 5, 25 ‑ 34) wo davon die Rede ist, wie Jesus im Menschenge­dränge von einer Frau berührt wurde. Und Jesus fühlte alsbald an sich selbst, daß eine Kraft von ihm ausgegangen war, und wandte sich um in der Menge und sprach: „Wer hat meine Kleider angerührt?“ Und seine Jünger sprachen zu ihm: Du siehst, daß dich das Volk drängt und sprichst „Wer hat meine Kleider angerührt?“ Glaube und Sehnsucht dieser Frau war so stark, daß Jesus dessen mitten unter allen Men­schen gewahr wurde, noch bevor er die Frau überhaupt sah. Ich dachte nun bei mir, ob wohl Abd‑ru‑shin auch diese große Sehnsucht eines Menschen empfinden kann? und sah kurz zum HERRN hinüber. In demselben Augenblick wandte dieser den Kopf, lächelte freundlich mit unendlicher Güte und sah mir tief in die Augen. Welche Kraftströme ich dabei empfand, vermag ich nicht in Worte zu fassen. Es war ähnlich wie am Tag der Vorfeier am 28. Dezember 1939 in Kipsdorf, als ich eng dem HERRN und Frau MARIA gegenüber saß.

27) Die Gestapo hatte dem HERRN und Frau MARIA strengstens verboten, Verbin­dung mit Kreuzträgern zu haben, vor allen Dingen aber, Kreuzträger zu empfangen. Diese Anordnung war wenig sinnvoll und ihre Durchführung unter den gegebenen äußeren Umständen auch kaum zu überwachen. Es handelte sich um weiter nichts als um eine willkürliche und dumme Schikane. Weihnachten 1939 hätte ich die Mög­lichkeit gehabt, auf dem Umwege über Kipsdorf zu meiner Truppe zu fahren, fragte aber vorher beim HERRN brieflich an, ob ich kommen dürfe. Ich erhielt eine beja­hende Antwort und war schon am 27. Dezember beim Trigon zu Gast. Am 28. war ich den ganzen Tag über hauptsächlich mit dem HERRN zusammen. An diesem Tag sagte mir der HERR zu meiner größten Überraschung und Freude plötzlich: „Morgen zur Stunde der Feier gehen wir beide spazieren!“ Ich war unsagbar glücklich, daß ich die hohe Feier in der Gegenwart des HERRN erleben durfte. Aber Frau MARIA bekam eine Kundgebung, daß es wegen der Gestapo nicht gut sei, wenn ich am 29. noch in Kipsdorf bleiben würde, und ich sollte deshalb schon am 29. morgens abreisen. Ich war darüber sehr traurig, und der HERR muß dies auch gespürt haben, denn ich erlebte kurz nach der für mich so niederschmetternden Eröffnung folgendes: Im Eßzimmer des Schweizerhauses nahm der HERR zwei Stühle, auf denen er und Frau MARIA Platz nahmen. Ich selbst sollte mich auf einen dritten Stuhl beiden gegenüber setzen. Ich tat dies auch in gebührendem Abstand. „Nein“ sagte der HERR, „kommen Sie näher!“ Ich rückte etwas näher, darauf Frau MARIA: „Nein, kommen Sie noch näher, wir tun Ihnen nichts!“. Auf einmal saß ich so eng zwischen beiden, daß mein linkes Bein das Bein des HERRN, das rechte Bein das Bein Frau MARIAS berührten. Was ich in diesem Augenblick an geistiger und körperlicher Kraft aufnahm, ist unbeschreiblich (Der HERR wußte ‑ wie er bei einem späteren Besuch in Kipsdorf andeutungsweise erwähnte ‑ daß mir eine schwere Leidenszeit bevorstand).

28) Als im Februar 1933 der Reichstag brannte, kam der Jünger Lucien Siffrid erregt in die Siedlung und rief aus: „Nun fängt es an!“ Wir glaubten damals alle, das Endgeschehen würde sich in diesen dreißiger Jahren voll und ganz auswirken. In allen Staaten dieser Erde verfolgte man damals mit Interesse und mit Spannung den Aufstieg des Nationalsozialismus, der nicht, wie viele es heute glauben, nur schlecht und böse war, sondern in dessen Mitte viele Menschen wirklich aus gläubigem Herzen für eine bessere, idealere Welt kämpften. Schwarz‑Weiß‑Malerei stimmt nie mit den wirklichen Tatsachen überein. Der Wahrheit, bzw. dem eigentlichen Hintergrund der damaligen Vorgänge in Deutschland dürfte intuitiv der große Deutschfreund Sven Hedin getroffen haben, indem er sagte: Das deutsche Volk ist das erste Volk dieser Erde, in dem der Kampf zwischen Licht und Dunkel sich vollzieht. Absurd ist auch die Schwarz‑Weiß‑Malerei von Kreuzträgern, welche sich und ihresgleichen für gut, licht und rein, alle Außenstehenden aber, hauptsächlich diejenigen, die nichts von der Botschaft wissen wollen, für schlecht und dunkel halten. Die Lichtkraft wirkt und strömt und faßt Fuß überall dort, wo der Boden dazu bereitet ist. Ein Mensch im fernen Asien, der noch nie von der Botschaft Abd‑ru‑shins gehört hat, dessen Innerstes aber durch rechtes Dienen rein ist, steht in der großen Kraft und nützt sie zum Aufstieg, während ein Mensch, der Bibel oder Gralsbotschaft auswendig weiß, aber nicht von ihrem Geist wirklich erfüllt ist, die Kraft nur unvollkommen oder überhaupt nicht zu nützen vermag und in Gefahr steht, abwärts zu schreiten statt aufwärts.

Damals im Jahre 1933 glaubten wir auf dem Berg, daß nun die große Reinigung sichtbar einsetzen würde. Vom HERRN persönlich ‑ er sagte es mir in Kipsdorf - weiß ich, daß Hitler eine Aufgabe für das Deutsche Volk zu erfüllen hatte, aber nicht die Aufgabe, die er selbst sich anmaßte und deren Erfüllung das Volk von ihm erwartete. Hitler, der schwere Frevel aus früheren Erdenleben zu sühnen hatte, sollte das deutsche Volk von allem anhaftenden Dunkel reinigen, um es so reif zu machen für das ‑ Empfangen der Botschaft aus dem Licht. Statt seine Sendung zu erkennen und zu erfüllen, verstrickte sich Hitler aber noch mehr in das Dunkel.

29) Als der HERR am 11. März 1938 von den Nazis verhaftet wurde und die Kreuzträger in aller Welt dies innerhalb kurzer Frist erfuhren, setzte eine selbsttätige Sichtung ein. Sehr viele, besser gesagt, alle Kreuzträger hatten immer nur an den unbedingten Sieg des HERRN und der Gralsbewegung geglaubt. Nun auf einmal schlug das Dunkel triumphierend zu, und es sah so aus, als ob der HERR und die Gralsbewegung für immer erledigt wären. Das war damals für viele Kreuzträger der Beweis: „Also, dieser Oskar‑Ernst‑Bernhardt ist nicht der Menschensohn!“ Und es war erschütternd, mit ansehen zu müssen, wie selbst hohe Berufene, auch Apostel und Jünger, abfielen und sich abwandten. Von den ca. 800 Kreuzträgern, die es meines Wissens damals gab, sind in dieser Zeit mindestens 600 ‑ ich will nicht direkt sagen abtrünnig geworden, aber zumindest lau und zweifelnd gewesen. Die meisten sind auch später nicht wiedergekommen.

Für den HERRN war es der größte Schmerz, zu erleben, daß die meisten Kreuzträger sich in der Bewährungsprobe nur als schwankende Rohre im Wind erwiesen, nicht aber als überzeugte Kämpfer und Streiter für das Licht. So wie Petrus seinerzeit Jesus verleugnete, so gab es diesmal nicht nur einen, sondern sehr viele, die ihren HERRN verleugneten und auf einmal von Abd‑ru‑shin und der Gralsbotschaft nichts mehr wissen wollten.

Es war, als ob damals das Dunkel alle Energie zusammenraffte, um den HERRN und sein Werk vollkommen zu vernichten. Neun schwere Anklagen hatte man gegen ihn konstruiert. Die schlimmste und gefährlichste davon warf ihm vor, daß er politisch an die Macht gewollt hätte. Solange der HERR damals unter dieser Anklage der Gestapo stand, war die große Gefahr vorhanden, daß er „liquidiert“ wurde. Nachdem sich aber im Gerichtsverfahren alle Vorwürfe als haltlos erwiesen und nach und nach ins Wasser fielen, wurde dem HERRN am 17. September 1938 sein Freispruch wegen erwiesener Unschuld mitgeteilt.

Da es aber ein Samstag Nachmittag war, weigerten sich die Gefängnisbeamten, ihn (in ihrer eigenen Freizeit) freizulassen, und er mußte noch den Samstag und Sonntag im Innsbrucker Gefängnis verbringen. Mein Vater besorgte am Sonntag sofort Fahrkarten erster Klasse von Innsbruck nach Dresden für den HERRN, Frau MARIA und Fräulein IRMINGARD und sich selbst. Rechtzeitig am Sonntag hatte er für Montag früh noch bei der bekannten Firma Hörtnagel in Innsbruck einen schönen Korb mit Delikatessen bestellt. Am Montag holte er den HERRN vom Gefängnis ab. Dieser sagte dabei scherzend zu ihm: „Jetzt dürfen sie ja eigentlich gar nicht mehr mit mir verkehren, ich war ja im Gefängnis.“ Mein Vater, der immer sehr witzig und schlagfertig war, gab darauf eine so treffende und humorvolle Antwort, daß der HERR darüber herzlich lachen mußte, Leider habe ich diese Bemerkung, von der Frau MARIA sagte: „Dieses Wort geht mal in die Geschichte ein!“, vergessen.

Rührend und erschütternd zugleich sei es gewesen, so erzählte mein Vater, wie der HERR und Frau MARIA während der ganzen Fahrt sich bei der Hand hielten, so, als ob sie jahrelang getrennt gewesen wären. Von Dresden fuhr das Trigon weiter nach Görlitz, wo der Jünger Müller‑Schlauroth lebte, und blieb dort eine längere Zeit zu Gast, da es Abd‑ru‑shin von der Gestapo auferlegt war, nicht mehr nach Tirol zurückzukehren. Der Tag der Abreise aus Innsbruck war der 19. September 1938. In der Nacht vom 19. zum 20. September fand, schon vorbereitend auf den Krieg, in Innsbruck eine totale Verdunkelung statt. Meines Wissens die einzige, die überhaupt jemals in Tirol durchgeführt worden ist. Von der Wohnung meiner Eltern, hoch über den Dächern von Innsbruck auf der Hungerburg in Villa Waldrand, hatte man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und auf das Bergpanorama ringsum und konnte jeden Abend nach Einbruch der Dunkelheit auf ein Lichtermeer hinabblicken. An dem Abend nach der Abreise des Trigons standen meine Mutter und ich erschüttert auf der Veranda und sahen auf das dunkle Innsbruck hinab. Meine Mutter sagte schaudernd: „Das Licht hat das heilige Land Tirol verlassen. Nun ist es dunkel.“ Und tatsächlich handelte es sich bei diesem Ereignis um einen Vorgang von tiefer Symbolik, wie er im Leben des HERRN mehr als einmal beobachtet werden konnte. Hierfür ein weiteres Beispiel: Nach dem Kriege gab der bekannte englische Historiker Bullrock viele Bücher, darunter eine der anerkannt besten Hitlerbiographien, heraus. In dieser Hitlerbiographie schildert der Autor sinngemäß folgendes: „Am 6. Dezember nachmittags um 3 Uhr begann die von den Sowjets schon lange vorbereitete und geplante Offensive gegen die deutsche Armee, die dann später mit dem vollständigen Niedergang und Zusammenbruch des Hitlerreiches endete. Mithin“, so schreibt Bullrock, „ist diese Stunde die Todesstunde des deutschen Reiches gewesen.“ ‑ Diese Stunde war aber auch die Todesstunde des HERRN, die Stunde, da uns der HERR irdisch verließ.

30) In der letzten Zeit, welche der HERR noch auf Erden weilte, gab er Kreuzträgern, die ihn in Kipsdorf besuchten, viele Erklärungen, Ergänzungen und Erläuterungen zur Botschaft. Allerdings sprach er nicht mit jedem über geistige Dinge, sondern nur dort, wo er wirklich Sehnsucht nach Erkenntnis und geistige Beweglichkeit feststellte. Charakteristisch hierfür ist eine Begebenheit auf dem Vomperberg, welche mir in diesem Zusammenhang einfällt. Nach einer Feier kam ein junger Kreuzträger, der darum gebeten hatte, zum HERRN. Oben im ersten Stock im Trigonzimmer setzte er sich erwartungsvoll dem HERRN gegenüber. Er sah den HERRN an und schwieg. Dieser sah ihn auch an und schwieg ebenfalls. Das Schweigen währte eine kurze Zeit, dann verabschiedete der HERR seinen Besucher. Später erzählte er diese Begebenheit, wohl um damit zu zeigen, daß ein Mensch sich selbst bewegen muß, bevor ihm ‑ mit Worten oder auf andere Weise ‑ geholfen werden kann. Ich selbst hatte bei all den vielen geistigen und religiösen Fragen, die mich bewegten, mit den mir zur Verfügung stehenden Fähigkeiten und Kräften selbst nach Antwort gesucht. Ob das gefundene richtig oder falsch war, konnte ich nicht sagen; denn ein wirkliches Erkennen der Wahrheit vollzieht sich nur langsam und stufenweise, und erst ein reifer Menschengeist, der in der Wahrheit schwingt, und sich der Wahrheit geöffnet hat, dessen Empfinden ist so rein, daß er in seinem Inneren Wahres oder Falsches immer klar voneinander trennen kann.

Eine der Fragen, die ich dem HERRN in Kipsdorf stellte, lautete: „Oft kommt in der Bibel das Wort von den 144.000 Versiegelten vor. Eine genaue Erklärung ist aber nirgends zu finden.“ Der HERR antwortete mir: „Gut, daß Sie das fragen. Als der Mord an Christus geschah, konnte vom Licht aus gesehen werden, daß nunmehr die ganze Menschheit verloren war, da sie die Wahrheit, das Wort aus dem Licht, ja ab­gelehnt hatte, und den Bringer des Wortes sogar gemordet hatte. Ich bat daraufhin meinen Vater, zur Endzeit nicht wie es einst verheißen war, in den Wolken thronend das Gericht zu bringen, sondern, damit das große Opfer meines Vaters nicht um­sonst war, die Endzeit auf der Erde unter den Menschen zu leben. Diese Bitte wurde lmanuel‑Parzival gewährt. Das göttliche Geschehen wurde in geistigen Bildern allen dafür geöffneten Menschengeistern in allen Ebenen und Sphären gezeigt. Millionen Menschengeister waren von der Gnade Gottes erschüttert und baten in tiefem Ge­bet, ebenfalls im Gericht zur Endzeit inkarniert zu werden und mitwirken zu dürfen an der großen Aufgabe meines Vaters. Diese Bitte wurde aber nur 144.000 Men­schengeistern gewährt. Und diese werden alle zur rechten Zeit jetzt auf dieser Erde inkarniert. Ein Versagen war ausgeschlossen. Denn sie wurden von so hoher lichter Führung geleitet und geschützt, daß sie nur hätten erfüllen können. Aber sie sind trotzdem nicht gekommen.“

31) In der Zeit, als die deutsche Wehrmacht in Rußland gerade furchtbare Verluste hatte und die ersten Anfänge eines Rückzuges sichtbar wurden, der Anfang des Unterganges, war ich wieder einmal zu Besuch in Kipsdorf. Der HERR sprach zu mir: „Da von den 144.000 nur sehr wenige gekommen sind, müssen jetzt die weni­gen Kreuzträger, die da sind, die Lücken füllen, ähnlich wie jetzt in Rußland, wo Tausende und Abertausende gefallen sind und die wenigen Überlebenden die gan­ze Front halten müssen. Aber bei den Kreuzträgern ist es anders, die bekommen hundertfache, ja tausendfache Kraft. Und jeder einzelne Kreuzträger wird viele, mehrere Aufgaben zu erfüllen haben, darunter solche, für die er gar nicht vorgesehen war. Aber, wie gesagt, den Kreuzträgern wird vielfache Kraft gegeben, und sie wer­den alle, so sie guten Willens sind, erfüllen können. Wenn ich jedem Kreuzträger im voraus sagen würde, welche Aufgaben alle auf ihn warten, so würde er verzagen und sagen, das kann ich nicht.“

32) Wer die Worte des HERRN über die falschen Propheten, die sich anmaßten, auch nur ein Teil des dem Menschensohn vorbehaltenen Werkes zu erfüllen, geistig in sich aufgenommen hat, der versteht auch, weshalb Hitler niemals einem Attentat zum Opfer fiel. Wäre zum Beispiel am 20. Juli 1944 die Beseitigung Hitlers geglückt, dann hätten später nicht nur Millionen Deutsche, sondern auch viele Geschichts­schreiber und ein großer Teil der Menschheit behauptet: „Ja, wenn Hitler nicht ei­nem Meuchelmord zum Opfer gefallen wäre, dann hätte er das deutsche Volk noch zum Sieg geführt.“ Und der Traum vom Tausendjährigen Reich Hitlers wäre von zahllosen mehr oder weniger fanatischen Anhängern weiter geträumt worden. Das eigenartige Ineinanderfließen von politischem Ehrgeiz und Machtrausch einerseits und Worten und Begriffen, die in der Botschaft verankert mit dem Anbrechen einer neuen Weltordnung im Zusammenhang stehen, andererseits, brachte nicht nur irdi­sche, sondern auch erhebliche geistige Gefahren mit sich. Das Licht konnte es nicht zulassen, daß Hitler mit dem Nimbus eines Märtyrers in die Geschichte einging, als ein Anlaß für Tausende oder gar Millionen, in sehr gefährlichen Begriffsverwirrungen gebunden zu bleiben. Nicht nur der Ausdruck „Tausendjähriges Reich“ steht mit der Botschaft im Zusammenhang, es sei hier erinnert an „Weltenwende“. „Ich will wie Parzival das Reine hüten“. Darüber hinaus sahen viele Deutsche in Hitler den Mes­sias. Im deutschen Volk war ja der Messianische Gedanke verankert; leider fiel die­ses Volk aber dann dem Verführer zum Opfer. Das Wort „Führer“ hat eine hohe geistige Bedeutung („der geistige Führer des Menschen“), ebenso das Wort der Na­tionalsozialisten: „Deutschland erwache!“, welches richtig und vollständig lauten müßte: „Deutsches Volk, erwache aus dem Schlafe deines Geistes!“. Auch der Gruß „Heil!“ hat einen ‑ durch den „deutschen Gruß“ leider verbogenen geistigen Sinn: ich wünsche Dir Heil, die Verbindung mit dem Heiligen Licht, welches Heilung, Befrei­ung von allem lastenden, drückenden Dunkel bringt. -

Es waren damals innerhalb des Nationalsozialismus, vor allen Dingen am Anfang, Kräfte am Werk, die das Unreine beseitigen wollten und für eine neue Weltordnung aufopferungsvoll sich einsetzten und kämpften. Daß schließlich nur noch sehr ein­geengte Ziele von Seiten der Staatsführung zugelassen wurden, und übersteigertes Geltungsbedürfnis und Rassenhaß die Oberhand gewannen, war schließlich in dem großen, sich über Jahrtausende spannende Entwicklungsplan nicht vorgesehen. Das Wort „Deutschland, Deutschland, über alles“, von Nationalsozialisten in einseiti­ge politische Bahnen gelenkt, ist dem Dichter Hoffmann von Fallersleben von oben als Verheißung künftiger Erfüllungen eingegeben worden. Hätte das deutsche Volk, hätten vor allem auch seine Staatsführer auf die Stimme der Empfindung gehört, welche u.a. auch durch das Deutschlandlied angeregt wird, so wäre es fähig gewe­sen, den Boden und den Ausgangspunkt der Verbreitung des Wortes über die ganze Erde abzugeben und die gegebene Verheißung hätte sich bereits zu einem wesent­lichen Teile weithin sichtbar erfüllt.

Im Zeichen hoher Erfüllung steht auch das Wort vom „Heiligen Land Tirol“. Es ist auffällig, daß mit keinem anderen Land Europas, keinem Bundesstaat und keinem Landstrich der Begriff „heilig“ verbunden wird; es gibt kein „Heiliges Kärnten“, kein „Heiliges Franken“, keine „Heilige Normandie“ usw. Viele Tiroler glauben, es heiße deshalb „Heiliges Land Tirol“, weil 1808 der Aufstand gegen den Unterdrücker Napo­leon von hier ausgegangen ist. Aber im historischen Archiv in Innsbruck, wo ich in alten Urkunden nachschaute, ist dieser Begriff schon Jahrhunderte früher zu finden, wenn ich mich recht erinnere, sogar in einer Urkunde aus dem Jahre 1365.

Die Geschichte zeigt, daß durch Jahrhunderte hindurch die Mitte Europas, d.h. Deutschland, auch Mittelpunkt der heftigsten Kämpfe und Auseinandersetzungen, teils mehr irdisch‑materieller, teils mehr religiös‑ideeller Natur war. Kein Volk dieser Erde hat meines Wissens soviel zusammengeballtes Geschehen und soviel Leid erleben müssen, wie das deutsche. Das Wort Sven Hedins: „Das deutsche Volk ist das erste Volk dieser Erde, in dessen Mitte sich der Kampf zwischen Licht und Dun­kel vollzieht“, betrifft aber nur zu einem kleinen Teil die Vergangenheit, sondern galt der damaligen Gegenwart und war seherischer Ausblick in die Zukunft. Vergangenheit und Gegenwart bereiten die Zukunft vor. Ob das deutsche Volk seine Berufung noch erkennt, liegt an ihm, liegt daran, ob die guten Kräfte in ihm sich zu­sammenschließen, um in dem unvermeidlichen Kampf die Mächte der Finsternis zu besiegen. Alle Gaben, welche das deutsche Volk befähigen, Streiter für das Licht zu sein, ruhen in ihm, sind in ihm verankert. Deutsches Volk erwache aus dem Schlafe deines Geistes!

33) Ich habe dem HERRN viele Fragen stellen dürfen. im Verlaufe von 10 Jahren, habe mich aber immer bemüht, diese Fragen nicht leichtfertig zu stellen, sondern nur dann an ihn heranzutreten, wenn ich vorher mich in innerem Ringen selbst um eine Lösung und Erklärung ernsthaft bemüht hatte. Eines Tages fragte ich: „Welche von den Künsten ist die größte?“ Ich meinte damals Malerei, Dichtkunst oder Musik und sagte: „Nach meiner Überzeugung ist es die Musik, denn sie öffnet meines Wis­sens den Menschen das Tor nach oben am weitesten.“ Da lächelte der HERR gütig und sprach: Ja, die Eitelkeit der Musiker glaubt das immer, aber dem ist nicht so. Die größte Kunst ist das Wort, die Dramatik. Nur wenige Menschen kommen dazu. Denken Sie doch, wie viele Musiker gibt es, wie viele Komponisten und wie viele Ma­ler, aber wie wenige wirklich große Dichter und Dramatiker, und dahin kommt man auch sehr schwer. Nur ein Mensch, der sich vollkommen leer geschrieben hat, des­sen ganzes Ich leer geworden ist, (Anmerkung: das falsche „ich“ ist natürlich ge­meint) nur der Mensch ist reif, in Demut das Wort zu empfangen. Das Wort, die Dramatik, erschüttert den Menschen noch mehr als die Musik. Das Wort schwingt und klingt noch weiter. Während bei der Musik, nachdem die Töne verklungen sind, gewöhnlich die Wirkung bald abklingt. Das Wort hingegen hat eine Kraft, wie es die Menschen von heute gar nicht zu ahnen vermögen.“

34) In Kipsdorf sagte ich einmal zum HERRN: ich bin so traurig, ich bemühe mich doch, in die Botschaft einzudringen, aber trotzdem werde ich nicht besser und reife auch nicht.“ Da lächelte der HERR gütig: „Das scheint Ihnen so. Kein Menschengeist weiß, wo er steht, und soll es auch nicht wissen. Es gibt keinen Menschengeist auf dieser Erde, der bisher nur den hundertsten Teil der Kraft in sich aufgenommen hat.“ Als der HERR mein entsetztes Gesicht sah, lächelte er wieder und sagte: „Deshalb brauchen Sie nicht verzagt zu sein, es ist, solange das Dunkel herrscht, vorläufig den Menschen noch nicht möglich, die lichte Kraft ganz aufzunehmen.“ ‑ Ich formte mir zu meinem Verständnis zu den vom HERRN geschilderten Vorgange später fol­genden Vergleich: Wenn draußen die reine, frische, natürliche Luft durch den von vielen Autos empor­gewirbelten Staub und den Benzingestank verdorben wird, dann kann kein Mensch, der gezwungen ist, sich in der Nähe des Verkehrs aufzuhalten, der unverdorbenen, den Aufbau fördernden natürlichen Atemluft voll teilhaftig werden. Die „geistige At­mosphäre“ dieser Erde ist zur Zeit durch üble Empfindungen und Gedanken derart verpestet, daß auch die Besten unter den Gutwollenden nicht die geringste Ahnung davon haben, wie köstlich erfrischend und belebend eine gereinigte feinstoffliche Atmosphäre, die alle lichten Strahlungen mühelos hindurch läßt, auf den ganzen Menschen, auf Geist, Seele und Körper zu wirken vermag...

35) Es war in Kipsdorf, ich sagte traurig zum HERRN: „Ich bin wohl trotz der Bot­schaft noch gar nicht reifer geworden; ich habe noch immer Wünsche, Pläne und Hoffnungen.“ Daraufhin sagte der HERR: „Das ist richtig, das muß so sein! Ein Mensch, der keine Wünsche, Hoffnungen und Pläne hat, lebt nicht mehr! Nur diese vermögen ihn innerlich auf ein Ziel zu lenken. Anders ist es bei mir, ich habe keine Pläne und Wünsche, sondern ich erfülle. Ich lasse alles sich entwickeln...“ (Anmerkung: Leider kann der Chronist das Folgende nur ungefähr aus dem Gedächtnis wiedergeben, einiges fehlt) „Die Kraft strömt....“ (Anmerkung: Der HERR ist ja die Quelle der Kraft, infolgedessen ist alles, was der HERR denkt, spricht und tut, Erfüllung. Wir Menschen müssen aber die Kraft auf­nehmen, mit ihr arbeiten und sie verarbeiten und umsetzen in der Grobstofflichkeit)!

36) Abd‑ru‑shin sagte einmal zu Herrn Halseband, dem „Weißen Ritter“ etwa fol­gendes: „Heute ist es noch zu früh, davon zu sprechen, aber der echte preußische Geist wird einstmals Vorbild sein auf der ganzen Erde.“

37) Es war 1945 in Westerbuchberg: Frau MARIA sagte zu mir: „Ich habe große Sorge, Karl Bergmann ist noch nicht aus Norwegen zurück. Hoffentlich ist ihm nichts passiert.“ Ich entgegnete lachend: „Ihm kann gar nichts passieren, er kommt gesund nach Hause, er steht ja unter GOTTES Schutz!“ Frau MARIA entgegnete: Haben Sie aber ein großes Gottvertrauen...“

Mit meinem Gottvertrauen habe ich anderen Menschen, besonders im Krieg und in Notzeiten, oft eine große Hilfe sein dürfen. Der HERR stellte mich in dieser Hinsicht anderen Kreuzträgern gegenüber wiederholt als Vorbild hin. Eigenartigerweise ha­ben mir aber gerade Kreuzträger oft und oft Vorwürfe gemacht ich hätte nicht genug Gottvertrauen...

Die Ursache dieses mangelnden Verständnisses oder, besser gesagt, dieses Miß­verstandenwerdens, erklärte mir Herr von der Krone bereits im Jahre 1931, als ich auf den Berg kam. Dieser Apostel, vom HERRN eingesetzt als Seelenarzt, berufen, die Menschengeister seelisch vorzubereiten für das Verstehen der Gralsbotschaft und das Verstehen des Nebenmenschen, sagte mir: „Nach Ihrem Horoskop werden Sie es besonders schwer haben durch Ihre Mitmenschen; denn diese verstehen Sie nicht. Und das ist es, was die Menschen am allerwenigsten vertragen können.“ Gottvertrauen äußert sich nicht in blinder, passiver Bejahung alles dessen, was über die Menschen schicksalhaft kommt, sondern beweist sich bei schwierigen Situatio­nen in einer Zuversicht und Stärke, welche alle Hemmungen überwindet.

Wenn die Kreuzträger zur Zeit des HERRN mehr Gottvertrauen gehabt hätten, wäre es für den Menschensohn der Halt gewesen, der ihm das Weiterleben auf dieser Erde ermöglicht hätte. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf den Vortrag „Die Wunde“ von Abd‑ru‑shin in der alten Ausgabe der Gralsbotschaft. Folgende Worte des HERRN, die er in Kipsdorf zu mir sprach, mögen das Gesagte noch weiter erläu­tern: „Es ist furchtbar für mich, zu wissen, daß viele Menschen nicht aus Überzeu­gung zur Botschaft und zur Versiegelung gekommen sind, sondern manche aus dem Gedanken der Vorsicht, es könnte vielleicht doch die Wahrheit sein. Manche kamen deshalb, weil die Ehefrau „dabei“ war. Ich kann aber nur Überzeugte brauchen, kei­ne Mitläufer!“ In diesem Zusammenhange sagte mir der HERR auch, daß nicht das „Lesen“ die Hauptsache ist, sondern das Erleben. Es gibt Menschen außerhalb der Botschaft, die die Strahlen, den Kraftstrom aus dem Licht aufnehmen, die also die Botschaft nicht kennen, bzw. gelesen haben, die aber in ihrem Innersten die Erkenntnis in sich aufnehmen. Diese stehen vielen Kreuzträgern gegenüber höher. Ich bemerkte dem HERRN gegenüber einmal: Ich glaube, wenn man eine schriftliche Arbeit von allen Kreuzträgern über die Botschaft machen lassen würde, man wäre entsetzt, wie wenig die meisten Kreuzträger von der Botschaft wirklich wissen.“ Dies bestätigte mir der HERR.

38) Wahrhaft suchenden Menschen hat schon von jeher das Problem beschäftigt, ob es einen gütigen GOTT, einen GOTT der Liebe, dessen Kraft und Hilfe unerschöpflich sind, gibt. Auch das Problem, ob sich ein GOTT persönlich um jedes Erdenleid und alle Erdensorgen der Einzelmenschen kümmert, hat Millionen denkende Menschen bewegt. Ich selbst hatte viele Jahre, bevor ich zur Botschaft kam, einmal ein tiefernstes religiöses Gespräch mit einem Herrn Temme, dessen Gottesvorstellung mich, der ich in einem streng katholischen, dogmatischen Denken verwurzelt war, zutiefst erschütterte. Bisher hatte ich geglaubt, GOTT kenne jeden Gedanken, jedes Leid und jede Freude des Einzelmenschen; Herr Temme versetzte diesem Glauben einen Stoß, indem er als erster mit der Vorstellung von einem unfaßbar hoch über allem thronenden GOTT in Berührung brachte, einem GOTT, der von dem Leid des einzelnen und dem der ganzen Menschheit nichts wisse. Für mich war ein unpersönlicher GOTT in dieser Art auch ein GOTT ohne Liebe, und einen solchen konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Erst als ich die Gralsbotschaft las und erkannte als das, was sie ist, wurde mir u.a. auch durch den Vortrag „Allgegenwart“ klar, daß GOTT unendlich weit von den Menschen entfernt, trotzdem aber für jeden Menschen zu erreichen ist. Mein geistiges Ringen um Erkenntnis hörte nun aber nicht auf, im Gegenteil! Mit wachsendem Wissen muß ja das Suchen nach weiteren Erkenntnissen nur noch größer werden, das ist ein Gesetz des natürlichen inneren Wachstums. Auf diese Weise kam ich eines Tages auch zu der vollbewußten Einsicht, daß nicht das „Lesen“ der Gralsbotschaft den Weg nach oben öffnet, sondern daß beim Lesen die Sehnsucht nach Erkenntnis mitschwingen muß. Meine Gespräche mit dem HERRN haben mir hierbei sehr geholfen. Der in wahrer Sehnsucht Geöffnete gleicht einem Durstigen, der vom vorüberströmenden lebenden Wasser trinkt, soviel er in sich aufzunehmen vermag; der aus Gewohnheit oder aus verstandlichen Überlegungen heraus zur Botschaft Greifende gleicht einem, an dem dieses Wasser ungenützt vorbeifließt; er hört es gleichsam nur „rauschen“, es dringt nicht in ihn ein. Nun muß aber auch derjenige, welcher die Kraft der in ihm schwingenden Erkenntnis verspürt, diese in die lebendige Tat umsetzen, muß sie auf diese Weise verarbeiten, wie ja auch bei einem Baum das von den Wurzeln aufgenommene Wasser über Stamm, Äste, Zweige und Blätter wieder der Luft mittels der Verdunstung zurückgegeben wird, wodurch einerseits Veränderungen, Wachstum und Gesundheit des Baumes, andererseits eine günstige klimatische Beeinflussung der Umgebung und schließlich überhaupt ein lebenserhaltender Kreislauf in der Natur bewirkt werden. Gleicht sich der Mensch in dieser Verarbeitung den lebenserhaltenden geistigen Strahlungen nicht solchem natürlichen Vorbild an, so kommt es zu Stauungen, Verkümmerungen und Krankheitserscheinungen auf seelischem und körperlichem Gebiet auf der einen, und in Beziehungen zur Mitkreatur auf der anderen Seite.

39) Wir saßen oben zusammen im Arbeitszimmer des HERRN. Der HERR saß an der Längsseite des Tisches und ich an der Schmalseite. Der HERR war wie so oft sehr, sehr traurig. Er sah ja das Versagen der gesamten Menschheit; er sah das Versagen des deutschen Volkes, das ja der Hauptträger der Gralsbotschaft hätte sein sollen, er sah das vollkommene Versagen der 144.000 Berufenen, die zum größten Teil gar nicht gekommen waren, und ihre Aufgabe deshalb nicht antreten konnten (Von den 700 oder 800 Kreuzträgern damals waren ja sehr viele lau; von hinreißender, kraftvoller, lodernder Überzeugungskraft war nichts zu verspüren). Der HERR hatte einmal in einem nie veröffentlichten Vortrag auf dem Berg ungefähr folgendes gesagt: „Von den vielen, die hätten kommen sollen, sind nur die wenigsten gekommen. Von den wenigen, die gekommen sind, sind viele wieder fortgegangen. Von den wenigen, die geblieben sind, sind alle, vom Lichte aus gesehen, unfertig, schwach und fehlerhaft. Und von diesen Wenigen, die da noch übriggeblieben sind, werden auch noch viele straucheln und gehen. Das Licht hat die 144.000 Erwählten seit Christi Mord so sorgsam geleitet und geführt, daß kein einziger von ihnen hätte versagen können. Sie sind im Diesseits auf der Erde und im Jenseits von solchen starken lichten Wellen und Helfern umgeben und geführt worden, daß sie alle jetzt im Gericht als Fertige hätten da sein können. Aber nicht einer ist fertig. Ihr hattet einst meinem Vater gelobt, daß Ihr mir zur Endzeit helfen wolltet in meinem Dienst zu meinem Vater. Das war das Gelöbnis, welches in Euren Seelen brannte und welches Euch auch hätte fähig werden lassen, Großes und Größtes jetzt in der Endzeit zu vollbringen. Ihr aber, alle ohne Ausnahme, seid unreife, unfertige und in Fehlern verstrickte Menschen. Statt daß Ihr mir helft bei meiner großem Aufgabe für den Sieg des Lichtes, mußte ich noch tiefer in das Dunkel hinabsteigen, um Euch zu helfen. Nun werdet Ihr vielleicht eine leise Ahnung haben, warum ich oft so traurig bin.“ Ungefähr in diesen Worten hat der HERR zu uns gesprochen.

Der HERR saß also an der Längsseite des Tisches, die linke Hand etwa an der Mitte, die rechte Hand am Ende des Tisches: „Sehen Sie, Herr Fritsch, in dieser Zeitspanne hätte das Gericht sein sollen. Und es ist auch in dieser Zeitspanne! Aber da die Menschheit das Licht nicht aufgenommen hat, drängt sich nun alles in äußerem Geschehen auf eine ganz kleine Zeitspanne zusammen.“ Dabei bewegte der HERR seine linke Hand, bis sie ungefähr 10 oder 12 cm Abstand von der rechten hatte. „Der Endtermin und das Ende des Gerichtes liegen fest.“ Dabei machte der HERR mit der rechten Hand eine abschneidende Bewegung von oben nach unten am Tischende, „das Ende kann nicht um einen Tag, nicht um eine Stunde verschoben werden!“ Und wieder machte der HERR mit der rechten Hand die abschneidende Bewegung von oben nach unten am Tischende. Er wiederholte: „Weder um einen Tag, nicht mal um eine Stunde kann das Gericht verschoben werden!“ (Ich weiß in meiner Erinnerung nicht mehr, ob der HERR nicht auch zusätzlich gesagt hat „Sekunde“). Dabei erwähnte der HERR auch, das die letzte Phase des Gerichtes, also das Endgeschehen, die ganz großen Auswirkungen, in einem März beginnen würden, und zwar zur Zeit des Karnevals, und nur ein paar Monate dauern würde, aber dann wäre die Erde befreit von allem Dunkel, worauf das Licht seine Strahlen siegreich über die ganze Erde ausbreiten könne. Hierauf fragte ich den HERRN ganz angstvoll: „Sind das geistige Monate oder irdische?“ Der HERR erwiderte lächelnd: „Nein, nein, irdische Monate! Bei geistigen Monaten würde kein Mensch mehr das Ende erleben.“ (Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die Bibelstelle, welche besagt, daß um der wenigen Gerechten willen die Tage verkürzt würden.)

„Dadurch, daß sich nun alles auf eine ganz kurze Zeitspanne zusammendrängt, gehen mehr Menschen verloren, die nicht hätten zu stürzen brauchen, wenn sich alles folgerichtig entwickelt hätte.“

Obwohl vom HERRN immer eine ungeheure Kraft, Freude und Zuversicht und belebender Mut ausging, so habe ich doch bei meinen vielen Besuchen in Kipsdorf immer wieder bedrückt erleben müssen, wie traurig der HERR über das große Versagen war. In diesem Zusammenhang sagte mir der HERR einmal: Das furchtbarste ist für mich: Ich möchte gerne allen Menschen helfen können. Aber wenn sie die Hilfe nicht nehmen, dann kann ich ihnen nicht helfen. Der Mensch muß alles allein tun, ich kann ihm nur die Kraft geben. Durch das furchtbare Versagen der Menschheit und aller Berufenen kommt nun alles anders. Wie es kommen wird, weiß ich selber nicht, denn ich erfülle. Wie sich die Kraft nun auswirkt, kann ich im Einzelnen auch nicht übersehen.“

40) Ich sagte einmal ergriffen zu dem HERRN: Die Gralsbotschaft ist so logisch und so klar verständlich, daß ich die Überzeugung habe, daß man sogar nur mit dem Verstand den gesetzmäßigen Aufbau erkennen kann.“ ‑ Ja, Herr Fritsch,“ erwiderte der HERR, da haben Sie vollkommen recht, aber das kann nur der gereinigte Verstand.“

41) „Wie weit auf der anderen Seite die Botschaft verbreitet ist und bekannt,“ so sagte mir der HERR, „geht aus einem einzigen Beispiel hervor. In einem Tempel in Japan wird die Botschaft von Priestern in einem heiligen Schrein verwahrt. Und diese wissen auch von mir und der Wahrheit des Wortes.“ Auf meine Frage, warum diese aber noch nicht öffentlich für den HERRN wirken, antwortete der HERR: „Es ist noch nicht an der Zeit.“

„Millionen Menschen leben schon jetzt die Botschaft, und sie werden über Nacht dazu kommen, wenn die Stunde hierfür da ist.“

42) Bevor ich zur Botschaft kam, hatte ich den großen Fehler, bei allen Menschen zuerst immer nur an das Gute zu glauben. Genauso falsch, sagte mir der Herr von der Krone, sei es aber, umgekehrt nur an das Böse und Dunkle in den Menschen zu glauben. Wir müßten lernen, alles neutral zu betrachten, die Wertmaßstäbe „Gut“ und „Böse“ wegfallen und alles ganz einfach auf uns wirken zu lassen. Haben wir das gelernt, dann könnte unsere neutral eingestellte Empfindung in Verbindung mit dem Verstand klar erkennen, was recht und was nicht recht sei. Unfaßbar und bewundernswert, überhaupt mit Worten nicht auszudrücken, ist die Liebe des HERRN gegenüber jedem Menschen, obwohl er die Fehler und das Dunkel sofort erkannte. Oft sagte der HERR, daß gerade der Mensch, um den er sich besonders mühte, zu helfen, den er gerade mit Liebe überschüttete, ihm eines Tages schweres Leid zufügen würde; denn der HERR kannte stets den Weg des Einzelmenschen von früher her und wußte auch, in wieweit dessen Wollen neues Leid in naher Zukunft bringen würde. In den Jahren von 1931 ‑ 1941, in denen ich persönlich in der Nähe des HERRN sein durfte, habe ich eine sehr große Anzahl von Menschen erlebt, die zuerst mit größter Begeisterung vom HERRN sprachen, so daß man überzeugt sein kannte, daß sie wirklich in großer Liebe am HERRN hingen und von seiner Botschaft tief ergriffen und beglückt waren. Plötzlich, scheinbar von heute auf morgen, war bei diesen Menschen alles anders; in den meisten Fällen, ohne jeden wirklichen Grund, fingen sie an, in blindwütigem Haß gegen Abd‑ru‑shin zu wettern und zu eifern, ein um so unbegreiflicheres Phänomen, als die widerwärtigen Anwürfe in aller Öffentlichkeit von solchen vorgetragen wurden, die besonders viel Gutes durch ihn erfahren hatten. Erschüttert und ratlos standen diejenigen, welche dies in nächster Nähe! des HERRN als Zeugen miterleben mußten, vor solchen Begebenheiten, für die es keine logisch‑plausible Erklärung zu geben schien. Die einzige Erklärung, die nur von höherer Warte möglich ist und mit der Art der Sendung des HERRN eng zusammenhängt, steht im Vortrag „Der Fremdling“ im ersten Band der Gralsbotschaft. Viele Namen brennen noch heute schmerzhaft in der Erinnerung alter Kreuzträger. Ich will hier nur zwei Beispiele herausgreifen unter hunderten ähnlicher Beispiele:

Der Schweizer Jünger Schönenberger saß bei einem Kaffee, welchen die Goldenkreuzer zu Ehren des HERRN in der alten Andachtshalle gaben (die erste Andachtshalle, die schon viele Jahre nicht mehr steht, war zugleich auch an Werktagen der Ort des gemeinsamen Mittag‑ und Abendessens), dem Trigon direkt gegenüber (er war damals noch Goldenkreuzer) und sagte plötzlich, tief ergriffen und mit Tränen in den Augen: „Es ist wirklich überhaupt nicht zu fassen, daß ich am Tische des HERRN sitzen darf.“ Gerade dieser Herr Schönenberger aber hat später immer wieder neue Verleumdungskampagnen und Ehrabschneidungen gegen den HERRN durchgeführt. Hierüber im Einzelnen zu sprechen wäre zu abstoßend.

Das zweite Beispiel: Fräulein Peters, eine der ersten Kreuzträgerinnen, wurde vom HERRN jahrelang mit besonderer Güte und Fürsorge bedacht, und sie besaß einen großen Stoß von eigenhändig von Abd‑ru‑shin geschriebenen Briefen. Da es ihr irdisch finanziell nicht gut ging, half ihr der HERR auch hier viel und oft. Schließlich vermittelte er ihr eine Ehe mit dem Komponisten Eduard Könnecke, welcher später dann auch Jünger wurde. Aus einem mir unbekannten Grunde wurde es diesem als einzigem Jünger nicht gestattet, auf den Vomperberg hinaufzugehen und dort zu wohnen. Beide, Herr und Frau Könnecke, schrieben deshalb immer wieder ergreifende Bitt‑ und Bettelbriefe an Abd‑ru‑shin, er möge ihnen doch gestatten, wenigstens so weit in die Nähe kommen zu dürfen, daß sie das Dach des Gralshauses sehen konnten. Widerstrebend und sehr ungern wurde ihnen diese Bitte gewährt, und sie zogen beim Bauern Steinlechner im 2. Stock unter das Dach ein. Von allen, die später erbitterte Feinde Abd‑ru‑shins wurden, waren bald darauf die beiden Könneckes die Schlimmsten und Erbittertsten. Sie strengten viele Prozesse gegen Abd‑ru‑shin an, die aber alle ins Leere liefen.

43) Abd‑ru‑shin hat sich gerne mit Menschen über weltanschauliche Probleme unterhalten, wie es auch von Christus in „Aus verklungenen Jahrtausenden“ geschildert wird (Unterredungen und Gespräche zwischen Christus und Markus, zwischen Christus und einigen Griechen). Wenn Abd‑ru‑shin einen Menschen vor sich hatte, der wirklich von geistiger Sehnsucht erfüllt war, dann lebte er auf und wurde froh und heiter, so froh, wie man ihn sonst bei anderen Gelegenheiten nicht sehen kannte.

Der Wirkung, die vom HERRN ausging, konnten sich nur wenige entziehen. Diese Wirkung mag oft, entsprechend der zwiespältigen Beschaffenheit vieler Menschen gleichermaßen anziehend und ‑ wegen der Unerklärlichkeit der starken Anziehung und einem inneren Widerstreben, sich ihr hinzugeben ‑ auch abstoßend gewesen sein. Nur innerlich vollkommen abgestumpfte Menschen vermochten gar nichts zu empfinden. Ich selbst empfand es wie einen großen Strom und andererseits auch bewegt und erregend wie ein gewaltiges Meer. Der HERR konnte und mußte uns von seinem Überfluß mitteilen, wenn ihm aber seine Wirkungsmöglichkeit zum we­sentlichen Teile oder ganz abgeschnitten wurde, wenn er nicht mehr geben, helfen, beschenken kannte, so blieb dies naturgemäß auch für seinen Erdenkörper nicht ohne Folgen.

Dies trifft für die Zeit vom 11. März 1938 bis zum irdischen Abscheiden des HERRN am 6. Dezember 1941 zu. Bilder vermögen den Vorgang nur unzureichend wieder­zugeben; die Kraftströme, welche die Ströme des lebendigen Wassers, vergleichbar aus dem elektrischen Strom, durch den HERRN flossen und sich innerhalb des oben angegebenen Zeitraumes in ihm stauten, haben ihn, besser gesagt, seinen grobstofflichen Körper, schließlich förmlich verbrannt. Da sich der HERR nicht wohl fühlte, ging er (1940 oder 1941) in eine Klinik in Dres­den, wo man feststellte, daß ihm organisch nichts fehlte. Dort, in dieser Klinik, waren viele Ärzte, Assistenzärzte und Schwestern so stark von dem Patienten Oskar‑Ernst-Bernhardt beeindruckt, daß sie ständig seine Nähe suchten. Der HERR gab dort mit vollen Händen; er lebte sichtlich auf und war außerordentlich gelöst, was auf die Menschen, die zuvor in seiner Umgebung waren, wie ein Wunder wirkte. Vieles teilte der HERR hier mit über das Blutgeheimnis, das Wunder des Blutes, über das At­men, die Ernährung, das Wasser und das Wirken der Menschen untereinander. Wieder zurückgekehrt nach Kipsdorf, wurde dem HERRN durch die Gestapo und durch Anfeindungen das Leben wieder so erschwert, daß ihm, bildlich gesprochen, die Luft zum Atmen fehlte. Besonders die Anfeindungen aus den Kreisen ehemaliger Kreuzträger erweckten in ihm die Sehnsucht nach oben immer mehr. Da die Kraft wiederum nicht fließen kannte, wurden die Stauungen körperlich für den HERRN immer unerträglicher. Einmal bat er Frau MARIA und Fräulein IRMINGARD: „Gebt mir mal Eure Hände!“ Nachdem dies geschehen war, wurde dem HERRN sichtbar leichter, und er sprach: „So, jetzt fließt es wieder!“

Der Vorgang, welcher schließlich ohne sichtbare äußere Einwirkung und ohne or­ganisches Krankheitsbild den Erdentod des HERRN herbeiführte, läßt sich auch in einem anderen Bild wiedergeben: Wenn eine Flamme keine Nahrung bekommt, so erlischt sie; wenn ein Gottgesandter nicht mehr von den Strahlen der Sehnsucht nach Reinheit, von Strahlen des reinen Wollens umgeben und gehalten wird, so wird er nach dem Gesetz der Schwere zu seinem Ursprung zurückgezogen.

Wenn Abd‑ru‑shin auch nicht an ein Kreuz genagelt oder auf eine andere grobstoff­liche Weise von Menschen getötet wurde, so ist doch eigentlich der Haß des Dun­kels, der ihn verfolgte, so sind doch diejenigen Menschen, welche dem Dunkel in sich Raum gewährten, die eigentlichen Mörder gewesen; und so hat die gesamte Menschheit durch ihre Bindung an das Dunkel, das Licht verlöschen lassen. Was nun über die Menschheit kommen wird, läßt sich nicht sagen. Wohl wird das Licht im Endkampf siegen ‑ aber es wird vielleicht ein „Pyrrhussieg“, in dem die ganze Erde durch den Mißbrauch der Kernenergie zerstört wird, wonach die von ihr bisher aus­gegangenen dunklen Einflüsse den Kosmos nicht mehr vergiften? Die Erde würde dann dasselbe Schicksal erleiden wie der einstmals im Sonnensystem kreisende Planet Mallona. In diesem Zusammenhang sind die von Abd‑ru‑shin in erster Linie an die Berufenen gerichteten Worte zu verstehen:

„Wenn Ihr versagt, stürzet die Welt!“ Das letzte Wort, welches Abd‑ru‑shin öffentlich an die Menschheit richtete, war bei der Sternfeier am 29. Dezember 1937, der letzten Heiligen Feier des Menschensoh­nes auf Erden. Am Schluß dieser Feier sprach der HERR mit todernstem Antlitz: „Nun gehet hin und erlebet! Ich habe Euch nichts mehr zu sagen!“

44) Der HERR war öfter mit dem Trigon und großem Gefolge am Gardasee. Jedes­mal betonte er ‑ und erwähnte dies auch bei anderen Gelegenheiten ‑ daß es sich hierbei nicht etwa um Vergnügungsreisen, sondern um große geistige Erfüllungen handle.

46) Der HERR sagte einmal zu mir: „Es macht mich unsagbar traurig, daß man kei­nem Menschen die Wahrheit sagen darf, mit nur einigen Ausnahmen. Die meisten Menschen werden oft feindlich. Die einzige Möglichkeit, den Menschen die Wahrheit zu sagen, ist in der Form eines heiteren Lustspiels. Da fühlen sie sich nicht selber betroffen, da lachen sie über die anderen und merken in ihrer Eitelkeit nicht, daß die Menschen in diesem Punkte alle gleich sind.“

47) In Kipsdorf: „Die schwerste Stunde für jeden einzelnen Menschengeist ist die Stunde, bevor er ins Paradies eintreten darf. In dieser Stunde darf er als besondere Gnade sein gan­zes Sein rückblickend noch einmal erleben. Nicht nur ein einziges Erdenleben, son­dern sei ganzes Sein! Und das ist das furchtbarste Erlebnis eines jeden einzelnen Menschengeistes. Dabei bekennt er auch in Scham, was er alles falsch gemacht hatte. Und jetzt erst hat er echte Demut errungen und damit das letzte Schwere von sich abfallen lassen, und dadurch ist er erst fähig, in das Paradies eintreten zu dür­fen.“

Zur näheren Erläuterung: Dort, wo echte Demut fehlt, fehlt es auch an Reinheit. Reinheit aber ist Licht und Leichtigkeit. Sobald ein Mensch nur ein Fünkchen ‑ bes­ser gesagt Stäubchen Eitelkeit in sich trägt, hat er noch Schwere. Eine jede Schwere aber, selbst die geringste, läßt eine Verbindung mit dem Licht nicht zu. Darum ist das Höchste die Liebe, und wer das erkannt hat, erringt auch die Demut, und wer Demut errungen hat, der bekommt auch Verbindung mit der Reinheit.

48) Ich durfte einmal im Wachzustand erleben (wohlgemerkt, nicht im Schlaf, nicht im Traum), daß sich meine Seele vom Erdenkörper löste und ich hin auf getragen wurde in eine höhere Sphäre, wohl gemerkt, eine Sphäre noch tief, tief unter dem Paradiese, so tief wie ein Menschengeist es sich nicht vorstellen kann. Aber diese lichtere, reinere Sphäre, in welcher ich nur kurze Zeit verweilen durfte, war von einer solchen beseligenden Leichtigkeit und so voll Glück und harmonischem Frieden, daß ich zum ersten Mal Gottes Gnade und Liebe in so starker Form erleben durfte. Dieses Erlebnis dauerte nur ganz kurze Zeit. Es schien mir darnach, als ob es Jahre gewesen wären. Und als ich wieder im Erdenkörper war, glaubte ich ersticken zu müssen, weil hier auf der Erde die Freiheit des Geistes nicht vorhanden ist, weil hier diese Erde grobstofflich und dunkel ist. Was Glück ist und wahre Glückseligkeit, werden wir hier auf Erden wohl niemals erfassen können, nur in glückseligen Augenblicken im Gebet erahnen. Es lohnt sich zu ringen nach Erkenntnis und nach Demut. Es ist der Schlüssel zum Tor in ein unbeschreiblich schönes Paradies.

49) Das Trigon fuhr im Laufe der Jahre mehrere Male mit dem Wagen an den Gar­dasee. Jedesmal war ein Gefolge mit von Aposteln und Jüngern, selbstverständlich auch der weiße Ritter und der Fahnenträger des HERRN. Meine Eltern, die beide Goldenkreuzer waren, durften auch einige Male mit bei diesen Fahrten sein. Um zu verstehen, daß es für meine Eltern eine besondere Gnade war, daß sie als einzige Goldenkreuzer und inmitten dieser hohen Berufenen dabeisein durften, muß man versuchen, folgendes zu erkennen: „Ein jeder Dienst für den Heiligen Gral ist groß und geht in seinem Wert weit über menschliches Begreifen.“

Alles was der HERR sagte oder tat, war Erfüllung. Seine Warte und seine Hand­lungsweise kann man niemals mit Worten oder Handlungsweisen der Menschen vergleichen. Er handelte im Willen seines Vaters. Wir Menschen handeln nur nach unseren Gefühlen, Empfindungen, Leidenschaften und nach unserem falschen Den­ken und können deshalb niemals in die Gedankengänge des HERRN eindringen.

Und so waren diese Reisen auch keine Erholungsreisen oder Vergnügungsreisen, noch fanden sie um der äußeren Abwechslung willen statt, sondern jede dieser Rei­sen an den Gardasee war eine große Erfüllung. Warum gerade der Gardasee hierfür ausersehen war, ist mir unbekannt.

Jedesmal wenn der HERR irgendwo verweilte, hielten selbstverständlich alle ande­ren Wagen auch an, alle stiegen aus und scharten sich in respektvoller Entfernung um ihm. Je nachdem was sich bei diesen großen Erfüllungen ereignete, sprach der HERR zu diesem oder jenem besondere Worte. Denn diese hohen Berufenen waren an sich auserwählt, das neue Reich zu formen. Mit und durch ihre Treue, mit und durch ihre Liebe. Wenn sie reine Gefäße gewesen wären, hätte die Lichtkraft auf das deutsche Volk durch sie hindurch strömen können; und wenn nicht damals schon das deutsche Volk vom Licht abgewendet gewesen wäre, dann hätten diese Strahlen ganz allein genügt, um es zu reinigen. Bei einer dieser Reisen trat der HERR auf meine Mutter zu und sagte freundlich mit der nur ihm allein zu eigenen Güte: „Ja, Frau Fritsch, diese Fahrten sind keine Vergnügungs‑ oder Erholungsfahrten. Jedesmal ereignet sich dabei eine große Erfüllung, ein großes, kosmisches Geschehen, worüber ich zu den Menschen nicht sprechen kann, weil sie es doch nicht verstehen würden. Bei einer dieser Fahrten ereignete sich auch der Kampf zwischen Luzifer und mir.“

Freundlich lächelnd sagte der HERR zu meiner Mutter: „Sie müssen sich das nicht etwa irdisch sichtbar vorstellen. Wenn diese Geschehnisse eintraten, habe ich mich vorher abgesondert von den Menschen hier (Anmerkung des Verfassers: Von den hohen Berufenen), und abseits in aller Stille, keinem irdischen Menschen sichtbar, vollzogen sich die großen Geschehen; die nur GOTT kennt, mein Vater. Spätere Geschlechter, sofern die Erde bestehen bleibt, werden nicht begreifen können, daß die Menschen mich nicht erkennen konnten.“ Bei derselben Fahrt wieder an einem anderen Ort und an einem anderen Tage (diese Fahrten dauerten gewöhnlich drei bis fünf Tage, manchmal sogar eine Woche) ging der HERR wiederum auf meine Mutter zu und zeigte auf eine wunderschöne Villa (meine Mutter erzählte mir dann, so etwas Schönes habe sie bisher noch nie gesehen): „Schauen Sie, Frau Fritsch, das würde Uns auch gefallen!“ Es ist klar und logisch, daß ein Mensch mit großem Schönheitssinn gefangen genommen wird auch von irdischer Schönheit, und wenn es nur eine Villa ist. Der HERR aber, der die Vollendung ist und der aus der Vollendung kam, litt ja oft körperliche Qualen unter der Disharmonie und Häßlichkeit, die hier auf der Erde herrscht. Alles, was Er sagte und tat, strahlte Schönheit und Harmonie aus. Er konnte niemals begreifen, daß es Menschen gibt, die keine Sehnsucht nach der Schönheit haben. Ich weiß heute nicht mehr, bei welcher Gelegenheit es war. Meine Mutter hatte eine ganz besonders große Sehnsucht nach Schönheit und hatte deshalb auch eine sehr starke Verbindung zum HERRN! (Sehnsucht nach Schönheit, Sehnsucht nach Licht und Sehnsucht nach Erkenntnis lassen sich nicht voneinander trennen. Menschen wie meine Mutter, die einen besonders großen Schönheitssinn haben, wurden naturgemäß vom HERRN angezogen). Der HERR sagte zu mir folgendes:

„Im Reich der Tausend Jahre wird es auch Luxus geben, Luxus und Pracht haben allerdings dann nichts mehr gemein mit dem, was heute die Menschen darunter verstehen. Luxus im Tausendjährigen Reich hat nichts mit sinnloser Verschwendung zu tun, nichts mit Anhäufen von Reichtum und Sachwerten, sondern ist dann Ausdruck eines erhöhten und verfeinerten Schönheitssinnes. Und Pracht wird dann ein schwacher Abglanz sein von der überirdischen Schönheit und Pracht, die oben herrscht. Wenn die Menschen doch mehr Sehnsucht nach Schönheit hätten, sie könnten allein dadurch den Weg nach oben finden.“

50) Zur Zeit, als der HERR mit einer ganz besonderen Kraftströmung von oben verbunden war ‑ es wogte und wallte und flutete dauernd von oben herab zu Ihm und von Ihm wieder zurück hinauf, brauchte Er besonders starken irdischen Schutz, einen Schutzwall um Seinen Körper. Man darf sich das nicht vorstellen, daß Er nun Ritter in Rüstungen oder Soldaten in Waffen um sich hätte haben müssen, sondern einfach nur Menschen, die eine große Liebe und Treue zu Ihm und zu seinem Vater, also unserem GOTT, hatten. Diese Treue war dann ein irdischer Lichtwall um die heilige Person des Wahrheitsbringers, eine Art Feuerwall, so daß das Dunkel nicht an den Erdenkörper heran konnte. Da der HERR aber auch zuweilen mit Behörden oder mit verschiedensten Menschen zu tun hatte, auch gerne einmal ein schönes Konzert hörte, in die Oper ging oder sich einen Film ansehen wollte, so mußte Er natürlich unter die Menschen, und dann waren im Konzertsaal oder in der Oper oder im Kino richtig ein Kreis von Menschen irdisch um IHN. Fünf oder sechs Plätze vor dem HERRN waren von Kreuzträgern besetzt, ebenso neben dem HERRN, links und rechts hinter dem HERRN. Da mein Vater von etwas kleinerer Statur war (die vorige Generation war ohnehin um fast einen Kopf kleiner als die jetzige), so daß er im Theater oder im Kino immer vor dem HERRN saß. Damit der HERR gut sehen konnte, kroch mein Vater sozusagen in sich zusammen und saß ganz an die Seite gedrückt, also richtig in einer verkrampften Haltung. Er war jedesmal heilfroh, wenn es vorbei war, denn er hatte richtiggehend Genickschmerzen oder einen Krampf. Einmal sagte der HERR lachend zu ihm: „Heute hat sich wieder mal der gute Herr Fritsch für mich aufgeopfert.“ Und freundlich lächelnd fuhr er fort: „Das brauchen Sie aber nicht, Herr Fritsch!“ Der HERR hat immer nur an andere gedacht, nie an sich selber!

 

Strebet nach Überzeugung

Besonders schmerzlich war es für den HERRN, immer wieder feststellen zu müssen, daß die Menschen keine eigene Meinung, keine eigene Urteilskraft und kein eigenes selbständiges Denken zu haben pflegen. Deshalb predigte Er auch in einem seiner Vorträge das Wort von den „feilen Söldnern“. Man kann ruhig sagen ‑ und dies gilt auch für die Kreuzträger: Die Menschen, also fast alle mit geringen Ausnahmen, sind unfähig, selbst zu prüfen und selbständig Entscheidungen zu treffen. Vielfach fehlt auch der Mut, der zur Weiterentwicklung der Fähigkeit des rechten Prüfens und Abwägens gehört, nämlich in freier Verantwortung selbständig zu handeln. Dem HERRN war ein Mensch lieber, der anhand eines falschen Entschlusses etwas falsches tat, als diejenigen Menschen, welche aus lauter Angst, Fehler zu begehen, gar nichts tun. Deshalb gebrauchte Er mir gegenüber das Wort: „Ein Mensch, der hinter der Ofenbank sitzt, kann sich sein Bein nicht brechen!“ Ein Mensch, der viele Fehler macht, beweist damit, daß er sich regt. Menschen die keine oder kaum Fehler machen, sind nicht als Lebendige in Gottes Schöpfung, sondern als tote Puppen zu betrachten.

Etwa im Jahre 1932 sprach der HERR im Tempel die Worte „Strebet nach Überzeugung“. Dieser Vortrag hatte einen besonderen Anlaß. Noch bestand die Weimarer Republik, aber immer klarer wurde sichtbar, daß in Deutschland ein großer Umbruch kommen würde. Extrem Linke, wie extrem rechte Gruppen versuchten mit allen Mitteln, legal oder illegal, an die Macht zu kommen. Der Führer der Deutsch-Nationalen, Geheimrat von Hugenberg, wollte an die Macht, ebenso Hitler mit seinen Nationalsozialisten und auch die Kommunisten, jahrelang waren gegenseitige Angriffe, die von Verleumdungen bis zu tätlichen Auseinandersetzungen gingen, an der Tagesordnung, und immer schärfer spitzten sich auch die Auseinandersetzungen zwischen den Deutsch‑Nationalen und den Nationalsozialisten zu. Man lieferte sich sogar blutige Schlachten mit Toten und Verletzten. Die Presse war voll von Beschimpfungen und gegenseitig sich überbietenden Anwürfen, Beleidigungen und Verleumdungen. In dieser zugespitzten Situation erkannten Hindenburg und Hitler, daß sie über die Kommunisten, ihre gemeinsamen Feinde, nicht Herr werden konnten, wenn sie getrennt marschierten und beschlossen, sich zusammenzutun. wozu sie ein Geheimabkommen unterschrieben. Die SA und der Stahlhelm, beide ehemals so verfeindete Organisationen, hielten daraufhin eines Tages eine große Versöhnungsfeier ab. Die Phrasen, welche hierbei aus dem Mund der Redner kamen, mußten für jeden beobachtenden und selbständig empfindenden und urteilenden Menschen abstoßend und unaufrichtig klingen. Krönung der äußeren Dokumentation des Bündnisses war ein gemeinsamer Fackelzug des Stahlhelms und der SA. Wie viele, oder besser gesagt, wie wenige durchschauten damals die ganze innere Verlogenheit dieser „Versöhnungshandlungen“? In diesem Zusammenhang muß man die Warte des HERRN verstehen: „Schaut um Euch, daß Ihr an allem lernen könnt. Täglich und stündlich wird Euch Gelegenheit dazu gegeben. Beobachtet die Vorgänge in allen Ländern. Massen, die sich jahrelang in den verschiedensten Parteien erst bekämpften und befehdeten, sogar tätlich bekämpften bis zum Mord, sie gehen über Nacht manchmal singend und die Freudenfackeln schwingend durch die Straßen, gerade so, als ob sie Freunde wären schon seit Jahren. Über Nacht. Und nur, weil ihre Führer sich einmal die Hand reichten zu irgendeinem Zweck. Wo findet Ihr in solchen Dingen die wirkliche und feste Überzeugung, wo Überzeugung überhaupt! Sie fehlt. Es ist empfindungsloses Mitmarschieren vieler Tausende, die dadurch für das Große wertlos sind. Auf solchem Boden kann niemals ein Reich erstehen, das in göttlichen Gesetzen schwingt. Es kann deshalb auch nie in dieser Art gesunden.“

Bitte beachten Sie den Ausdruck: „Es kann deshalb auch nie in dieser Art gesunden!“ In diesem Satz hat der HERR schon 1932 die Zukunft des deutschen Volkes vorausgesagt. In dem Satz liegt aber gleichzeitig der Hinweis darauf, wie wenig eigene feste und klare Überzeugung es auch bei den Kreuzträgern gibt. Als 1938 der HERR durch die Nazis in Haft kam und jeder Kreuzträger, der von der Sache selbst, wie von der wahren Persönlichkeit des HERRN überzeugt war, sich zu verstärkter geistiger und irdischer Regsamkeit aufgerufen fühlen mußte, um das Schlimmste abzuwenden, da erlebte der HERR die vielleicht schlimmste Enttäuschung seines Lebens: Von den damals etwa 800 Kreuzträgern fielen über Nacht ungefähr 600 ab. Sie waren wie von Winde verweht einfach „nicht mehr da“. Wo blieb da die wahre Überzeugung, die sich doch schließlich nur in der Tat und durch die Tat erweisen kann? Von dem Beweis solcher Überzeugungslosigkeit (die sich übrigens schon vorher deutlich genug angekündigt hatte) war der HERR bis ins Tiefste getroffen, nicht seinetwillen, sondern der Sache willen, der zu dienen er auf die Erde gekommen war. Vielen, vielen Kreuzträgern, die ja bei der Versiegelung die Überzeugung gehabt haben mußten, daß ER der Menschensohn war, kamen nun auf einmal Zweifel an Seiner Sendung und an Seinem Wort.

Vieles Geschehen wäre nicht möglich gewesen, wenn alle damaligen Kreuzträger in ihrer Überzeugung fest gestanden hätten wie ein Fels in der brandenden See. Der HERR hätte nicht so schwer zu leiden brauchen, und er hätte auch nicht von dieser Erde gehen müssen, wenn er den für ihn so nötigen irdischen Schutzring und damit gleichzeitig die Verankerung gehabt hätte.

Nicht auf die irdisch leibliche Nähe überzeugter Kreuzträger kam es hierbei an, sondern überhaupt auf ihr Dasein. Die Kraft der Überzeugung der Kreuzträger wäre eine lodernde Flamme gewesen und hätte sich hierdurch mit dem Urlicht verbunden, welches damals im Erdenkörper von Oskar Ernst Bernhardt ‑ Abd‑ru‑shin ‑ Parzival Imanuel inkarniert war, wenn nicht die Menschheit in ihrer Gesamtheit versagt hätte, oder mit anderen Worten: Wenn mehr Lichtsehnsucht bei den Millionen Menschen auf Erden gewesen wäre, wenn insbesondere die weiße Rasse nicht versagt hätte, wenn ferner das damals berufene deutsche Volk und ferner die Kreuzträger und die wiederum in erster Linie die hohen Berufenen nicht versagt hätten, die Ritter, Apostel und Jünger, dann wäre heute schon auf Erden das Tausendjährige Reich und der Sieg des Lichtes in sichtbare, greifbare Nähe gerückt. Wahrscheinlich wäre es wohl auch nicht zum zweiten Weltkrieg gekommen.

Das Schicksal dieser Erde und der gesamten Erdenmenschheit entscheidet sich danach, welche Kräfte in der gesamten Menschheit überwiegen: diejenigen des übelwollenden Dunkels oder die lichten guten Kräfte und Bestrebungen. Furchtbar steht mahnend das Wort im All: „ Wenn Ihr versagt, stürzet die Welt!“ Hiermit sind die Kreuzträger gemeint, welche, sobald die Stunde gekommen ist, den schwachen Fünkchen der Lichtsehnsucht in ihren Mitmenschen Kraft und Nahrung geben sollen, damit sie nicht verlöschen müssen und damit schließlich auf Erden doch das Licht im Kampf mit dem Dunkel den Sieg davonträgt

Als ich das letzte Mal in Kipsdorf war, sagte der HERR zu mir dem Sinne nach: „Durch das furchtbare Versagen der Kreuzträger sind die wenigen Getreuen, die übrig geblieben sind, mit tausendfacher Kraft von oben ausgestattet, denn sie müssen nun mitkämpfen und mitstreiten für alle, die nicht mehr da sind, ähnlich wie jetzt in Rußland bei der großen Niederlage der Deutschen die wenigen Überlebenden die Fehlenden mit ersetzen müssen. Wenn ich einem Kreuzträger vorher sagen würde, was er noch alles im Aufbau für das Neue Reich zu leisten hat, so würde dieser verzagen vor der Größe seiner Aufgabe.“

 

Durch das Lesen der Botschaft und der „Ermahnungen“ kann der einzelne Kreuzträger zur innersten Überzeugung davon kommen, dass es von ihm allein abhängt, ob Tausende von Menschen sinken oder vernichtet werden, oder aufsteigend in jubelndem Dank und Glück GOTT erkennen können. Diese Überzeugung kommt allein durch die mutige Tat, dadurch, dass sich der Einzelne schon jetzt hineinstellt in seine Aufgabe. Im Gebet wird ihm Klarheit darüber, was er im Augenblick zu tun hat und die Kraft, es zu verwirklichen, das weitgesteckte Ziel immer vor Augen...

Dieses Ziel kann nur der Demütige erreichen: derjenige, der zuerst das große Geschehen und seine große Aufgabe und dann sich selbst sieht., nur der Demütige kommt in dem Erleben zur Überzeugung und zum wahren Wissen, aber hierdurch schließlich auch zum wahren freien Genießen aller Glücksfälle, welche diese Schöpfung als Möglichkeit für einen jeden Menschengeist enthält.

Wo der Kreuzträger hingestellt wird, dort soll er auch wirken; hierin muß er sich führen lassen. Das große Wirken kann erst nach einer gewissen Lernzeit einsetzen; wahrscheinlich werden im Anschluß an diese Lernzeit viele Kreuzträger den bisherigen Wirkungskreis verlassen und an eine andere Stelle geführt werden. Falsch aber wäre es in jedem Falle, sich die Bedeutung des Hier und Jetzt zu gering zu denken. Jede Stufe muß voll ausgefüllt sein, um die nächste betreten zu können.

Der Kreuzträger ist wie der Verwalter eines Lebensmittellagers während einer großen Hungersnot, von dessen Umsicht, Sauberkeit und Gerechtigkeit es abhängt, ob alle ausreichend Nahrung bekommen können, oder nur wenige. Nehmen wir an, dieser Lagerverwalter hat nicht, wie ihm aufgetragen worden war, das Lager sorgfältig gefüllt, oder nehmen wir an, er hat nach der Füllung des Lagers nicht darauf geachtet, ob die Lebensmittel vor dem Verderb hinreichend  geschützt sind: bei allem guten Willen kann er das durch Schimmel, Fäulnis und verschiedene Schädlinge verlorengegangene Gut ebenso wenig in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit ersetzen, wie er das, was er zur rechten Zeit einzulagern versäumt hatte, nunmehr aus dem Nichts herbeischaffen kann. In diesem Bild geht es um irdische Nahrung, wir brauchen nur das Wort „irdisch“ durch „geistig“ zu ersetzen, um die Rolle des Kreuzträgers im Gericht zu verstehen. Alles Geistige ist so ungeheuer lebendig, besonders wenn es sich um das Endgeschehen handelt, dass es viele Bilder gibt, um es irdisch zu veranschaulichen. Der HERR sprach in verschiedenen Vorträgen dem Sinne nach: „Ihr alle bekommt ein Schwert in die Hand; wehe wenn Ihr es nicht recht gebraucht!“ Wir können das große Ganze nicht überblicken, nur im besten Falle erahnen. Wüßten wir oder könnten wir sehen, welche Fäden uns mit dem großen Geschehen verbinden, so würden wir auch im kleinsten Wirkungskreis uns vielleicht etwas tiefer und ernsthafter unserer hohen Aufgabe bewusst sein und selbst das Kleinste nicht für zu gering erachten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Worte in Kipsdorf

(Aufgenommen von Herrn Fritsch Lind niedergeschrieben am 25.12.1973)

 

 

IM MÄRZ BEGINNT ES....

Unter vielem anderen:

In einem März beginnt es... - das Endgeschehen, von dem in den Prophezeiungen und in der Bibel gekündet worden ist.

Es beginnt mit einer furchtbaren Seuche, die ganz plötzlich kommt und innerhalb von 3 Wochen zwei Drittel der Menschheit hinwegrafft. Erst dann erkennt die Menschheit, daß sie im Gericht steht, vorher nicht! Vorher nicht! Die Menschen werden dann zweifeln an der Gerechtigkeit Gottes, weil nur die sogenannten Guten von der Erde weggenommen werden. Alles nur Menschen, von denen Christus gekündet hatte, daß die Lauen ausgespien werden.

Es sind alles die Menschenseelen, die sich nicht entwickelt haben, die nicht gut genug sind, um eingehen zu können in das Reich der 1000 Jahre, aber auch nichtschlecht genug, um der Zersetzung anheimzufallen.

Die sogenannten guten Menschen, die aber auch nichts Gutes tun, weil sie keine Lichtsehnsucht haben.  Unter die Menschen wird eine Verzweiflung kommen, wie sie sich kein Mensch vorstellen kann. Warum, so werden sie schreien, nimmt Gott nur die Guten von der Erde?

Zu Tausenden und Abertausenden werden die Menschen Selbstmord begehen, aber die Ärzte und Wissenschaftler haben auch dafür eine Erklärung! Es wäre ein ansteckender Bazillus oder Virus, den man noch nicht entdeckt habe. Und zu Tausenden und Abertausenden werden Menschen wahnsinnig, hervorgerufen durch die Strahlen des Lichtes Es kann auch sein, daß der Herr gesagt hatte, zu Hunderttausenden, daran kann ich mich nicht erinnern. Auch in diesem Falle wird die medizinische Wissenschaft behaupten, das wäre ein Virus, der sich in den Hirnen festgesetzt hat. Aber helfen kann kein Arzt der Welt!

Alle jene Menschenseelen, die in dieser Zeit fortgenommen werden von der Erde, sind noch nicht verloren. Sie haben Gelegenheit, auf anderen Planeten weiter zu reifen, bis auch dort das Jüngste Gericht beginnt. Die Erde ist der einzige Planet, wo Menschengeister mit verschiedener geistiger Reife zusammenkommen können. Es gibt noch andere Planeten, wo Menschengeister leben dürfen; aber die Erde ist der wichtigste Planet, wo alle Strahlungen von sämtlichen Schöpfungsteilen zusammentreffen. Wenn diese Lauen ausgespien sind, wie Christus sagte, dann erst beginnt der Endkampf.

Dann stehen sich zum ersten Male auf der Erde Licht und Dunkel direkt gegenüber. Und dieser Endkampf dauert nur ein paar Monate. Entsetzt fragte ich: „Irdische oder geistige Monate?“

Der HERR lächelte mild über so viel menschliche Dummheit: „Nein, nein, irdische Monate; „wenn es geistige Monate wären, so würde kein einziger Menschengeist in irdischer Gestalt lebend das Reich der 1000 Jahre erleben können.“

Ich kann Ihnen das Grauen nicht schildern, das dann in kurzer Zeit über die gesamte Menschheit hereinbricht. Dann ist scheinbar die gesamte Menschheit ohne GOTTES Hilfe. Es ist die Zeit, von der es heißt, daß GOTT sein Antlitz verhüllt. Aber jeder Gläubige kann getrost durch diese Zeiten wandern. GOTT ist bei jedem Menschen, der guten Willens ist, und jedem Menschen wird in dem Maße geholfen, wie er sich dem Lichte öffnet. Es gehen dann noch viele Menschen verloren, die gerettet werden könnten, aber diese waren im letzten Augenblick nicht wach. Und umgekehrt werden Menschengeister gerettet, die schon verloren waren; denn die rettende Sehnsucht hilft ihnen, und lichte Helfer können sie emporziehen.

Die letzte Phase des Gerichtes vollzieht das Dunkel selbst. Der dritte Weltkrieg würde diese Erde mit seinen furchtbaren Waffen vollkommen zerstören, wie es einstens Mallona traf. Aber GOTT greift dann selber ein!

Sie und kein Mensch brauchen zu verzagen, denn  GOTT verläßt niemanden. Es ist umgekehrt, die Menschen haben sich gegen GOTT gewandt, darum kann ER ihnen nicht helfen. Gehen Sie nur unverzagt heran. Meine Liebe zu meinen Getreuen hilft allen, die mich suchen!

Ich fragte noch den HERRN: „In welchem Jahr wird das sein?“.

Da sagte der HERR lachend: „Das weiß ich auch nicht!“

 

 

Politisches Geschehen

Schon 1932 sprach der HERR von der Atombombe und ihrer Wirkung, 1939 von der Zeiteilung Deutschlands. Das russische Volk in seiner Gesamtheit ist das erste Volk dieser Erde, welches das Licht erkennt. Das amerikanische Volk wird das zweite sein, das in seiner Gesamtheit das LICHT erkennt.

Das deutsche Volk und das jüdische Volk aber sind die beiden letzten Völker, die das heilige Wort erkennen.

In der letzten Phase des Endgerichtes wird der Bolschewisrnus auf der ganzen Welt herrschen, dann aber rettet ein deutscher General vor der völligen Zerstörung. Vom deutschen Volk werden nur sehr wenige übrig bleiben!

Wörtlich: „Vom Osten kommt es, aber im Süden beginnt es!“ (Der Bolschewismus kommt vom Osten, aber in Arabien, Ägypten und lsrael beginnt es - „aber im Süden beginnt es“)

Nachdem die Lauen ausgespien sind, beginnt die Säuberung bei den Kreuzträgern! Diese wird furchtbar sein, denn kein Menschengeist kann gerettet werden ohne Demut! Nach der Säuberung ist dann der Kreis der irdischen Helfer, der Ring der Kreuzträger zum ersten Mal so, daß er steht wie ein Fels in der brandenden See. Und dann beginnt der Endkampf.

Wenn ich den HERRN richtig verstanden habe, brechen die Russen noch in Deutschland ein. Aber ein deutscher General wird den völligen Untergang der abendländischen Kultur verhindern.

Im Anfang nach dem Geschehen ist noch nicht gleich Friede, es wird an manchen Stellen noch ein Krieg aufflackern, aber das Gralsheer wird die Flammen im Keim ersticken. Nach dem Geschehen sind die Menschen dann noch nicht in der Lage, das HEILIGE WORT aufzunehmen.  Im Anfang wird es noch Kirchen geben, aber auch andere Konfessionen, aber das Licht breitet sich nach dem Geschehen rascher aus als je, da alles Dunkel nicht mehr vorhanden ist.

Im Anfang wird es auch noch Mord und Verbrechen geben; aber im Reich der 1000 Jahre sind überall die Gesetze so streng und so hart, wie es sich heute kein Mensch vorstellen kann.

Es herrscht ja im 1000-jährigen Reich nicht mehr der Menschenwille, sondern der GOTTESWILLE.

Ob es die Menschheit in den 1000 Jahren lernt, sich loszuringen von der Materie, das vermag auch das Licht nicht vorauszusehen.

 

„Aber ich fürchte für die Menschheit!“

 

 

 

 

Stunde der heiligen Verkündung!

Die Menschheit will den, Beweis daß ich der ewige Mittler bin zwischen GOTT und der Menschheit, daß ich der von Christus verheißene Menschsohn bin! Diesen Beweis wird die Menschheit bekommen, mehr als es ihr lieb ist. Überirdische Zeichen werden von MIR künden. Ein großer Komet. Steine werden reden, denn in der letzten Phase des Gerichtes werden noch Ausgrabungen erfolgen, die beweisen, daß ich die Wahrheit bin und von GOTT komme und mit meinem Vater ewig verbunden bleibe.

Den letzten Beweis aber wird die Menschheit in den letzten Tagen bekommen, denn an einem einzigen Tage, in einer einzigen Stunde werden in allen Erdteilen, in allen Ländern; allen Städten, auf der ganzen Erde, Menschen auferstehen, die von mir künden müssen durch die Kraft des Lichtes.

Sie künden vom HEILIGEN BERG, vom heiligen Land Tirol, künden vom Menschensohn, künden von der Gralsbotschaft, vom HEILIGEN WORT! So etwas könnte kein einzelner Mensch organisieren (scherzend sagte der Herr: „Das könnte nicht mal der Göbbels.“)

Diese eine Stunde wird man später nennen:

„Die Stunde der Heiligen Verkündung!“

 

 

 

Vomperberg, am 25.12.1973

DIE LETZTE STUNDE...

Die letzte Stunde des Menschengeistes vor dem Eintritt in das Paradies ist die schwerste Stunde seines ganzen Seins, nicht nur seines letzten Erden­lebens oder der Zeit seiner Wanderungen durch die Ebenen, sondern die schwerste Stunde seines ganzen Seins von Anfang an.

Dann erlebt der Menschengeist noch einmal alles, was er falsch gemacht hat, und das wird das Furchtbarste sein, was er je erlebte. Noch einmal muss er alle Tiefen seines falschen Empfindens, Denkens und Handelns erleben.

Er wird bei diesem Erleben fast zusammenbrechen und das letzte Stäubchen seiner Eitelkeit wird abfallen. Dadurch ist er erst rein und reif, um in das Paradies eintreten zu dürfen, er schnellt empor in ein Reich der Freude, dessen Herrlichkeit niemand zu schildern vermag.

Kein Mensch ist so rein, daß er wert wäre, das heilige Wort zu empfangen! Es gibt keinen einzigen Menschen auf dieser Erde, der nur den hundertsten Teil von der göttlichen Kraft aufgenommen hätte!

 

In Kipsdorf sagte ich 1941 zum HERRN:

„Der HERR hat uns in der Botschaft alles gesagt was wir wissen müssen; aber eins hat uns der Herr nicht gesagt!“

Der HERR antwortete lachend: „Und was wäre das?“

„In der Botschaft steht nichts über die 144.000 Versiegelten!“

Der HERR schwieg eine kurze Zeit, und traurig sagte ER: Eigenartig, kein Ritter; kein Apostel oder Jünger hat mich danach gefragt  Ihnen soll Antwort werden!“

Der HERR schwieg wiederum eine Zeit und wie weltentrückt sagte ER sehr leise: „Als Christus gemordet wurde, da herrschte unsagbare Trauer nicht nur im Göttlichen REICH, sondern überall in allen Schöpfungsteilen, wo lichte Geister waren. Da bat Parzival GOTT-VATER, daß er zur Zeit des Jüngsten Gerichtes auf der Erde wirken dürfte, damit das große Opfer von Christus nicht ganz umsonst ist. Diese Bitte hat GOTT-VATER mir gewährt.

Dieses göttliche Geschehen wurde in allen Schöpfungsteilen in einem geis­tigen Bild allen reinen Menschengeistern gezeigt. Und Millionen von demütig bittenden Menschengeistern erbaten von GOTT in heißem Flehen, daß auch sie im Endgericht auf Erden inkarniert werden dürften, um MIR und meiner großen Aufgabe zu helfen, GOTT zur Ehre.

Diese Bitte wurde aber nur Einigen, nur Wenigen gewährt. Das sind die 144.000 Versiegelten, die auserwählt waren und GOTT Treue gelobt hatten.

Lange, unendlich lange schwieg der HERR. ER war vollkommen entrückt; nach sehr langer Pause kehrte ER wieder zurück und sagte sehr leise und traurig: „Herr Fritsch, und wo sind die 144.000 Versiegelten geblieben, die jetzt im Endgeschehen hätten um mich sein sollen, als schützender Ring? Wo sind sie geblieben?“

Meines Wissens gab es ca. 200 Kreuzträger, als ich im September 1931 dazu kam, und meines Wissens gab es ca. 800 Kreuzträger, als am 11.03.1938 durch Hitlers Schergen der HERR verhaftet wurde. Ungefähr 600 Kreuzträger bekamen dadurch Zweifel am HERRN und am WORT und fielen ab. Viele wurden daraufhin erbitterte Feinde des HERRN, und ein Sturmflut von Haß und Schmutz und Niedrigkeit und unfaßbarer Gemeinheit brandete damals 1938 gegen den HERRN und Frau MARIA und Frl. IRMINGARD. Seitdem liegt ein Fluch GOTTES auf dem deutschen Volk.

 

 

 

 

1941 in Kipsdorf

Ich wußte, daß die ehemalige Jüngerin Iden Freitag, späterer Namen Iden Tietze, den Herrn vernichten wollte. Sie hatte wertvolle Kundgebungen, die sie im Zimmer des HERRN in SEINER Gegenwart hatte empfangen dürfen, Hitler in die Hand gespielt. In diesen Kundgebungen stand, daß alles Dunkel vernichtet wird, und daß danach sieghaft und strahlend IMANUEL die Herrschaft über die ganze Erdenmenschheit übernehmen wird. Das ist jedoch geistig gemeint! lden Freitag verstand es durch ihre Beziehungen zu Hitler, auf da vermeintliche Machtstreben von ABDRUSHIN aufmerksam zu machen. Deshalb schrieb ABDRUSHIN die Worte: Mein Ziel.

Je mehr sich der Kampf in Deutschland zuspitzte, der Kampf Licht und Dunkel (ich meine nicht die politischen Kämpfe - auch nicht den Krieg, sondern den Kampf des Dunkels gegen die lichten Streiter und Helfer des HERRN im Jenseits), desto mehr war der Herr auch irdisch in Gefahr.

Ich sagte zum HERRN 1941 in Kipsdorf, das letzte Mal von meinen sieben Besuchen beim HERRN: „HERR, es ist so furchtbar, daß ich es gar nicht sagen darf. Es besteht der Wille, daß der HERR beseitigt wird - es tut mir sehr leid, aber ich muß es sagen. Man will den HERRN ermorden!“

Der HERR war keineswegs überrascht oder erschrocken, sondern er sagte ganz ruhig: „Ich weiß es, Herr Fritsch, aber Sie brauchen sich deshalb keine Sorgen zu machen. (Ich hatte deshalb viele Nächte nicht mehr schlafen können.) „Ich weiß, die Absicht besteht, aber es kommt nicht dazu, mein VATER wird es zu verhindern wissen, es kommt aber nicht dazu!“ (Der HERR hatte sogar ein glückseliges Lächeln, eine Verklärtheit.)

„Gerne, sehr gerne würde ich gehen, aber ich bleibe solange, wie mein VATER es will!“

 

Später am nächsten Tag: Der HERR forderte mich auf, mit ihm einen Spaziergang zu machen, er dauerte weit über 2 Stunden, und in dieser ganzen Zeit erklärte mir der HERR, wie es später werden würde mit den Kasten, dem Staatswesen, der Justiz - es gibt keine Gefäng­nisse mehr, Erziehung, Kunst und vielem anderen. Zu meinem großen Leidwesen habe ich vieles einfach nicht verstanden, konnte gar nicht folgen.

Und da bei mir Unklarheiten darüber herrschen, kann ich es leider bei dem bestem Wollen nicht wiedergeben. Ich war damals sehr traurig und sagte erschüttert: „HERR, das kann ich gar nicht alles fassen, ich bin sehr traurig über dieses mein Unvermögen!“ Der HERR blieb stehen, sagte gütig, aber ernst und fest: „Jedes meiner Worte wird sich erfüllen!“ - Ich war sehr ergriffen und erschüttert - was ich dabei erlebte, vermag ich nicht in Worte zu kleiden.

Danach ging der HERR einige Zeit schweigsam und in sich gekehrt. In mir war eine tiefe Traurigkeit und Verzweifelung. Dann blieb der HERR plötzlich stehen in der Nähe vom Schweizerhaus, in der Erinnerung ist es mir, wir standen auf einer Anhöhe. Vom HERRN ging eine Traurigkeit aus, die so furchtbar war, als ob die Welt unterginge. Der HERR sagte sehr leise - wie abwesend - wie als ob er selbst nicht sprechen würde:

„Ich gehe nicht mehr zurück nach Tirol. Ich werde den Aufbau von der Burg aus leiten und die Berufenen von Zeit zu Zeit zu mir kommen lassen.“

Das war mir alles so unklar, und ich konnte es nicht begreifen, denn das Trigon gehört zusammen. Und die Gralsburg sollte doch in Tirol auf dem Heiligen Berg erstehen. Ich konnte mir das nicht erklären, aber den HERRN zu fragen, getraute ich mich nicht. Außerdem war zwischen dem HERRN und mir eine furchtbare Kluft. ER war ganz entrückt, obwohl ER körperlich neben mir stand. -

Diese Augenblicke waren mein schmerzlichstes Erleben, ich war dem Weinen nahe, aber ich beherrschte mich.

Dann sagte der HERR gütig: „Frau MARIA und Fräulein IRMINGARD kommen nun in eine Aufgabe, für die sie niemals vorgesehen waren.“ - Der Herr wiederholte: „für die sie niemals vorgesehen waren.!“

Nach einer kurzen Pause:

„Wer gegen Frau MARIA ist und gegen Fräulein IRMINGARD, ist auch gegen mich!“

Plötzlich war der HERR wieder ganz anwesend. ER nahm seine Hand, berührte mich leicht an der Schulter und sagte: „Kommen Sie, die hohen Frauen warten auf uns mit der Mahlzeit!“ - nachmittags in SEINEM Zimmer oben im ersten Stock sagte mir der HERR noch viele persönliche Dinge, auch meine Zukunft betreffend. SEINE letzen Worte an mich beim Abschied waren: „Ich werde immer bei Ihnen sein!“, dann sehr leise: Ich werde immer bei Dir sein!“

 

 

 

 

Eine Sternstunde der Menschheit  (26.12.73)

Als am 11.3.1938 der HERR und Herr Friederich Halseband verhaftet wurden, sollte der HERR nach Deutschland ausgeliefert werden.  Dort wollte man den HERRN, wie die Nazis sagen - liquidieren - beseitigen, ermorden.

Nur dem mutigen Eingreifen eines österreichischen Finanzbeamten ist es zu verdanken, daß dem HERRN kein Leid geschehen konnte. Als das Auto mit dem HERRN und 2 österr. Finanzbeamten und 2 hohen deutschen SS-Offizieren, die in Zivil waren, auf der Brücke, die über den Inn nach Schwaz führt, da befahl der eine SS-Offizier in barschem Ton dem Kraftfahrer: „So, jetzt fahren Sie nach links nach Kufstein, nach Deutschland.“

Der maßgebliche österr. Finanzbeamte sagte daraufhin energisch, „Nein, Sie fahren nach rechts, nach Innsbruck!“ Der Deutsche: „Nein, ich habe den Auftrag, den Verbrecher (er meinte damit den HERRN) nach Deutschland zu bringen!“

Es entstand ein heftiger Wortwechsel. Der Österreicher sagte: „Ob Herr Bernhardt ein Verbrecher ist, das behaupten Sie, das ist noch nicht erwiesen. Außerdem sind wir hier in Österreich, und da sind allein die österreichischen Behörden zuständig!“ Es wurde eine so heftige Auseinandersetzung, daß der österr. Beamte den Deutschen schließlich aufforderte, den Wagen zu verlassen. Aber der SS-Offizier lenkte dann ein, blieb und sagte: „Diesen Bernhardt nehmen wir sowieso mit; denn Österreich muß ihn an uns ausliefern!“

Der österr. Beamte entgegnete daraufhin: „Auch das muß erst in Innsbruck entschieden werden!“

Wie das Schicksal des HERRN und damit das Schicksal Deutschlands und der Menschheit verlaufen wäre, wenn der österr. Beamte nicht so energisch und mutig gewesen wäre, das weiß ich nicht zu sagen.

Aber auch Frl. IRMINGARD ist nicht außer Gefahr, solange das Dunkel noch herrscht.

Auch darüber sprach der HERR in Kipsdorf mit mir